Frau surft im Web mit Smartphone
Zürich, 24.02.2017

Nur noch 1 Abo. Swisscom setzt auf «inOne» als Abo für alles. Das Konsumenten-Portal Verivox hat zusammengestellt, was sich ändert.

In Zukunft gibt es von Swisscom mit «inOne» nur noch ein Abo für alles. Konkret: Im «inOne»-Abo sind für unterwegs Mobilfunk und für zu Hause Internet, TV und Festnetz enthalten.  Die Kunden können sich im Baukasten-Prinzip ihr persönliches Angebot zusammenstellen. Ralf Beyeler, Telecom-Experte beim Konsumenten-Portal Verivox, erklärt: «Es ist wie im Restaurant. Bisher gab es nur Menüs, die fest zusammengestellt waren. Mit dem neuen Angebot von Swisscom können sich die Konsumenten à la carte die gewünschten Dienste zusammenstellen.»

Die einzige Einschränkung: Das Festnetz- und/oder TV-Abo gibt es nur, wenn der Kunde auch Internet von Swisscom bezieht. Gut ist, dass Kunden, die nur einen Festnetz-Anschluss wollen, diesen weiterhin ausserhalb des «inOne»-Angebots von Swisscom erhalten.

Was ändert sich?
Viele Kunden werden sich jetzt fragen, was sich ändert. Sollen sie beim bisherigen «Vivo»- bzw. «Infinity»-Abo bleiben oder wechseln? Pauschal kann man diese Frage nicht beantworten. Das Konsumenten-Portal Verivox hat sich das neue Produktsortiment genauer angesehen.

Mobilfunk-Abos: kaum Änderungen
Kaum Änderungen gibt es beim Mobilfunk-Produkt. Statt «Natel Infinity» heisst die Produktreihe neu «inOne Mobile».

Die wichtigsten Änderungen bei «inOne Mobile» im Vergleich zu «Natel Infinity 2.0»:

  • Im Abo sind mehr Roaming-Inklusivleistungen enthalten. Neu können die Konsumenten in 160 Länder ausserhalb Europas kostenlos SMS verschicken.
  • Für die Internet-Nutzung in über 160 Ländern ausserhalb Europas stehen bescheidene 100 MB zur Verfügung. Dies gilt für die Abos «inOne Mobile XS, S, M und L».
  • Bei den «inOne Mobile XS, S und M»-Abos wurde die Geschwindigkeit verdoppelt. Mit «inOne Mobile XS» erhält der Kunde 2 MBit/s im Downstream, mit «inOne Mobile M» 100 MBit/s im Downstream.

Die neuen «inOne Mobile»-Abos sind 1 Franken teurer als die bisherigen «Natel Infinity 2.0»-Abos. Lediglich das XS-Abo bleibt gleich teuer.

Die Vorteile der neuen Handy-Abos gegenüber den bisherigen sind eher gering. Ein Wechsel kann sinnvoll sein, wenn man auch die Produkte für zu Hause (Internet, TV, Fixnet) optimiert und damit von einem höheren Rabatt als bisher profitieren kann. Kunden mit einem «Natel Infinity 2.0 M»-Abo sollten einen Wechsel auf das neue «myOne Mobile S»-Abo prüfen. Mit 20 MBit/s bietet dieses Abo eine für die meisten Kunden ausreichend schnelle Internet-Geschwindigkeit. Der Kunde kann dadurch 19 Franken sparen.

Auch bei den «Light»-Abos gibt es Änderungen. Bisher bot Swisscom zwei «Light»-Abos an, ab April nur noch ein einziges. Auf den ersten Blick springt die um 14 Franken niedrigere Grundgebühr ins Auge. Doch leider hat Swisscom die Leistung massiv gekürzt. Im bisherigen «Natel Light S»-Abo waren monatlich 60 Minuten auf Fremdnetz-Handys inbegriffen. Mit dem neuen «inOne Mobile light»-Abo bezahlen Kunden für Anrufe auf Fremdnetz-Handys pro Minute 40 Rappen.

Verivox hat die Mobilfunk-Abos verglichen 

 

Festnetz, Internet und TV zu Hause

Grösser sind die Änderungen bei den Angeboten für zu Hause. Hier kommt das neue Baukastensystem zum Tragen.

