Krankenversicherung – umfassender und günstiger Schutz

Ein umfassender Schutz bei Krankheit muss nicht teuer sein. Verschiedene Modelle ermöglichen es, den Beitrag für die Krankenversicherung zu reduzieren oder den Versicherungsschutz zu erweitern. So kann sich jeder ein massgeschneidertes Versicherungspaket zusammenstellen. Es lohnt sich, die verschiedenen Modelle zu vergleichen, um die optimale Lösung zu finden.

Mit Franchise die Kosten senken

Alle Krankenversicherungsanbieter in der Schweiz beteiligen ihre Versicherten im Krankheitsfall an den Kosten. Das geschieht einerseits über die Franchise, andererseits gilt ein Selbstbehalt. Die Franchise ist eine zwischen Unternehmen und Versichertem vereinbarte Kostenbeteiligung. Für erwachsene Versicherte ist eine Franchise zwischen 300 und 2.500 Schweizer Franken möglich, für Kinder und Jugendliche kann die Franchise in Höhe von null bis 600 Schweizer Franken liegen. Die Franchise ist einmal pro Versicherungsjahr fällig. Hat der Versicherte die vereinbarte Kostenbeteiligung für das Jahr geleistet, übernimmt die Krankenversicherung die gesamten Behandlungskosten abzüglich des Selbstbehalts. Je höher die Franchise, desto niedriger ist der monatliche Beitrag für die Krankenversicherung. Für gesunde Versicherte mit ausreichend Rücklagen für die Kostenbeteiligung ist eine hohe Franchise sinnvoll.

 

Hinzu kommt der Selbstbehalt

Zusätzlich zu der Franchise verlangt die Krankenversicherung den sogenannten Selbstbehalt in Höhe von zehn Prozent der Kosten für Behandlungen und Medikamente. Die jährliche Zuzahlung ist für Erwachsene auf 700 Schweizer Franken, für Kinder und Jugendliche auf 350 Schweizer Franken begrenzt. Aber aufgepasst! Seit dem Jahr 2006 gilt bei Originalpräparaten ein Selbstbehalt von 20 Prozent, falls stattdessen auch Generika erhältlich sind. Es ist sinnvoll, den Arzt aktiv nach günstigen Alternativen zu fragen. Für bestimmte Präventivleistungen und Mutterschaftsleistungen ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zu acht Wochen nach der Geburt fallen keinerlei Eigenbeteiligungen an.

Ist die Unfallversicherung erforderlich?

Versicherte, die pro Woche mindestens acht Stunden als Arbeitnehmer beschäftigt sind, können die Unfallversicherung in der Krankenversicherung ausschliessen. Sie sind obligatorisch über den Arbeitgeber versichert und profitieren von einem günstigeren Beitrag. Alle anderen Versicherungsnehmer, die nicht über eine private Unfallversicherung verfügen, sind verpflichtet, die Unfallversicherung über die Krankenversicherung abzudecken.

Versicherungsmodelle und das KVG in der Schweiz

In der Schweiz besteht eine Versicherungspflicht. Im Krankenversicherungsgesetz (KVG) werden die Grundlagen für die obligatorische Grundversicherung und die Krankentaggeldversicherung festgelegt. So ist gewährleistet, dass die Leistungen der Grundversicherung bei allen Krankenkassen identisch ist. Dank verschiedener Versicherungsmodelle ist es möglich, die Beiträge für die obligatorische Krankenversicherung um bis zu 25 Prozent zu senken. Zur Auswahl stehen das Hausarztmodell, Telmed und HMO. Allen drei ist gemeinsam, dass der Krankenversicherte freiwillige Einschränkungen bei der Arztwahl in Kauf nimmt. In Notfällen gelten jedoch Ausnahmen von dieser Regelung. Auch jährliche Präventionsuntersuchungen sind direkt bei Gynäkologen und Augenärzten möglich. Und mit Kindern können Eltern auch bei allen Modellen immer direkt den Kinderarzt aufsuchen.

Das Hausarztmodell in der Krankenversicherung

Bei dieser Variante der Krankenversicherung legt sich der Versicherte auf einen Hausarzt in der Nähe des Wohnsitzes fest, der an diesem Modell teilnimmt. Im Krankheitsfall sucht der Patient immer zuerst seinen Hausarzt auf. Dieser übernimmt die Behandlung selbst oder überweist den Patienten an einen Facharzt oder ins Spital. Diese Regelung gilt bis auf wenige Ausnahmen für alle Krankheitsbilder.

Telmed: telefonische Beratung vor dem Arztbesuch

In diesem Tarif konsultieren Patienten vor jedem Arztbesuch telefonisch ein Expertenteam der Versicherung. Je nach Anbieter erfolgt die Beratung empfehlend, und der Patient entscheidet selbst über das weitere Vorgehen. Manchmal gibt die Telefonberatung das weitere Vorgehen auch verbindlich vor.

HMO: Behandlung im Facharztzentrum

Das HMO-Modell (Health Maintenance Organization) ähnelt stark dem Hausarztmodell. Im HMO-Zentrum finden Patienten Ärzte und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen unter einem Dach vor. Die Behandlung findet, bis auf wenige Ausnahmen, immer in dem HMO-Zentrum statt, dem ein Patient zugeteilt ist.

Private Zusatzversicherungen in der Krankenversicherung

Die obligatorische Krankenversicherung bietet den Patienten eine umfassende medizinische Grundversorgung. In einigen Fällen müssen Versicherte die Kosten für Behandlungen oder Hilfsmittel allerdings komplett allein tragen. Brillen, naturheilkundliche Verfahren, Zweier- oder Einerzimmer die meisten zahnärztlichen Behandlungen und andere Ergänzungsleistungen sind nicht Bestandteil der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Mit privaten Zusatzversicherungen für die ambulante oder stationäre Versorgung ist es möglich, die Lücken in der Krankenversicherung zu schliessen.

Krankenversicherungen vergleichen und sparen

Um den idealen Versicherungsschutz zum angemessenen Preis zu finden, ist ein Tarifvergleich der verschiedenen Anbieter empfehlenswert. Mit dem Verivox-Vergleichsrechner für die Krankenversicherung lassen sich komfortabel die unterschiedlichen Tarifmodelle und Franchisestufen vergleichen. Ein Wechsel der Krankenpflegeversicherung ist jährlich zum 31.12. möglich. Die Kündigung muss in diesem Falle bis zum 30. November, respektive dem letzten Arbeitstag des Monats, als eingeschriebener Brief bei der Krankenversicherung eingegangen sein. Versicherte mit einer ordentlichen Franchise (Erwachsene 300 Schweizer Franken, Kinder null Schweizer Franken) im Grundmodell (nicht HMO, Telmed oder Hausarztmodell) haben zusätzlich die Möglichkeit, die Krankenpflegeversicherung per 30. Juni zu kündigen. Das Kündigungsschreiben muss das Unternehmen bis zum 31. März, respektive dem letzten Arbeitstag des Monats, per eingeschriebenem Brief erreichen. Für private Zusatzversicherungen gelten abweichende Regelungen, die dem Vertrag zu entnehmen sind.