Familie mit zwei Kinder schaut fern.
Zürich, 18.05.2017

UPC hat seine TV- und Internet-Abos überarbeitet. Das Konsumenten-Portal Verivox hat die neuen Angebote analysiert und sagt, welche Kunden mehr bezahlen und wer sparen kann.

Der grösste Schweizer Kabelnetz-Betreiber hat seine TV- und Internet-Abos überarbeitet. UPC (früher Cablecom) bietet beide Dienstleistungen ausschliesslich als Kombi-Paket an. Neu können die Kunden flexibel entscheiden, wie sie diese Pakete zusammenstellen. So können sie die Geschwindigkeit des Internet-Anschlusses und das TV-Produkt wählen.

UPC bietet folgende drei Internet-Geschwindigkeiten an:

  • 50 MBit/s im Downstream und 5 MBit/s im Upstream

  • 200 MBit/s im Downstream und 20 MBit/s im Upstream

  • 500 MBit/s im Downstream und 50 MBit/s im Upstream

Die Kunden können folgende TV-Produkte wählen:

  • Basic TV: In dieser Variante empfangen die Kunden die Sender direkt über den Fernseher. Eine separate Empfangsbox (Set-Top-Box) ist dafür nicht notwendig. Das Angebot umfasst 80 Sender, davon 60 in HD-Auflösung.

  • Horizon TV: Bei dieser Variante schliesst der Kunde eine Empfangsbox (Set-Top-Box) an den Fernseher an. Der Kunde kann damit zeitversetzt Sendungen ansehen. Zu den Funktionen gehört Replay-TV über die letzten 7 Tage. Das Abo umfasst 140 Sender, davon 85 in HD-Auflösung.

  • Horizon TV mit Premium Plus: Zusätzlich zu den Funktionen von Horizon TV erhalten die Kunden den Zugang zur Film- und Serien-Flatrate MyPrime. Das Abo umfasst 180 Sender, davon 115 in HD-Auflösung.

Die Produktreihen heissen wie bisher «Connect» und «Connect & Play». 

Tabelle: Das kosten die neuen TV- und Internet-Abos

 

Internet 50/5

Internet 200/20

Internet 500/50

Basic TV

59

79

99

Horizon TV

79

99

119

Horizon TV mit Premium Plus

94

114

134

Auf Wunsch erhalten die Kunden einen Festnetz-Anschluss. Ohne Aufpreis gibt es einen Telefon-Anschluss, der nach Minuten abgerechnet wird. Für 10 Franken im Monat gibt es eine Flatrate für Anrufe ins Schweizer Festnetz und zu Schweizer Handys. Auch eine internationale Flatrate wird angeboten.

Fazit vom Verivox-Experten Ralf Beyeler: Gut ist, dass Kunden jetzt auch bei UPC wählen können, welche Dienstleistungen sie nutzen und bezahlen wollen. Bisher enthielt das grösste Paket den schnellsten Internet-Zugang und das grösste TV-Angebot. Ein Kunde, der schnelles Internet wollte, aber nur ein kleines Fernseh-Angebot, musste trotzdem für das grosse TV-Angebot bezahlen.

«Sunrise bietet bereits seit Jahren flexible Produkte. Die Swisscom folgte vor wenigen Wochen. Jetzt hat auch UPC verstanden, dass die Kunden ihre Abos nach ihren Bedürfnissen zusammenstellen wollen», erklärt Telecom-Experte Ralf Beyeler vom Konsumenten-Portal Verivox.

Der Vergleich mit den bisherigen Angeboten von UPC zeigt kein einheitliches Bild. In vielen Fällen bezahlt der Kunde gleichviel wie bisher. Manchmal sind die neuen Angebote teurer als bisher, manchmal auch billiger. Dazu ein paar Beispiele:

  • Wer nur einen langsamen Internet-Zugang möchte und kein TV-Abo benötigt, bezahlt mit «Connect 50» 59 Franken pro Monat. Eine Preiserhöhung von 10 Franken. Die Geschwindigkeit ist allerdings auch 10 MBit/s schneller als bisher.

  • Wer einen schnellen Internet-Zugang möchte, aber kein TV-Abo, bezahlt mit «Connect 500» neu 99 Franken pro Monat. Bisher verlangte UPC 20 Franken mehr.

  • Wer einen Internet-Zugang mit 200 MBit/s und ein TV-Abo mit Horizon ohne Premium-Sender möchte, bezahlte bisher 109 Franken. Das neue Angebot ist 10 Franken günstiger.

Bestehende Kunden werden nicht automatisch auf die neuen Tarife umgestellt. Kunden können jedoch auf die neuen Abos wechseln. Aber aufgepasst: Beim Wechsel beginnt die Mindestlaufzeit von vorne. Oft verrechnet UPC auch eine Aktivierungsgebühr von 59 oder 99 Franken. Lediglich wenn die Grundgebühr höher als bisher ist und UPC keine neuen Geräte verschickt, verzichtet der Anbieter auf die Aktivierungsgebühr.

Vergleich mit der Konkurrenz:
Die Angebote von UPC sind nicht günstig und kosten ungefähr gleich viel wie bei Swisscom und Sunrise. Allerdings: Ein Vergleich ist schwierig, weil sich die Produkte unterscheiden. So ist beim langsamsten Internet-Zugang von UPC die Geschwindigkeit für das Übertragen von Daten aus dem Internet etwas schneller als bei Swisscom und Sunrise. Allerdings ist die Geschwindigkeit für das Übertragen von Daten in das Internet bei UPC massiv langsamer als bei der Konkurrenz. Bei Swisscom und Sunrise können die Kunden wesentlich mehr Sendungen aufnehmen als bei UPC. Bei UPC sind es maximal 90 Stunden, bei Swisscom hingegen unglaublich hohe 2’400 Stunden. Siehe auch TV-Abos im Vergleich.

Fazit: UPC ist im Vergleich zur Konkurrenz zu teuer und bietet für das Geld zu wenig. Für Kunden, die in ihrer Wohnung Glasfasernetz nutzen können, gibt es preisgünstigere Alternativen. Insbesondere kleinere Anbieter wie 1A Speed, Iway oder Fiber 7 offerieren oftmals interessante Angebote. Pech haben Kunden ohne Glasfaser-Anschluss. Diese haben häufig schlichtweg keine Alternative zur UPC. Der Grund: Die Telefonkabel sind zu wenig leistungsfähig.

Einzig mit einem zeitlich beschränkten Promotionsangebot mit TV-, Internet- und Handy-Abo kann UPC mit der Konkurrenz mithalten. Allerdings beinhaltet das UPC-Handy-Abo nur 10 GB Datenvolumen ohne Drosselung, die Abos der Konkurrenz beinhalten dagegen unlimitiertes Internet ohne Drosselung bei Erreichen einer bestimmten Datenmenge.

Ralf Beyeler, Telekom-Experte Konsumenten-Portal Verivox

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