In allen bisherigen «Vivo»-Paketen war eine Flatrate für Anrufe in die Schweiz inklusive, in den teureren Paketen auch eine Flatrate für Anrufe in zahlreiche Länder. Auf Wunsch konnten Swisscom-Kunden bereits bisher auf den Festnetz-Anschluss verzichten.

Neu gibt es drei Festnetz-Module:

  • Telefonie S: Kostet 5 Franken im Monat. Swisscom verrechnet für jede Minute eine Gebühr.
  • Telefonie M: Kostet 15 Franken im Monat. Die Kunden können beliebig lang alle Schweizer Festnetz- und Mobilfunk-Anschlüsse zum Pauschalpreis anrufen.
  • Telefonie L: Kostet 35 Franken im Monat. Neben Anrufen auf alle Schweizer Festnetz- und Mobilfunk-Anschlüsse sind auch Anrufe in zahlreiche Länder inklusive. Dazu gehören insbesondere EU-Länder.

Bisher bietet Swisscom den Internet-Anschluss in nicht weniger als sieben verschiedenen Varianten an. Der langsamste Internet-Zugang bietet 20 MBit/s, der schnellste 1 GBit/s.

Neu gibt es nur noch drei Internet-Module:

  • Internet S: 40 MBit/s für 60 Franken.
  • Internet M: 100 MBit/s für 80 Franken.
  • Internet L: 1 GBit/s für 90 Franken.

Verivox hat die Internet-Abos verglichen

Beim TV-Abo sind die Änderungen gering. Bisher gab es drei Produkte. In jedem «Vivo»-Paket konnte der Kunde aus zwei Produkten auswählen. Im Grossen und Ganzen übernimmt Swisscom die bisherigen Produkte und benennt diese um. Wichtigste Änderung: Bei zwei Produkten wurde die Aufnahmezeit des Videorecorders verdoppelt. Der Videorecorder läuft übrigens in der Cloud.

Es gibt neu folgende drei TV-Module:

  • Swisscom TV S: Ermöglicht den Empfang von 100 TV-Sendern, davon 60 in HD. Als Komfortfunktion wird die Live-Pause angeboten. Es gibt weder Videorecorder noch Replay-TV. Die Grundgebühr beträgt 5 Franken.
  • Swisscom TV M: Bietet 270 TV-Sender, davon 120 in HD. Konsumenten erhalten einen Videorecorder mit 120 Stunden Aufnahmezeit. Ausserdem können sie 7 Tage im Fernsehprogramm zurückspulen (Replay-TV). Die Grundgebühr beträgt 25 Franken im Monat.
  • Swisscom TV L: Bietet 300 TV-Sender, davon 160 in HD. Mit 2400 Stunden hat Swisscom derzeit den grössten Videorecorder auf dem Schweizer Markt. 7 Tage Replay-TV ist im Paket ebenfalls enthalten. Die Grundgebühr beträgt 35 Franken im Monat.

Verivox hat die TV-Abos verglichen

Festnetz, Internet, TV: Rechnet sich ein Wechsel?
Viele Swisscom «Vivo»-Kunden können mit einem Wechsel zu «inOne» sparen. Insbesondere «Vivo XS»-Kunden bezahlen aber oft mehr als bisher. Eine minimale Preiserhöhung gibt es für manche «Vivo M»-Kunden: Wer Internet und das TV-Abo mit dem grossen Videorecorder hat, bezahlt neu 115 Franken statt bisher 114 Franken.

Sparen können vor allem Kunden, die Dienstleistungen im «Vivo»-Paket haben, welche sie nicht benötigen. Zum Beispiel Kunden, welche einen schnellen Internet-Zugang nur deshalb haben, weil sie einen grossen Videorecorder möchten. Das kostete bisher 114 Franken im Monat. Neu kann der Kunde einen langsamen Internet-Zugang und das TV-Modul mit einem grossen Recorder nehmen. Der Preis beträgt dann 95 Franken monatlich.

Ralf Beyeler, Telecom-Experte beim Konsumentenportal Verivox

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