2 Frauen am Strand surfen mit ihren Smartphones
Zürich, 03.07.2017

Billigmarken wie Wingo, M-Budget und Aldi mischen den Markt derzeit auf. Für die Nutzung innerhalb der Schweiz sind diese Angebote sehr attraktiv. Aber wie sieht es aus, wenn man diese Abos im Ausland nutzt? Rechtzeitig vor den Sommerferien hat das Konsumenten-Portal Verivox untersucht, welche Roamingtarife die Kunden in beliebten Ferienländern zahlen.

Verivox hat für diese Analyse jeweils das günstigste Angebot herausgesucht. Der Kunde muss dafür häufig Datenpakete oder eine Option kaufen.

Wingo: In der Schweiz günstig, im Ausland teuer

Mit der Billigmarke Wingo mischt Swisscom derzeit kräftig den Markt auf. Je nach Nutzung zahlt der Kunde 25 bis 55 Franken im Monat für die Inlands-Nutzung. Das ist ein sehr attraktives Angebot.

Anders sieht es bei der Nutzung im Ausland aus. Verivox hat ein Profil mit einem Musterkunden berechnet, der sich auch in den Ferien nicht einschränken will: Er tätigt 10 Anrufe aus dem Ausland in die Schweiz, nimmt 10 Anrufe entgegen und überträgt 500 MB Daten. Ein Gespräch dauert im Schnitt 2½ Minuten.

Innerhalb Europas ist Wingo nur minimal teurer als Swisscom. Massiv teurer hingen ist das Roaming jedoch ausserhalb Europas. In den zweiwöchigen Thailand-Ferien zahlt der Kunde 260 Franken. Ein Kunde mit einem Swisscom-Abo kommt für die gleichen Dienstleistungen hingegen nur auf 90 Franken. Der Grund für die hohen Kosten: Wingo-Kunden erhalten keine Option, mit der sie im Ausland günstig telefonieren können.

Sehr kundenfreundlich ist, dass Wingo das Surfen im Ausland grundsätzlich gesperrt hat. Der Kunde kann das Internet erst nutzen, nachdem er ein Datenpaket gekauft hat.

M-Budget günstiger als Swisscom

Mit den Abos M-Budget Mini One und Maxi One verkaufen Migros und Swisscom ein sehr attraktives Abo für die Nutzung innerhalb der Schweiz. Für nur 29 Franken erhalten die Konsumenten 2’000 Minuten, 2’000 SMS und 2 GB.

Unser Profilkunde zahlt mit dem Maxi One-Abo immerhin rund sieben Franken weniger als mit einem Swisscom-Abo ohne Inklusivroaming. Mit M-Budget zeigt Swisscom also, dass auch Kunden von Billigmarken Roaming zu fairen Konditionen erhalten.

Swisscom-Angebote im Vergleich

Swisscom Wingo M-Budget (Maxi One, Mini One)
EU 51 53 45
Australien 75 188 68
Brasilien, Thailand, Südafrika 90 260 83
USA 75 173 68

Die Supermarktkette Coop bietet in Zusammenarbeit mit Salt verschiedene Prepaid-Tarife und -Abos an. Positiv fällt auf, dass die Internetnutzung im Ausland grundsätzlich blockiert ist. Der Kunde kann allerdings jederzeit ein Datenpaket kaufen.

Coop ist erheblich teurer als Salt. So zahlt unser Profilkunde in seinen Ferien in der EU und in den USA 18 Franken mehr als mit Salt. In den anderen vier Ländern sind es 51 Franken mehr. Allerdings ist das Roaming immer noch bezahlbar. Dennoch wird der Kunde vermutlich seinen Konsum etwas einschränken, weil er nicht 350 Franken für Roaming hinblättern will.

Salt Coop Mobile
EU, USA 56 74
Australien, Brasilien, Thailand, Südafrika 299 350

Aldi: Roaming des Billiganbieters unbezahlbar

Eine riesige Überraschung gibt es bei Aldi. Der Discounter wird beim Thema «Roaming» seinem Ruf nicht gerecht. Innerhalb Europas ist Roaming mit Aldi-Mobile noch bezahlbar. Ausserhalb Europas bietet dies der Discounter kein brauchbares Angebot. Unser Musterkunde würde in allen fünf untersuchten aussereuropäischen Feriendestinationen gemäss Preisliste rund 8'000 Franken zahlen. Klar, dass die Kunden bei diesen Preisen ihr Smartphone besser zuhause lassen.

Da es sich bei Aldi um ein Prepaid-Angebot handelt, ist wenigstens ausgeschlossen, dass plötzlich eine hohe Rechnung in den Briefkasten flattert.

Besonders krass ist die Differenz zwischen Sunrise und Aldi in den USA. Ein Aldi-Kunde zahlt 139-mal! mehr als ein Sunrise-Kunde. Dies ist nicht nachvollziehbar. Da müssen Aldi und Sunrise über die Bücher und die Preise für Aldi-Kunden senken. 

Sunrise Aldi
EU 57 54
Australien 148 7'947
Brasilien, Thailand, Südafrika 148 8'033
USA 57 7'947
Jetzt passendes Angebot finden: Handy Abo Vergleich

Weitere Informationen