Mann bezahlt mit smartphone mobil payment
Zürich, 07.07.2016

Seit dem 7. Juli 2016 können auch Schweizer mit Apple Pay bezahlen. Zum Bezahlen können Sie einfach das iPhone statt der Kreditkarte an das Terminal halten.

Schweizer Konsumenten sind skeptisch. Sie haben Bedenken wegen der Sicherheit, wenn es um das mobile Bezahlen geht. Das hat bereits das kontaktlose Bezahlen mit der Kreditkarte gezeigt. Obwohl inzwischen in der Schweiz fast überall verfügbar, nutzt erst eine Minderheit diese Möglichkeit. Bei der grössten Schweizer Supermarkt-Kette Migros sind es erst 14 Prozent gemessen über alle Terminal-Typen und alle potenziell kontaktlos-fähigen Kartenprodukte.

Apple hat zumindest gute Voraussetzungen, das Mobile Payment in der Schweiz zu etablieren. In der Schweiz gibt es sehr viele iPhone-Nutzer. Und es wäre nicht das erste Mal, dass Apple es schafft, sich mit einer Idee durchzusetzen. Es wird sich zeigen, ob dies ein weiteres Mal gelingen wird. Noch ist unklar,  ob Schweizer bereit sind, mit dem Smartphone zu bezahlen. Viele sind skeptisch.

Verivox beantwortet hier 12 wichtige Fragen zu Apple Pay.

Ralf Beyeler, Telekom-Experte Konsumenten-Portal Verivox

  • Zum Marktstart von Apple Pay können nur die Kreditkarten von Cornercard, Bonus Card sowie Swiss Bankers für Apple Pay hinterlegt werden. Der Konsument muss also eine Karte von einem dieser Herausgeber haben. Ob VISA oder Mastercard spielt keine Rolle. Es kann jedoch sein, dass die Kreditkarte nicht unterstützt wird, obwohl sie von einem der drei Kartenherausgeber ist. Seit November 2016 können auch Swisscard-Kunden mit einer Swiss Miles & More-Kreditkarte oder einer Charge-Karte von American Express mit Apple Pay bezahlen.

    Verivox hat einen Vergleich mit Kreditkarten zusammengestellt, die mit Apple Pay funktionieren.

    Wer eine Kreditkarte der Cembra Moneybank (Migros), der Postfinance, der UBS oder der Viseca (Kantonalbanken, Raiffeisenbanken, Migros Bank, Bank Coop) besitzt, kann diese für Apple Pay nicht nutzen. Auch die Kreditkarte von Credit Suisse und Coop unterstützen Apple Pay nicht.

  • Die Maestro-Karte, so der offizielle Name der ehemaligen EC-Karte, sowie die Postcard funktioniert mit Apple Pay nicht. Auch die Debitkarte V-Pay unterstützt Apple Pay nicht. 

  • Die Kreditkarten der Cembra Moneybank (Migros), der Postfinance, der UBS oder der Viseca (Kantonalbanken, Raiffeisenbanken, Migros Bank, Bank Coop) und die meisten Kreditkarten der der Swisscard (zum Beispiel Coop, Credit Suisse) unterstützen Apple Pay nicht.

    Hintergrund dürfte sein, dass viele Banken auf ein eigenes Zahlungssystem mit dem Namen Twint setzen. Die Schweizer Banken positionieren Twint als Konkurrenz zu Apple Pay und ermöglichen es ihren Kunden nicht, die Karte mit Apple Pay zu nutzen.

  • Es gilt die übliche Limite der Kreditkarte. Neben dieser Limite, die üblicherweise mehrere tausend Franken beträgt, gibt es keine Einschränkungen.

  • Unterstützt werden das iPhone 6s, iPhone 6s Plus, das iPhone 6, das iPhone 6 Plus und das iPhone SE.

    Nicht angeboten wird Apple Pay für Smartphones mit dem Betriebssystem Android (Geräte von Herstellern wie Samsung, Sony, HTC oder LG).

    Übrigens: Zum Bezahlen kann auch die Apple Watch eingesetzt werden.

  • Zuerst muss man im iPhone die Kreditkarte registrieren. Dazu reicht es, mit dem iPhone die Kreditkarte zu fotografieren. Ist die Karte einmal registriert, kann man damit bezahlen, indem man das iPhone an das Bezahlterminal hält. Das Smartphone muss nicht extra aktiviert werden.

  • Bezahlen können Sie in allen Geschäften, die kontaktloses Bezahlen anbietet. In der Schweiz sind dies zum Beispiel die Supermärkte von Migros, Coop, aber auch Denner, Aldi und Lidl.

    Neben Supermärkten kann man auch in zahlreichen Geschäften, an Kiosken, in Restaurants und Cafés sowie in Dienstleistungsbetrieben mit Apple Pay bezahlen. Überall dort, wo man kontaktlos bezahlen kann, funktioniert Apple Pay.

  • Apple betont, dass die Kreditkartennummer nie auf dem iPhone gespeichert wird. Es wird bei jeder Transaktion eine einzigartige Nummer generiert und kontaktlos an das Bezahlterminal übertragen.

  • Sinnvoll ist die Funktion „Find my iPhone“. Verlieren Sie Ihr iPhone oder wird es Ihnen gestohlen, können Sie das über diese Funktion von Apple melden. Die Bezahlfunktion wird dann deaktiviert. 

  • Nein, auch ohne Mobilfunk-Empfang – und damit ohne Internet – ist das Bezahlen mit Apple Pay möglich. 

  • Im Moment ist es noch nicht möglich, mit Apple Pay online einzukaufen. Doch Apple wird im Herbst „Apple Pay on the Web“ neu lancieren. Dann können Schweizer Konsumenten auch Online-Einkäufe mit Apple Pay bezahlen, sofern der Online-Shop diese Möglichkeit anbietet.

  • Es ist nicht möglich, einem Freund Geld via Apple Pay zu übertragen. Dies ist mit der Mobile Payment-App Twint der Schweizer Banken möglich.

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