Hands counting coins
Zürich, 30.11.2018

Mit der 3. Säule sparen Schweizerinnen und Schweizer privat für ihre Altersvorsorge. Angesichts sinkender Leistungen der ersten und zweiten Säule wird die persönliche Vorsorge immer wichtiger. Das Sparen mit der 3. Säule bietet steuerliche Vorteile und angesichts des häufig langen Anlagehorizonts die Chance auf gute Renditen. Wegen der anhaltend tiefen Zinsen auf Sparkontos lohnt es sich auch bei der 3. Säule, auf Aktien zu setzen. Verivox.ch hat die zurzeit besten Angebote auf dem Markt herausgesucht.

Einzahlungen in die Säule 3a sind gesetzlich geregelt und es gibt einen maximalen Betrag, welcher jedes Jahr eingezahlt werden darf. Für Angestellte gilt im Jahr 2018 ein Maximalbetrag von 6´768 Franken. Personen, die keiner Pensionskasse angeschlossen sind, dürfen maximal 20% des Nettoerwerbseinkommens – jedoch höchstens 33´840 Franken – einzahlen. Der einbezahlte Betrag darf in der Steuererklärung für das Jahr 2018 vom Einkommen abgezogen werden.
Um von der Steuerersparnis profitieren zu können, muss der Betrag bis spätestens am 31.12. auf dem 3a-Konto eingetroffen sein. Dabei gilt es zu beachten, dass viele Banken über die Feiertage Zahlungen verzögert vornehmen. Verivox empfiehlt, die Einzahlung bis spätestens am 21.12. vorzunehmen, damit das Geld noch in diesem Jahr gutgeschrieben wird. Dies ist wichtig, weil Einzahlungen für die 3. Säule nicht rückwirkend gemacht werden können.

Vorsorgekontos 3a – Zinsen werden vollständig durch die Inflation aufgefressen

Wegen der historisch tiefen Zinsen der Schweizerischen Nationalbank wird auch auf Sparkonten immer weniger Zins gezahlt. Für Geld auf dem 3a-Konto gibt es etwas mehr Ertrag als auf einem gewöhnlichen Sparkonto. Im Vergleich zu vor einigen Jahren gibt es aber auch auf den Vorsorgekonten immer weniger Zins. Verivox.ch hat die Angebote der grössten Schweizer Banken verglichen – die Zinsen liegen zwischen 0.15% bei der Valiant Bank und 0.30% bei der Migros Bank. Einige kleine Banken geben etwas mehr Zins, so etwa die CA next bank mit 0.70% oder die Banca Stato mit 0.75%. Dabei gilt allerdings die Einschränkung, dass diese Angebote nur möglich sind, wenn man auch ein Privatkonto bei der jeweiligen Bank hat.

Anbieter / Produkt Zins Besonderheiten
Banca Stato Risparmio 3 0.75% Voraussetzung: Privatkonto
CA next bank Vorsorgesparen 3a 0.70% Voraussetzung: Privat- und Sparkonto
Migros Bank Vorsorgekonto 3a 0.30% 15 CHF Kosten für Kontosaldierung
Raiffeisen Vorsorgekonto 3a 0.30% Zinssatzempfehlung Raiffeisen Schweiz
St. Galler Kantonalbank Sparen-3-Konto 0.30%
Bank Cler (ehemals Bank Coop) Vorsorgekonto 3 0.25% 3 CHF Kosten für Kontosaldierung
Basler Kantonalbank Sparen-3-Konto 0.25% 20 CHF Kosten für Kontosaldierung
Banque Cantonale Vaudoise Compte Epargne 3 0.20% 6 Monate Kündigungsfrist
Postfinance Vorsorgekonto 3a 0.20%
UBS Vorsorgekonto 3a 0.20%
Credit Suisse 3. Säule Vorsorgekonto 0.20%
Zürcher Kantonalbank Sparen-3-Konto 0.15%
Valiant Bank PRIVOR Vorsorgekonto 3a 0.15%
Baloise Bank SoBa INVEST Sparen 3 0.10%
Alternative Bank Schweiz ABS 3-Vorsorgekonto 0.03%

Wenn man die Zinssätze der 3a-Konten mit der Teuerung vergleicht, dann ergibt sich ein wenig erfreuliches Bild. Die durchschnittliche Inflation in der Schweiz für das Jahr 2018 beträgt 0.96%.* Egal bei welcher Bank man sein Vorsorgegeld parkiert hat: Durch die Inflation verliert man jedes Jahr ein wenig Geld. Dies ist umso ärgerlicher, als man die 3. Säule im Normalfall erst bei der Pensionierung beziehen kann. Jedes Jahr zehrt die Teuerung ein wenig vom Vermögen.

