Frau bläst Schnee aus ihren Handschuhen
Zürich, 11.01.2019

Im ersten Monat des Jahres macht sich in vielen Portmonees das sprichwörtliche Januarloch bemerkbar, nach den Weihnachtsfestivitäten und angesichts der happigen Ferienausgaben. Der Januar ist auch der Monat der guten Vorsätze für das neue Jahr. Eine gute Zeit, um sich mit einigen finanziellen Dingen zu beschäftigen. Verivox hat die wichtigsten Punkte zusammengetragen, um welche Sie sich Anfang Jahr kümmern sollten.

Viele Leute verbinden den Januar mit dem sprichwörtlichen Loch im Geldbeutel. Dabei ist umstritten, ob es dieses Phänomen tatsächlich gibt, oder ob es sich dabei um einen Mythos handelt. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, im Januar genauer auf die finanzielle Situation zu schauen. Wir haben einige Themen gesammelt, mit denen man sich Anfang Jahr beschäftigen sollte.

Kündigungsfristen von laufenden Verträgen notieren

Krankenkasse, Handy oder Netflix – wir alle haben Verträge und Abos, welche wir regelmässig bezahlen müssen. Bei den unterschiedlichen Laufzeiten und Abrechnungsdaten kann man leicht den Überblick verlieren. Manche Rechnungen, zum Beispiel von Zeitungen oder Zeitschriften, müssen nur einmal im Jahr bezahlt werden. Andere hingegen verursachen zwar monatliche Kosten, haben aber ein fixes Kündigungsdatum – wie beispielsweise ein Handy-Abo.
Da lohnt es sich, Anfang Jahr zu überlegen, welche Verträge man laufen hat und welche man im Laufe des Jahres verlängern möchte. Lese ich die abonnierte Sportzeitschrift eigentlich noch, oder landet sie immer direkt im Altpapier? Wann läuft mein Handy-Vertrag aus? Wie lange läuft eigentlich meine Autoversicherung noch?
Wenn Sie einen Vertrag gefunden haben, den Sie in diesem Jahr kündigen oder wechseln möchten, dann machen Sie sich am besten einen kurzen Eintrag im Kalender. Vor Ablauf der Kündigungsfrist und praktischerweise auf dem Handy mit Erinnerungsfunktion, so dass Sie rechtzeitig daran erinnert werden, wenn der Vertrag gekündigt werden muss.

Für alle in der Schweiz wohnhaften Personen gleich ist übrigens das Kündigungsdatum für die obligatorische Grundversicherung der Krankenkasse: Spätestens am letzten Arbeitstag im November muss das Kündigungsschreiben bei der alten Krankenkasse eingetroffen sein, wenn man die Krankenkasse wechseln möchte. Die neuen Prämien für das nächste Jahr werden jeweils zwischen Ende September und Anfang Oktober veröffentlicht. Dann können Sie bei Verivox die Prämien vergleichen und schauen, welches die richtige Krankenkasse für Sie ist.
Wichtig zu wissen: Für die Zusatzversicherung gelten andere Kündigungsfristen – in der Regel 3 Monate, bei einigen Krankenkassen (beispielsweise Assura und Groupe Mutuel) sogar 6 Monate. Wer seine Zusatzversicherung wechseln möchte, der muss den alten Vertrag also in der Regel schon vor Ende September kündigen. Aber Achtung: Im Falle eines Wechsels erst kündigen, wenn Ihnen die Aufnahme in die neue Zusatzversicherung bestätigt worden ist. Um für den Fall vorzubeugen, dass der neue Zusatzversicherer Sie aus welchen Gründen auch immer ablehnt.

Zinsen und Gebühren für das Konto vergleichen

Auch 2019 wird es auf Sparkonten kaum Zinsen geben. Die Schweizerische Nationalbank hält an ihrer Strategie der Negativzinsen fest und Privatkunden können froh sein, wenn sie überhaupt noch einen Ertrag für ihr Geld erhalten. Je tiefer die Zinsen, desto grösser fallen die Gebühren ins Gewicht. Und hier zeigt die Tendenz eher nach oben. Die Postfinance erhebt per 1. Januar 2019 von vielen Kunden, welche bisher von einem kostenlosen Konto profitiert haben, eine Gebühr. Und die Credit Suisse, deren Gebühren zu den höchsten in der Schweiz gehören, hat Anfang Jahr die Zinsen auf ihren Banking-Paketen Bonviva gesenkt.
Um die Kosten für die Geldverwahrung zu senken, kann es sich also lohnen, verschiedene Banken zu vergleichen und sein Geld zu einem anderen Anbieter zu verschieben. Verivox hat die unterschiedlichen Angebote der grössten Schweizer Banken verglichen.

