Mann mit Statistiken und Taschenrechner
Zürich, 19.12.2016

19.12.2016 - Verivox hat die Konditionen von zehn grossen Schweizer Banken unter die Lupe genommen. Der Vergleich zeigt, wo der Bankkunde unter dem Strich noch etwas bekommt. Hypotheken sind fast gratis – das ist in aller Munde. Doch die Kehrseite bleibt oftmals im Dunkeln: Kleinsparer bekommen im besten Fall mickrige Zinsen. Die Gebühren vernichten diese dann vollständig.

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Verivox hat berechnet, wie hoch die Zinsen und Gebühren für einen Kunden sind, der durchschnittlich 10'000 Franken auf dem Privatkonto und 50'000 Franken auf dem Sparkonto hat. Er nutzt gängige Dienstleistungen per E-Banking und hat keine Kreditkarte der Hausbank. In der Tabelle wurde das günstigste Angebot pro Bank berücksichtigt. (Berechnungsgrundlage siehe unten).

Anbieter Produkt Gebühren/Jahr Zins/Jahr Saldo/Jahr
Postfinance Privatkonto Plus / (E-)Sparkonto 0 25 +25
Raiffeisen Mitglieder-Privatkonto / Sparkonto 44 51 +7
Banque Cantonale Vaudoise Formule Premium / E-Epargne 20 13 -7
Migros Bank  Privatkonto / Anlagesparkonto 59  51  -8
Bank Coop E-Classic / Sparkonto 114 100 -14
St. Galler Kantonalbank Privatkonto / Sparkonto 55 13 -42
Valiant Bank Lila Trend/ Lila Sparkonto 79 25 -54
Zürcher Kantonalbank ZKB inklusiv/ Sparkonto Plus 151 73 -78
Credit Suisse Bonviva Silver 197 80 -117
UBS Einzelkonten (Privatkonto, Sparkonto) 131 5 -126

Quelle: Berechnungen Verivox

Betrachtet man nur die Zinsen des Profilkunden, fährt er am besten mit der Bank Coop (100 Franken), der Credit Suisse (80 Franken) und der Zürcher Kantonalbank (73 Franken). Bezieht man die Gebühren mit ein, verändert sich das Bild. Die höchsten Spesen verrechnet die Credit Suisse mit 197 Franken, gefolgt von der Zürcher Kantonalbank mit 151 Franken. Dass es auch anders geht, beweist die Postfinance: Unser Profilkunde zahlt dort keine Gebühren. Dies, weil er mehr als 25'000 Franken auf seinen Konten hat und sich für das «Plus»-Angebot entscheidet.
Betrachtet man den Saldo nach Gebühren und Zinsen, bleibt für den Profilkunden nur bei zwei Banken etwas übrig: Postfinance (+25 Franken) und Raiffeisen Bank (+7 Franken). Am meisten verliert er bei der UBS (-126 Franken).

Bankpakete oftmals teuer
Die Anbieter bewerben stark ihre Bankpakete. Verivox hat diese selbstverständlich auch ausgewertet. Bei der UBS, der Credit Suisse, der Zürcher Kantonalbank, der Valiant Bank (mit «Lila Plus») und Bank Coop (mit «E-Classic») ist im Paket auch eine Kreditkarte enthalten. Selbst wenn der Profilkunde diese nicht nutzt, sind die Pakete bei der Credit Suisse, der Zürcher Kantonalbank und der Bank Coop günstiger als die Einzelkonten (siehe auch Tabelle). Der Grund: Die Kunden mit Bankpaket haben auf dem Sparkonto einen deutlich besseren Zinssatz.

Geld unter der Matratze als Alternative?
«Bei vielen Angeboten verliert der Kunde Geld. Es ist trotzdem keine Alternative, das Geld unter der Matratze zu verstecken. Im Fall eines Einbruchs oder Feuers ist das Vermögen weg», gibt Beyeler zu bedenken. Seine Empfehlung: «Besser ist es, zu einer günstigeren Bank zu wechseln. Das wäre auch ein guter Neujahrs-Vorsatz, um dem Januarloch entgegen zu wirken».
Tipp: Wer eine Kreditkarte zum Zahlen nutzt, muss diese nicht bei der Hausbank beziehen. Eine günstige Lösung sind die Gratis-Kreditkarten von Migros und Coop.

Weitere Tipps zur Wahl des richtigen Bankkontos.

Berechnungsgrundlagen
Berücksichtigt wurden für den Vergleich die grössten überregional tätigen Banken für Privatkunden sowie die drei grössten Kantonalbanken: UBS, CS, Raiffeisen, ZKB, Postfinance, Banque Cantonale Vaudoise, Migros-Bank, St. Galler Kantonalbank, Valiant Bank, Bank Coop.
Der Profilkunde hat durchschnittlich 10'000 Franken auf dem Privatkonto und 50'000 Franken auf dem Sparkonto. Er tätigt seine Zahlungen via E-Banking, ruft die Unterlagen elektronisch ab und bezieht 40 Mal pro Jahr an einem Schweizer Bancomaten Geld (je 20 Bezüge bei der Hausbank und einer fremden Bank), 3 Mal im Ausland. Er erhält 18 Mal im Jahr Geld auf sein Konto. Er nutzt von seiner Hausbank keine Dienstleistungen wie Kreditkarte oder Vermögensverwaltung. Nicht berücksichtigt: Promotionsangebote sowie Bonuszinsen für den Wertzuwachs bzw. als Treuebonus.
Raiffeisen: Berechnung anhand der Empfehlung an die einzelnen selbstständigen Raiffeisenbanken. Jeder Raiffeisenbank legt ihre Konditionen und Gebühren selbst fest, deshalb kann es zu Abweichungen kommen.