Bei langfristigem Anlagehorizont lohnt sich ein 3a-Vorsorgefonds

Aber welche Alternativen gibt es zu den niedrigen Sparzinsen auf den 3a-Konten? Die einfache Antwort ist: Aktien. Eine Studie der Banque Pictet für die Schweiz** hat ergeben, dass Schweizer Aktien zwischen 1927 und 2017 im Durchschnitt eine jährliche Wertsteigerung von 7.58% ergeben haben, und dies nach Herausrechnen der Inflation. Diese Werte beziehen sich auf die Vergangenheit. Niemand kann sagen, wie unsere Zukunft aussieht, also sind vergangene Aktienrenditen auch keine Garantie für zukünftige Renditen. Wer in Aktien investiert, geht immer ein gewisses Risiko ein. Umso wichtiger ist es, sich gut zu informieren, bevor man sein Geld in Aktien anlegt.

Beim Anlegen in 3a-Fonds macht Verivox.ch folgende grundsätzliche Empfehlungen:

  • Anlagefonds lohnen sich nur für einen längeren Anlagehorizont. Die durchschnittliche Rendite, die oben beschrieben wurde, bezieht sich auf einen Zeitraum von über 90 Jahren. In dieser Zeit kam es zu einigen Kriegen und Krisen, in denen die Aktienkurse auch mal 37% gefallen sind. Erst durch die lange Anlagedauer gleicht sich das Risiko von Kursauschlägen wieder aus. Verivox.ch empfiehlt einen Anlagehorizont von mindestens 10-15 Jahren. Wer 50 Jahre und jünger ist und das Geld der 3. Säule erst mit 65 beziehen möchte, kann durchaus in Aktien anlegen. Ab ca. dem 50. Altersjahr sollte man anfangen, ein Auge auf die wirtschaftliche Lage zu werfen. Je nach persönlicher Risikotoleranz und finanzieller Planung der Pensionierung kann es ratsam sein, den Aktienanteil zu reduzieren.
  • Auf möglichst tiefe Gebühren achten. Fonds sind Bündel von Wertpapieren wie beispielsweise Aktien und Obligationen. Für die Verwaltung verlangt die Bank Gebühren. Diese sind in jedem Jahr zu bezahlen, auch wenn die Börsen gerade schlecht laufen. Es lohnt sich also, die Gebühren möglichst tief zu halten. Während die Performance von Wertpapieren nicht vorherbestimmt werden kann, sind die Gebühren fest gegeben. Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Normalerweise finden Sie diese Informationen im Produktkatalog des Fonds, häufig „Factsheet“ genannt, auf der Homepage. Wenn nicht, fragen Sie ihre Bank danach, bevor Sie sich für einen Fond entscheiden.
  • Breit diversifiziert investieren. Unter Diversifikation versteht man das Aufteilen des Geldes auf möglichst viele Anlageklassen, wie beispielsweise Bargeld, Obligationen, Immobilien, Aktien. Die Idee ist, sein Risiko zu verteilen, weil man davon ausgeht, dass die unterschiedlichen Anlagen nicht immer gleich gut rentieren. Auch innerhalb einer Anlageklasse kann man diversifizieren. Wer nur Aktien von einem einzigen Unternehmen kauft, geht ein grösseres Verlustrisiko ein, als wenn man Aktien von verschiedenen Firmen kauft. Historisch gesehen sind Aktien die Anlageklasse mit der höchsten Rendite. Umso wichtiger ist es, das Aktienportfolio möglichst breit zu streuen. Je breiter diversifiziert man ist, desto geringer ist das Verlustrisiko über die gesamte Investition hinweg. Die 3a-Fonds sind in der Schweiz gesetzlich reguliert und es gibt strenge Vorschriften, weshalb diese Produkte in der Regel gut diversifiziert sind. Die 3a-Fonds enthalten deswegen immer einen gewissen Mindestanteil an Schweizer Aktien. Wer möchte, kann darüber hinaus noch weiter diversifizieren und den Anteil an weltweiten Aktien erhöhen. Eine globale Diversifizierung reduziert das Risiko des Heimmarktes, in unserem Fall also die Möglichkeit, dass sich die Schweizer Wirtschaft schlechter entwickelt als die Weltwirtschaft.
  • Möglichst hohen Aktienanteil wählen. Bei einem langen Anlagehorizont (d.h. 10 Jahre und mehr) darf man durchaus ein höheres Risiko eingehen, da kurzfristige negative Schwankungen angesichts der langfristigen positiven Wertentwicklung wenig bedeutsam sind. Damit dieses Risiko auch entschädigt wird, wählt man am besten einen hohen Aktienanteil. Historisch gesehen erzielten Aktien gegenüber anderen Anlageklassen einen deutlich höheren Gewinn.