In die 3. Säule einzahlen

Die 3. Säule ist eine attraktive Möglichkeit, um für das Alter vorzusorgen und gleichzeitig Steuern zu sparen. Wer seine Säule 3a auf einem Sparkonto hat, für den lohnt es sich, den Maximalbetrag so früh wie möglich einzuzahlen. Im Jahr 2019 ist dieser für Erwerbstätige mit einer Pensionskasse neu 6826 Franken. Wer den gesamten Betrag bereits im Januar auf das 3a-Konto einzahlt, profitiert länger von den Zinsen.
Eine Alternative zum Sparkonto sind Anlagefonds der 3. Säule. Dabei wird das Geld in Aktien und andere Anlagen investiert, und der Anleger profitiert langfristig von der Wertentwicklung der Fondsanteile. Beim heutigen Tiefzinsumfeld ist dies besonders interessant, weil an der Börse in der Vergangenheit deutlich höhere Renditen erzielt werden konnten. Auch wer sein Geld in einen 3a-Anlagefonds investiert, kann den gesamten Betrag Anfang Jahr einzahlen. Dabei folgt man der Devise: „time in the market > timing the market” – also der Annahme, dass die Rendite umso höher ist, je länger man im Markt investiert ist, weil man den perfekten Einstiegszeitpunkt sowieso nie trifft. Wer vor einer hohen Volatilität an den Börsen Angst hat, der kann auch übers Jahr verteilt investieren. Beispielsweise kann man einen monatlichen Dauerauftrag einrichten, um in den 3a-Anlagefonds zu investieren. So gleicht man den durchschnittlichen Kaufpreis der Fondsanteile übers Jahr gesehen aus (sogenannte Durchschnittspreismethode) und wirkt damit der Volatilität entgegen.

Steuern frühzeitig einzahlen

Wer seine Steuern frühzeitig einzahlt, profitiert in vielen Kantonen von einem Zins auf den einbezahlten Betrag. Im Kanton Zürich beispielsweise liegt dieser Vergütungszins bei 0.5%. Für einen Steuerbetrag von 10´000 Franken sind das immerhin 37.50 Franken bis zum Stichtag am 30.9., wenn man den Betrag gleich Anfang Jahr einbezahlt. Das ist zwar nicht viel, aber immer noch mehr als auf den meisten Sparkontos.
Die Steuern frühzeitig einzuzahlen hat ausserdem einen psychologischen Vorteil: Die wohl unangenehmste Rechnung des Jahres ist frühzeitig vom Tisch.

Tipp: Ein Budget hilft beim Sparen

Der Januar ist auch der Monat der guten Vorsätze. Mehr Sport treiben? Weniger Süsses essen? Die Eltern häufiger anrufen? Hier noch ein kleiner Tipp für einen Vorsatz, der Ihnen finanzielle Vorteile bringt.Ein persönliches Budget ist der beste Weg, um Geld zu sparen. Wer weiss, wo das hart erarbeitete Geld ausgegeben wird, kann an den Ausgaben schrauben. Wieso notieren Sie nicht den ganzen Januar durch sämtliche Ausgaben? Von grossen Posten wie der Miete bis hin zum Kaugummi am Kiosk. Wenn der Januar durch ist, setzen Sie sich hin und gruppieren die Ausgaben nach Kategorien. Manchmal ist es erstaunlich, wenn man sieht, wo man überall Geld ausgibt. Wenn man erst einmal einen Überblick über die Ausgaben hat, kann man entscheiden, ob man vielleicht auf den einen oder anderen Coffee to go verzichten möchte. Diverse Budget Apps für iOS und Android helfen dabei, diesen Vorsatz in die Tat umzusetzen.

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