Mutter und Tochter mit Sparschwein
Zürich, 09.10.2017
Auf das kommende Jahr hin steigen die Prämien für Kinder in der obligatorischen Grundversicherung stärker an als der Durchschnitt. Im Vergleich zu den Erwachsenenprämien sind die Kinderprämien immer noch viel tiefer. Die Krankenversicherer sind verpflichtet, für Kinder (bis zum vollendeten 18. Altersjahr) tiefere Prämien festzusetzen.
 
Dennoch ist der Aufschlag im Portemonnaie spürbar. Je nach Wohnort, Anbieter und Anzahl Kinder können die Kinderprämien das Haushaltbudget massiv belasten. Ein Vergleich der Kinderprämien lohnt sich auf jeden Fall. Nicht nur wegen des Prämienanstiegs, sondern vor allem auch aufgrund der Preisunterschiede bei den Anbietern.

Krankenkassen mit Kinderrabatten

Krankenkasse Ab Anzahl Kinder Rabatt ab Kind 2 Rabatt ab Kind 3 Rabatt ab Kind 4/5
Agrisano 3 55%
Aquilana 3 50%
Assura 4 und 5 2-3% / 3-5%
Compact 2 20%
Concordia 3 ca. 45-60%
EGK 3 ca. 20-40%
Helsana 3 60%
KK Birchmeier 3 50% 
KKLH 3 ca. 30%
KKV Visperterminen 3 50%
Progres 3 60%
Provita 3 55%
Rhenusana 3 60%
Sana24 3 ca. 60%
Sanitas 2 20%
SLKK 3 10%
Sodalis 3 50%
Sumiswalder 3 50%
Swica 3 58%
Visana 3 ca. 57%
Vivacare 3 ca. 61%

Von den Versicherungen, die einen Kinderrabatt gewähren, gibt es in der Regel ab dem dritten Kind günstigere Prämien. Jedes weitere Kind bekommt ebenfalls einen Rabatt. Ausnahmen sind die Sanitas und die Compact, die bereits Rabatte ab dem zweiten Kind gewähren. Bei der Assura gibt es günstigere Tarife für Grossfamilien. Ab dem vierten Kind bekommen alle Kinder einen Rabatt von 2-3 Prozent und ab fünf Kindern zahlen alle Kinder der Familie 3-5 Prozent weniger Prämie.

Die Tabelle zeigt, dass sich die Rabatte gewaltig unterscheiden. Allerdings muss dies nicht heissen, dass ein grosser Rabatt auch die günstigste Prämie ergibt. So gehört die Assura 2018 schweizweit zu den günstigsten Krankenkassen. Obwohl sie erst ab dem vierten Kind einen winzigen Rabatt gewährt, kann sie für Familien die preiswerteste Wahl sein. Im Verivox-Vergleich werden alle Rabatte eingerechnet. Jetzt die günstigste Krankenkassen finden.

 
Gibt es Familienpolicen in der Grundversicherung?
In der obligatorischen Grundversicherung ist jede Person, unabhängig vom Alter, einzeln versichert. Familienpolicen gibt es nicht. Kinder und Eltern müssen nicht bei der gleichen Krankenkasse versichert sein. Jedes Familienmitglied kann die beste Prämie bei einem beliebigen Anbieter für sich wählen.
 
Gibt es Familienrabatte in der Grundversicherung?
Gesetzlich geregelte Familienrabatte in der obligatorischen Grundversicherung gibt es nicht. Einzelne Krankenkassen gewähren allerdings Familien ab dem dritten Kind einen Rabatt auf die Prämien. Für kinderreiche Familien kann es sich daher lohnen, alle Kinder bei der gleichen Kasse zu versichern, um in den Genuss von einer Prämienersparnis zu kommen.
 
Bei den Zusatzversicherungen gibt es Familienrabatte. Die Höhe der Rabatte hängt unter anderem davon ab, wie viele Personen versichert werden und ob Grund- und Zusatzversicherung beim gleichen Anbieter abgeschlossen werden.
 
Gibt es Nachteile, wenn die Familie nicht bei der gleichen Krankenkasse ist?
Sind die Familienmitglieder in der Grundversicherung bei unterschiedlichen Krankenkassen versichert, bedeutet dies lediglich ein etwas höherer administrativer Aufwand, da zum Beispiel die Rückforderungsbelege an verschiedene Kassen geschickt werden und die Rechnungen an verschiedene Anbieter bezahlt werden müssen.
 
Anders sieht es bei den freiwilligen Zusatzversicherungen aus. In diesem Bereich sind die Anbieter frei in der Ausgestaltung der Leistungen und Preise und es ist ihnen auch erlaubt, einen Admininistrativzuschlag zu erheben, wenn Grund- und Zusatzversicherungen über verschiedene Anbieter abgeschlossen werden.
 
 
Bezahle ich für jedes Kind Franchise und Selbstbehalt?
Familien müssen sich an den Gesundheitskosten ihrer Kinder beteiligen. Bei Kindern beträgt die Standardfranchise allerdings 0 Franken, daher fallen hier bei einer Behandlung keine Kosten an. Wahlfranchisen gibt es zwar auch für Kinder. Diese lohnen sich aber in der Regel nicht, da die Rabatte wenig attraktiv sind und Kinder häufig zum Arzt gehen.
 
Wie bei den Erwachsenen sind auch Kinder verpflichtet, 10 Prozent Selbstbehalt für Behandlungen zu zahlen. Im Gegensatz zu den Eltern, wo der Maximalbetrag 700 Franken pro Jahr beträgt, sind es bei Kindern maximal 350 Franken pro Jahr. Wer zwei oder mehr Kinder hat, muss nicht mehr als 700 Franken Selbstbehalt für die Kinder zahlen, wenn sie bei der gleichen Kasse versichert sind.
 

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