Die Schweizer Banken bieten inzwischen eine Vielzahl von 3a-Anlagefonds an. Die unterschiedlichen Angebote sind nicht immer leicht zu vergleichen. Das einzige objektive Kriterium, welches direkt verglichen werden kann, sind die Fonds-Gebühren.

Verivox.ch hat einen Vergleich der 3a-Vorsorgefonds der grössten Schweizer Banken erstellt. Dabei wurden folgende Annahmen getroffen:

  • Berücksichtigt werden nur Produkte mit einem Aktienanteil von mindestens 75%. Hat eine Bank mehrere Produkte, so wird das Produkt mit dem höchsten Aktienanteil berücksichtigt.
  • Berücksichtigt werden Fonds, die möglichst breit diversifiziert sind, im besten Fall global.
  • Die Liste ist nach den totalen Gebühren (Totalkosten inkl. TER und weiterer Gebühren) sortiert.
Anbieter Produkt Aktienanteil Totalkosten
VIAC Global 100 97% 0.53%
Zürcher Kantonalbank Swisscanto Vorsorge Fonds 75 Passiv VT CHF 75% 0.73%
Credit Suisse CSA Mixta-BVG Index 75 75% 0.78%
Banque CIC Swisscanto Vorsorge Fonds 75 Passiv VT CHF 75% 0.93%
Postfinance Pension 75 75% 0.98%
St. Galler Kantonalbank SGKB Vorsorge Wachstum 80% 1.15%
Bank Cler Vorsorgesparen Wachstum 75% 1.25%
Basler Kantonalbank Vorsorgen - Wachstum 75% 1.25%
UBS Vitainvest 100 World 95% 1.28%

Der Vergleich zeigt, dass noch nicht alle Banken einen Fonds mit hohem Aktienanteil im Angebot haben. Unter den grossen Schweizer Banken bieten etwa Banque Cantonale Vaudoise, Migros Bank, Raiffeisen oder Valiant keine 3a-Fonds mit einem Aktienanteil von über 75% an.

Bei den Vorsorgefonds der 3. Säule lassen sich zwei Gruppen erkennen:

  • Aktive Anlagefonds, bei denen ein Fondsmanager die Anlagen auswählt und versucht, eine optimale Rendite herauszuholen. Darunter fallen die oben aufgeführten Produkte der St. Galler Kantonalbank, der Bank Cler, der Basler Kantonalbank und der UBS. Die aktive Anlage führt zu deutlich höheren Gebühren von zwischen 1.15% und 1.28% pro Jahr.
  • Passive Anlagefonds, welche einen Vergleichsindex nachbilden. Da diese Fonds nicht aktiv angelegt werden, sondern das Geld gemäss einem vorgegebenen Schlüssel auf verschiedene Anlageklassen verteilen, sind die Verwaltungsgebühren tiefer. Zu diesen Produkten gehören die oben aufgeführten Anlagefonds der Postfinance, der Banque CIC, der Credit Suisse, der Zürcher Kantonalbank oder von VIAC. Die Gebühren liegen zwischen 0.53% und 0.98%.

Bei den passiven Vorsorgefonds bieten mehrere Banken den Fond „75 Passiv VT CHF“ von Swisscanto an – in unserem Vergleich beispielsweise die Zürcher Kantonalbank oder die Banque CIC. Auch wenn es sich bei diesem Produkt um den gleichen Fond handelt, so verrechnen die Banken unterschiedliche zusätzliche Gebühren. Deshalb kostet der gleiche Fond bei der ZKB nur 0.73% Gebühren, bei der Banque CIC dagegen 0.93%. Ein genaueres Hinschauen lohnt sich also in jedem Fall.
Eine Besonderheit im Vergleich ist VIAC. Dies ist ein relativ junges Angebot, welches in Zusammenarbeit mit der WIR Bank entwickelt wurde. Die Vorsorgegelder werden von der Terzo Vorsorgestiftung verwaltet und unterliegen den gleichen gesetzlichen Vorgaben wie die anderen Vorsorgefonds. Bei VIAC handelt es sich nicht um eine Bank im eigentlichen Sinne, sondern um eine App, welche 3a-Kontos anbietet. Mit 97% ist das Produkt Global 100 von VIAC auch dasjenige mit dem höchsten Aktienanteil in unserem Vergleich, bei gleichzeitig den tiefsten Gebühren von gerade einmal 0.53% jährlich.

*Quelle: https://de.inflation.eu/inflationsraten/schweiz/historische-inflation/vpi-inflation-schweiz-2018.aspx
**Quelle: https://www.group.pictet/media/1527/download

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