Bussen und Verkehrsdelikte
Zürich, 07.07.2017

2010 hat die EU die europaweite Bussgeldvollstreckung eingeführt: Wer in einem EU-Land ein Verkehrsdelikt begeht, kann seither auch im Heimatland belangt werden. Die Schweiz macht bei diesem Abkommen nicht mit. Sie hat lediglich mit Frankreich ein Abkommen unterzeichnet, das die beiden Länder zur gegenseitigen Durchsetzung von Bussen verpflichtet. Trotzdem rät das Bundesamt für Polizei, Bussen aus dem Ausland unbedingt zu bezahlen. Wer das nicht tut, landet unter Umständen auf einer Fahndungsliste und muss bei der nächsten Einreise mit Konsequenzen rechnen!

Bus­sen bei Ge­schwin­dig­keits­über­schrei­tung

Wer in Grossbritanien zu schnell unterwegs ist, zahlt bis zu 5’500 Euro. Auch in Österreich lohnt sich das Rasen nicht. Hier werden bis zu 2’180 Euro fällig. Selbst in Frankreich, wo Bussen generell moderat ausfallen, sind Geschwindigkeitsüberschreitungen teuer. Egal, ob man mit 55 oder 85 Stundenkilometern zu schnell unterwegs war: Der Spass kostet 1’500 Euro. Vergleichsweise günstig ist Kroatien, das zu schnelles Fahren lediglich mit 680 Euro ahndet. In Polen gibt’s erst bei mehr als 50 (!) Stundenkilometern über dem Limit eine Busse. Und auch dann werden nur 100 Euro fällig.

In einigen Ländern sind die Bussen ähnlich streng wie in der Schweiz: Wer bis zu 20 km/h zu schnell unterwegs ist, sollte sich zum Beispiel nicht in Schweden, Dänemark oder Norwegen erwischen lassen. In Dänemark werden 270 Euro, in Schweden 280 Euro und Norwegen 430 Euro fällig. Bei 50 km/h über dem Limit zieht die norwegische Polizei gar 940 Euro ein.

Bus­sen bei Al­ko­hol am Steu­er

Auch im Ausland kennt die Polizei bei Alkohol am Steuer kein Pardon: In Tschechien, Ungarn und Kroatien gilt absolutes Alkoholverbot. In Schweden und Polen liegt die Grenze bei 0,2 Promille; in den meisten anderen Ländern bei 0,5 Promille. In Kroatien beginnt das Bussgeld bei 135 Euro, in Norwegen bei 770 Euro und in Tschechien bei 970 Euro.

Eine ganz besondere Regel gilt in Italien: Tagsüber kostet Alkohol am Steuer 540 Euro. In der Nacht ist das gleiche Delikt um ein Drittel teurer. In Dänemark kann die Strafe bis zu einem Monatsverdienst ausmachen. In Belgien (140 Euro) und Luxemburg (145 Euro) ist Alkohol am Steuer hingegen ein eher günstiges Vergehen.

Bus­sen bei Han­dy am Steu­er

Wer in Belgien mit einem Mobiltelefon am Steuer erwischt wird, zahlt 100 Euro. In den Niederlanden werden 150 Euro fällig, in Italien mindestens 155 Euro und in Spanien 200 Euro. Günstiger als in Deutschland (40 Euro) ist das Telefonieren nur in Schweden: Das Land kennt nämlich überhaupt kein Handy-Verbot am Steuer!

Bus­se beim Über­fah­ren ei­ner ro­ten Am­pel

Die Zeiten, als man Ampeln in gewissen Ländern getrost ignorieren konnte, sind längst vorbei. In Italien kostet das Überfahren eines Rotlichts 155 Euro, in Kroatien 270 Euro und in Schweden mindestens 250 Euro. Milder fallen die Bussen in Polen (60 Euro) und Österreich (70 Euro) aus.

Bus­sen bei Falsch­par­ken

Parksünder werden in der Slowakei am kräftigsten zur Kasse gebeten. Hier kostet Falschparkieren satte 135 Euro. In Spanien kann Falschparkieren bis zu 90 Euro ausmachen, in den Niederlanden werden mindestens 60 Euro fällig.

Gross­zü­gi­ge Ra­bat­te auf Bus­sen

Verschiedene Länder gewähren grosszügige Rabatte auf Bussen! So gibt’s zum Beispiel in Griechenland 50 % Rabatt auf alle Verkehrsbussen, die innert 10 Tagen bezahlt werden. Spanien ist noch grosszügiger: Hier haben Verkehrssünder bis zu 20 Tage Zeit, um eine Busse mit 50 % Rabatt zu bezahlen. Ebenfalls 50 % Rabatt gibt’s in Slowenien für Bussen, die innert 8 Tagen bezahlt werden!

Wer nicht nur bei den Bussen sparen will, sondern auch bei der Autoversicherung, findet hier wichtige Tipps.

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