Gruppe Frauen schaut auf ein Mobiles Handy am Strand
Zürich, 12.04.2017

Seit dem 10. April 2017 gelten bei Salt neue Auslandstarife. Wie Berechnungen des Konsumenten-Portals Verivox zeigen, steigen damit die Preise für viele Kunden.

Derzeit herrscht Bewegung im Schweizer Telekommunikations-Markt. Vor einer guten Woche hat Swisscom ihre neuen Tarife für das Datenroaming veröffentlicht. Nun passt auch Salt ihre Roamingtarife an, allerdings nur für Gespräche und SMS. Salt ändert gleichzeitig auch die Tarife für Anrufe aus der Schweiz ins Ausland.

Die Analyse von Telecom-Experte Ralf Beyeler vom Konsumenten-Portal Verivox zeigt: Roaming wird bei Salt viel teurer. Die Änderungen betreffen den sogenannten Standardtarif, den die meisten Kunden haben. Dieser gilt für alle Kunden, die nicht ein Abo mit Inklusiv-Roaming oder eine Roaming-Option bestellt haben.

Verivox hat die wichtigsten Änderungen zusammengefasst:

In Deutschland, Frankreich und Italien kosten Anrufe in die Schweiz neu 1.79 Franken pro Minute. Das sind neun Rappen mehr als bisher. Ebenfalls 1.79 Franken pro Minute kosten Anrufe innerhalb desselben Landes. Das sind 69 Rappen oder 63% mehr als bisher. Wer in Deutschland, Frankreich oder Italien angerufen wird, bezahlt neu 79 Rappen pro Minute: Eine Erhöhung von 19 Rappen oder 32%.

In den meisten europäischen Ländern – darunter die Feriendestinationen Spanien, Portugal und Griechenland – kosten Anrufe innerhalb desselben Landes neu 1.99 Franken pro Minute. Das sind 79 Rappen oder 66% mehr als bisher. Einen Rappen pro Minute günstiger werden eingehende Anrufe (neu 79 Rappen) und Anrufe in die Schweiz (1.99 Franken).

In Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und Serbien kosten ankommende Anrufe mit 1.99 Franken doppelt so viel wie bisher. Auch Anrufe innerhalb desselben Landes werden massiv teurer: 2.99 statt 1.30 Franken. Leicht teurer sind Anrufe in die Schweiz: Statt 2.90 bezahlen die Kunden neu 2.99 Franken.

In einigen weiteren Ländern – darunter Australien, Brasilien und Südafrika – gibt es massive Preisänderungen. Deutlich günstiger werden Anrufe in die Schweiz: Statt 4.80 sind es neu 2.99 Franken pro Minute. Das sind 38% weniger als bisher. Innerhalb desselben Landes geführte Gespräche kosten neu 2.99 statt bisher 2.20 Franken: 79 Rappen mehr (+36%). Um einen Rappen günstiger werden ankommende Anrufe. Diese kosten neu 1.99 Franken pro Minute.

Übrigens: Nicht nur Gespräche werden teurer. Das Verschicken einer SMS im Ausland kostet neu 49 Rappen – egal aus welchem Land. Das sind vier Rappen mehr als bisher.

Die Einschätzung von Verivox: Die bisherigen Roamingpreise von Salt bzw. ihrer Vorgängerin Orange galten für die meisten Länder seit rund 15 Jahren. In dieser Zeit ist viel passiert. Insbesondere Swisscom und in kleinerem Rahmen auch Sunrise haben die Roamingpreise gesenkt. Unverständlich, dass Salt jetzt noch einen draufsetzt und die Preise so massiv erhöht.

Der Vergleich mit der Konkurrenz zeigt deutlich: Salt hatte bisher schon den teuersten Standard-Tarif der drei Schweizer Netzbetreiber. «Salt zielt mit dieser Preiserhöhung auf die bequemen Kunden, die sich nicht ständig Gedanken über ihre Tarife machen wollen. Die allermeisten Schweizer ticken so», erklärt Telecom-Experte Ralf Beyeler vom Konsumenten-Portal Verivox.

Der Konsument kann diese Preiserhöhung einfach umgehen: Man informiert sich bei Salt und kauft dann die passende Roamingoption. Mit dieser wird Telefonieren im Ausland sehr viel günstiger. Mühsam und kundenfeindlich ist, dass sie die Option nach den Ferien wieder abbestellen müssen.

Salt hat auch Abos im Angebot, in denen bestimmte Roamingdienstleistungen enthalten sind. Diese Abos lohnen sich aber vor allem für Kunden, die häufig im Ausland unterwegs sind.

Ralf Beyeler, Telecom-Experte beim Konsumenten-Portal Verivox

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