Auto fährt vor Gebirge auf Landstrasse
Zürich, 08.02.2017

Am meisten zahlen die Luganer für ihre Autoversicherung, gefolgt von den Winterthurern und Stadtzürchern. Die Churer kommen preislich am besten weg.

Rang

Städte

Jahresprämie pro Stadt (Ø)

1

Lugano

649

2

Winterthur

624

3

Zürich

623

4

Basel

622

5

St. Gallen

615

6

Lausanne

611

7

Genf

606

8

Freiburg

597

9

Zug

596

10

Luzern

594

11

Bern

590

12

Schaffhausen

582

13

Chur

569

Quelle: Berechnungen Verivox                     Stand: Januar 2017

 

Was auf den ersten Blick ungerecht erscheinen mag, beruht auf Auswertungen. Die Versicherungen wenden Risikoprofile an. «Wer statistisch gesehen mehr Schäden verursacht, bezahlt eine höhere Prämie. Der Wohnort ist ein Element des Risikoprofils. Aber auch viele andere Punkte wie das Alter, das Geschlecht, die Nationalität und die Fahrpraxis fliessen in das Risikoprofil hinein», erklärt Sabine Östlund vom Konsumenten-Portal Verivox die Unterschiede.

 

Unfallhochburg Tessin
Lugano hat durchschnittlich die teuersten Prämien. Das liegt unter anderem an der Unfallhäufigkeit. Denn mit knapp 2,6 Unfällen auf 1'000 Einwohner belegt der Kanton Tessin den vierten Platz in der Unfallstatistik des Bundes. 

Die Autoversicherungs-Prämien werden Konsumenten aber kaum dazu bringen, ihren Wohnort zu ändern. Dafür sind die Unterschiede zu gering. Viel mehr sparen können Autofahrer, wenn sie zwischen den einzelnen Anbietern vergleichen. Oftmals zahlen sie mehrere 100 Franken weniger, wenn sie zur günstigsten Versicherung wechseln.

 

Spartipps für Autofahrer
Viele Schweizer sind überversichert und bezahlen für Leistungen, die sie nicht benötigen wie den Vollkaskoschutz für ein älteres Auto. Oder sie haben einen europaweiten Assistance-Dienst, obwohl sie fast nur im Inland unterwegs sind. Verivox gibt Tipps zum Sparen:

  • Autos ab ca. 4 Jahren benötigen keine Vollkasko-Versicherung (Teilkasko + Kollisionskasko) mehr.

  • Insassenversicherung: Ist nicht nötig, ausser man nimmt häufig ausländische Gäste mit. Denn wer in der Schweiz lebt, ist durch die obligatorische Unfallversicherung oder die Krankenkasse ausreichend gegen die Folgen von Unfällen versichert.

  • Parkplatz melden: Wer einen Parkplatz oder sogar eine Garage für sein Auto hat, sollte dies der Versicherung melden. Oftmals gibt es dann Prämienreduktionen.

  • Bonusschutz abschliessen: Lenker, die bereits auf der tiefsten Bonusstufe angelangt sind, erhalten den Schutz für einen relativ geringen Aufpreis. Relativ teuer ist der Bonusschutz, den man auf einer hohen Bonusstufe abschliesst. Der Bonusschutz ist eine Versicherung, um nach einem Schadensfall keine Prämienerhöhung in Kauf nehmen zu müssen.

  • Assistance: Überversicherung vermeiden. Kontrollieren, ob man mehrfachversichert ist, z.B. über eine Autoclub-Mitgliedschaft und gleichzeitig via Autoversicherung.

  • Gefahrene Kilometer: Wer deutlich weniger Kilometer fährt, als er bei seiner Versicherung angegeben hat, sollte dies der Versicherung melden. In der Regel wirkt sich dies positiv auf die Prämie aus. Selbstverständlich muss aber auch gemeldet werden, wenn man wesentlich mehr fährt.

  • Selbstbehalt erhöhen und Prämien sparen: Eine einfache «Spielerei» mit dem Autoversicherungs-Rechner zeigt, welchen Einfluss der Selbstbehalt auf die Prämie hat. Ist der Unterschied gross, kann man den Selbstbehalt nach oben setzen – vorausgesetzt, man hat diesen Betrag im Fall eines Schadens auf die Seite gelegt.

  • Spezielle Bedingungen: Einzelne Versicherer bieten Produkte an, welche vorbildliches Verhalten im Verkehr belohnen wie 0-Promille (Alkohol) oder eine Blackbox für junge Fahrer.

  • Online-/Offline-Abschluss: Viele Versicherungen haben unterschiedliche Prämien für Kunden, die via Internet oder Berater abschliessen. Diese sind zum Teil beträchtlich. Manchmal sind Online-Prämien sogar teurer. Vor dem Vertragsabschluss immer vergleichen.

 

Berechnungs-Profil:

Der 40-jährige Schweizer hat seinen Führerschein seit dem 18. Lebensjahr. Er fährt einen 1-jährigen Golf 1.4 mit 125 PS und hat eine Haftpflicht- und eine Teilkasko­versicherung abgeschlossen. Mit dem Auto fährt er 10’000 Kilometer pro Jahr, Schäden und Bussen hatte er in den letzten Jahren keine.

 

Es wurden die Angebote von Allianz Suisse, Axa Winterthur, Baloise Direct, Elvia, Generali, Helvetia, Mobiliar, Smile Direct, Vaudoise und Zürich ausgewertet. Es wurde der Durchschnitt von 14 Produkten für das oben beschriebene Profil berechnet.