Postfinance App auf einem Handy. © PostFinance AG 2017, Alle Rechte vorbehalten.
Zürich, 10.10.2018

Die Postfinance hat heute verkündet, die Gebühren für ihre Produkte per Anfang 2019 anzupassen. Viele Kundinnen und Kunden, welche bis anhin keine Gebühren für ihr Konto bei der Bank der schweizerischen Post bezahlen mussten, werden von nun an zur Kasse gebeten. Verivox.ch zeigt, welche kostenlosen Alternativen es dazu gibt.

Die Meldung hat viele Kundinnen und Kunden auf dem falschen Fuss erwischt. Die Postfinance hat heute mitgeteilt, dass sie ihre Gebührenstruktur anpassen wird. Für viele Kunden waren die gebührenfreien Kontos bis anhin ein Grund ihr Geld vom Gelben Riesen verwalten zu lassen. Neu müssen alle Privatkunden eine monatliche Kontoführungsgebühr von mindestens 5.– Franken Privatkonto bezahlen. Für das Privatkonto Plus beträgt die Gebühr sogar 12.– pro Monat, wenn das Gesamtguthaben unter 25‘000.– Franken liegt. Einzige Ausnahmen sind Kunden, die eine Lebensversicherung oder eine Hypothek haben, Kunden, welche ein Anlagevermögen von mindestens 25‘000 Franken besitzen, sowie Jugendkontos.

Wir sind Verivox.
Das einfachste Vergleichsportal der Schweiz.

Die Postfinance begründet diesen Schritt mit der Margenerosion und dem deutlichen Gewinnrückgang, was die kostenlosen Kontos für die Bank verunmöglicht.

Kundinnen und Kunden, welche wegen dem kostenlosen Konto bei der Postfinance waren, müssen sich nun nach einem neuen Angebot umschauen. Verivox hat drei Möglichkeiten herausgesucht, mit denen Schweizer dennoch ein Gratiskonto haben können

1. Anlagevermögen zur Postfinance transferieren.

Wer über genügend Vermögen verfügt, für den bleibt das Konto bei der Postfinance weiterhin kostenlos. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Geld nicht einfach auf dem Sparkonto parkiert wird, sondern angelegt wird. Unter folgenden Voraussetzungen bleibt das Konto weiterhin gratis:

  • Das Anlagevermögen pro Kunde beträgt mindestens 25‘000.– Franken.
  • Darunter fallen Vorsorgefonds der 3. Säule sowie des Freizügigkeitskontos (2. Säule), Anlagefonds von der Postfinance oder ein E-Trading Depot.
  • Ausschlaggebend ist die Summe aller Anlagekategorien jeweils zum Ende des Monats.

Wer also bereits ein gut gefülltes 3.Säule-Konto hat, kann sich überlegen, dieses in einen Vorsorgefonds anzulegen. Aber Achtung: Vorsorgefonds schwanken wie Aktien in ihrem Wert. Wie bei allen Börsenanlagen ist es empfehlenswert, sich vorher gut zu informieren.

2. Reine Online-Banken als Alternative: ZAK oder neon.

Wer nur ein einfaches Konto für seinen Lohn und eine Maestro-Karte zum Zahlen benötigt, für den können Online-Banken eine Alternative sein. Dabei wird alles über eine App abgewickelt, Filialen mit einem Bankschalter gibt es keine.
Zurzeit bieten die Bank Cler mit ZAK und die Hypothekarbank Lenzburg mit neon solche Apps für Online-Kontos an. Letzteres befindet sich allerdings noch in der Beta-Phase. Beide Apps sind kostenlos und beinhalten eine Maestro-Karte für den bargeldlosen Einkauf. Bei ZAK ist zusätzlich eine Kreditkarte inklusive.
Aber aufgepasst: Zusätzliche Dienstleistungen sind bei diesen Banken kostenpflichtig. Wer also Geld am Automaten abheben möchte oder viel mit der Kreditkarte im Ausland bezahlt, sollte unbedingt die Gebühren der Konkurrenz vergleichen. Unter Umständen lohnt sich ein anderes Angebot.

3. Mitglieder-Konto bei einer Raiffeisenbank.

Verschiedene Genossenschaften der Raiffeisen bieten ein Mitglieder-Konto, welches eine gebührenfreie Kontoführung ermöglicht. Die Voraussetzung dafür ist, dass man einen Anteilschein der Genossenschaft zeichnet (in der Regel mindestens 200.– Franken). Wenn man zu einem späteren Zeitpunkt wieder aus der Genossenschaft austritt, erhält man seinen Anteil wieder ausbezahlt.
Wichtig: Nicht alle Raiffeisenbanken sind als Genossenschaft organisiert. Bei einer Raiffeisenbank, die als Aktiengesellschaft organisiert ist, ist eine Mitgliedschaft nicht möglich.

Weitere Informationen