Urlaub mit dem Auto
Zürich, 30.06.2016

Tipp 1: Kontrollieren Sie die Gültigkeit der grünen Karte

Die Grüne Karte ist ein Versicherungsdokument. Es bestätigt eine gültige Haftpflichtversicherung. Die Karte wird von 46 mehrheitlich europäischen Versicherungsbüros herausgegeben. Kontrollieren Sie vor der Fahrt ins Ausland die Gültigkeit. Denn die Karte gilt für ein bestimmtes Auto. Und nicht für eine bestimmte Person.

Tipp 2: Packen Sie das europäische Unfallprotokoll ein.

Das europäische Unfallprotokoll sieht in den meisten europäischen Ländern ähnlich aus wie in der Schweiz. Sie können die Schweizer Version deshalb gut als Vorlage nehmen, wenn Sie ein Protokoll in einer anderen Sprache ausfüllen müssen.

Tipp 3: Lassen Sie Unfälle von der Polizei aufnehmen.

Bei einem Unfall im Ausland sollten Sie stets die Polizei rufen und eigene Fotos machen.

Tipp 4: Unterschreiben Sie nichts.

Bewahren Sie bei einem Unfall kühlen Kopf und unterschreiben Sie keine voreiligen Schuldgeständnisse. Ein solches Geständnis hat zwar in der Schweiz keine Gültigkeit, kann Ihnen aber im Ausland einige Scherereien einbringen. Unterschreiben Sie deshalb auch keine Dokumente - erst recht, wenn Sie den Text nicht verstehen. Für die Rechtssprechung gilt grundsätzlich das Gesetz des Landes, in welchem der Unfall passiert ist. Ausnahme: Zwei Fahrzeuge mit Schweizer Nummernschildern verursachen im Ausland einen Crash. In diesem Fall können Sie den Schaden nach Schweizer Recht regeln.

Tipp 5: Wählen Sie die Werkstatt je nach Schaden und Fahrzeug.

Machen Sie bei schwerwiegenden Unfällen die Wahl der Werkstatt vom Schaden und vom Fahrzeug abhängig. Bei einem kleinen Auto mit 175’000 Kilometern fahren Sie unter Umständen in der kleinen Hinterhofgarage am besten. Bei neuen Fahrzeugen und komplexen Schäden, zum Beispiel an der Elektronik, lohnt sich der Gang zur offiziellen Markenvertretung. Hier können Sie auch im Ausland sicher sein, dass gewisse Standards eingehalten werden.

Tipp 6: Ziehen Sie einen deutschsprachigen Anwalt bei.

Das Schweizer Versicherungsrecht kann nicht 1:1 ins Ausland übertragen werden. In vielen Ländern fällt es deutlich zu ungunsten des Unfallopfers aus. In Frankreich übernimmt die Versicherung des Unfallverursachers zum Beispiel keine Kosten für Anwälte und Sachverständige – weder für Versicherungsnehmer noch für Geschädigte.

Bei grösseren Schäden lohnt es sich deshalb, einen deutschsprachigen Anwalt beizuziehen. Den Kontakt stellt die eigene Rechtsschutzversicherung her. Den Regulierungsbeauftragten der Versicherung des Unfallgegners erfahren Sie beim Zentralruf der Autoversicherer. Grundsätzlich ist es möglich, ausländische Versicherungen aus der Schweiz zu verklagen. Ein Schweizer Anwalt wird sich aber in den seltensten Fällen gleich gut mit den Gesetzen im Unfallland auskennen wie ein lokaler Rechtsanwalt.

Tipp 7: Rechnen Sie Schäden über die Teilkasko ab.

Auch wenn Sie den Regulierungsbeauftragten gefunden haben, kann es unter Umständen ziemlich lange dauern, bis das Geld der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners bei Ihnen eintrifft. Die EU sieht dazu eine maximale Dauer von 3 Monaten vor. Damit Sie nicht so lange warten müssen, sollten Sie stets mit einer guten Kasko-Versicherung in den Urlaub fahren. Die Kasko-Versicherung kommt für die notwendigen Reparaturen auf und gleicht den Aufwand später direkt mit der Haftpflicht aus. Aus diesem Grund müssen Sie auch nicht mit einem Prämienanstieg rechnen, obwohl Sie die Kasko-Versicherung in Anspruch genommen haben.

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