Meeting von Mitarbeitern am Schreibtisch
Zürich, 07.02.2017

Gute Arbeitnehmer zu finden wird zunehmend schwierig. Daher bieten viele Firmen hochspezialisieren Mitarbeitern zusätzliche Anreize. Solche Benefits können Firmenwagen, Krippenplätze aber auch Zusatzversicherungen sein. Was passiert, wenn der Arbeitnehmer die Firma verlässt?

Peter A. war viele Jahre in einem internationalen Grosskonzern in Zürich tätig. Die Firma zahlte neben einem Firmenwagen auch die Krankenkassen-Zusatzversicherung «private Abteilung ganze Schweiz» und eine Zusatzversicherung für das Ausland. Mit der Privat-Versicherung hat der Patient im Spital Anspruch auf die Bezahlung eines Einbettzimmers. Ausserdem ist in der Regel der Chefarzt für die Behandlung dieser Versicherten zuständig. Die Zusatzversicherung für Reisen übernimmt Kosten für Behandlungen im Ausland sowie Rücktransporte in die Schweiz.

Start-Up-Gründer will Kosten reduzieren

Mit 50 Jahren entscheidet der Kaderangestellte, sich selbstständig zu machen. Mit dem Austritt aus seiner Firma werden auch die Kosten für das Auto und die Versicherungen nicht mehr übernommen. Er entscheidet sich, auf das Auto zu verzichten. Bei den Versicherungen ist er hingegen unschlüssig. Privat die Prämien zu zahlen, ist dem Start-Up-Gründer zu teuer. Er möchte möglichst viel Kapital in seine neue Firma investieren. Zudem hat sein Arbeitgeber günstigere Konditionen erhalten, die nicht an ihn weitergeben werden.

Die Versicherungen zu kündigen, hiesse allerdings, dass den 50-Jährigen vermutlich keine neue Versicherung mehr aufnehmen würde. Schon ab 40 Jahren ist es schwierig, noch Versicherungen zu finden, die einen bedingungslos aufnehmen.

Experten-Tipps: Versicherung behalten oder darauf verzichten?

Die medizinische Versorgung durch die Krankenkassen-Grundversicherung ist in der Schweiz sehr gut. Zusatzversicherungen sorgen vor allem für mehr Komfort und Wahlfreiheit. Das Konsumenten-Portal Verivox zeigt mögliche Vorgehen für Peter A. auf.

 Zusatzversicherung «private Abteilung ganze Schweiz»:

-Behalten, wenn der Versicherte grossen Wert auf ein Einzelzimmer oder die Behandlung durch den Chefarzt legt.

-Downgraden: Wer seine Versicherung nicht kündigen möchten, z.B. aus Angst nirgendwo mehr aufgenommen zu werden, kann in der Regel die Leistungen nach unten anpassen. So könnte Peter A. in die günstigere Zusatzversicherung «halbprivate Abteilung ganze Schweiz» wechseln. Dort hat er Anspruch auf ein Zweibettzimmer und die Behandlung durch den Oberarzt.

-Verzichten, wenn man sich vorstellen kann, mit mehreren Patienten das Spitalzimmer zu teilen. Behandlungen werden meistens durch Assistenzärzte durchgeführt, bei komplexen Erkrankungen wird aber in der Regel der Ober- oder Chefarzt hinzugezogen.

Zusatz-Versicherung für das Ausland:

-Behalten, wenn man regelmässig in Länder mit hohen Kosten für Gesundheitsleistungen wie die USA oder Japan reist. Ein Unfall oder eine komplexe Krankheit könnte einen sonst in den finanziellen Ruin führen.

-Verzichten, wenn man nur innerhalb Europas reist. Bei einer Reise ins fernere Ausland kann man sich für diesen Zeitraum bei seiner Krankenkasse versichern. Man sollte dann unbedingt auch die Leistungen für Unfall einschliessen. Der Konsument muss sich allerdings bewusst sein, dass die Zusatzversicherungen, auch innerhalb Europas, mehr Leistungen erbringen wie zum Beispiel eine schnellere Rückführung in die Schweiz oder eine deutschsprachige medizinische Hotline.

Hier passende Krankenkasse finden.