Gruppe Frauen schaut auf ein Mobiles Handy am Strand
Zürich, 13.06.2017

Was zahlen Konsumenten, wenn sie ausserhalb von Europa ihr Smartphone nutzen? In vielen beliebten Ferienländern ist Roaming immer noch extrem teuer. Das Konsumenten-Portal Verivox sagt, wie viel die Schweizer im Vergleich zu den Nachbarländern zahlen. Ausserdem erfahren Sie, bei welchem Anbeiter Sie mehrere tausend Franken blechen müssen.

Das Konsumenten-Portal Verivox hat berechnet, welche Kosten für Schweizer, Deutsche, Franzosen, Italiener und Österreicher für das Roaming anfallen. Als Destination wurden die fünf beliebten Reiseländer Australien, Brasilien, Südafrika, Thailand und USA ausgewählt.

Verivox hat anhand von zwei Profilen die Kosten berechnet. Beide Profil-Konsumenten machen 14 Tage Ferien. Der «Wenignutzer» verwendet das Smartphone an vier Tagen, führt drei Gespräche nach Hause, wird dreimal angerufen und überträgt 100 MB Daten. Der «Vielnutzer» ruft zehnmal in der Heimat an und wird zehnmal angerufen. Ausserdem versurft er 500 MB.

USA: Von Schnäppchen bis Abzocke
Beim Blick in die Resultate fällt auf, dass Roaming in den USA meistens günstiger ist als in den anderen untersuchten Ländern. So zahlt der «Wenignutzer» beim italienischen Anbieter Wind gerade mal 11 Franken. Salt verrechnet 18, Sunrise 24 und Swisscom 30 Franken. Es geht aber auch viel teurer: Der französische Anbieter Bouygues verlangt vom Kunden 345 Franken, der österreichische Anbieter Drei sogar 573 Franken.

Der «Wenignutzer» zahlt in den Ländern Australien, Brasilien, und Thailand jeweils beim italienischen Anbieter Wind mit 22 Franken am wenigsten. Für Südafrika ist der italienische Anbieter Tre mit 24 Franken am günstigsten. Die Schweizer Anbieter verrechnen in allen vier Feriendestinationen den gleichen Preis. Swisscom verlangt 30, Sunrise 55 und Salt 82 Franken.

Australien, Brasilien, Südafrika, Thailand: Schweizer Anbieter im Mittelfeld
Grosse Unterschiede gibt es auch beim «Vielnutzer». In den USA zahlen die Kunden des günstigsten Anbieters Orange (Frankreich) nur 32 Franken für die Smartphone-Nutzung. Im Mittelfeld befinden sich die Schweizer Anbieter Salt mit 56 und Sunrise mit 57 Franken. Swisscom ist mit 75 Franken etwas teurer. Auch bei diesem Profil fällt der österreichische Anbieter Drei mit extrem hohen Preisen auf: 2’827 Franken muss der Kunde für die intensive Nutzung seiner Handys in den USA blechen. «Unglaublich! Damit verlangt Drei 88 Mal so viel wie der französische Anbieter Orange. In der Realität dürfte der Kunde bei so hohen Preisen das Smartphone schnell zur Seite zu legen», kommentiert Ralf Beyeler, Telecom-Experte beim Konsumenten-Portal Verivox das Resultat.

Auch in seinen Ferien in Australien, Brasilien, Südafrika und Thailand erhält der «Vielnutzer» inzwischen bei vielen Anbietern Roaming zu bezahlbaren Preisen. Am günstigsten ist mit Ausnahme von Thailand der italienische Anbieter Tre mit 55 Franken. In Thailand sind Vodafone (Deutschland) und TIM (Italien) mit 66 Franken am günstigsten. Ebenfalls bezahlbar ist das Roaming für die Kunden der Schweizer Anbieter: Swisscom verlangt mit 75 Franken (Australien) bzw. 90 Franken (Brasilien, Südafrika, Thailand) am wenigsten, Sunrise ist mit 148 Franken gut doppelt so teuer. Salt berechnet mit 299 Franken viermal so viel wie die Swisscom.

Kunden der französischen Anbieter Bouygues, Free und SFR sowie der österreichischen Anbieter Drei und T-Mobile hingegen lassen das Smartphone besser zu Hausse. Der teuerste Anbieter T-Mobile kostet rund 8'600 Franken. Bei solchen Preisen werden die Kosten für Hotel und Flug zu Nebenkosten degradiert.

Fazit: Die riesigen Preisunterschiede sind erstaunlich. Für einige Kunden aus unseren Nachbarländern ist Roaming in den ausgewählten beliebten Ferienländern schlicht unbezahlbar. Einige Anbieter haben offenbar immer noch nicht verstanden, dass sich viele Konsumenten auch im Ausland nicht einschränken wollen. Diese Kunden haben nur drei Möglichkeiten: Smartphone ausschalten, Anbieter wechseln oder vor Ort eine Prepaid-Karte kaufen.

Gut haben es die Kunden der drei grossen Schweizer Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt: Alle bieten inzwischen bezahlbares Roaming in den untersuchten Ferienländern an. Trotz allem: Es gibt weiterhin Länder, in denen auch Schweizer Kunden das Smartphone besser ausschalten. Die Karibikinsel Kuba ist so ein Beispiel. 

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