Junger Mann mit fliegender Drohne
Zürich, 09.03.2017

Drohnen werden in der Schweiz immer beliebter. Alleine im letzten Jahr wurden hierzulande rund 20'000 Exemplare verkauft. Ein sorgloser Umgang kann für Hobbyflieger eine teure Angelegenheit werden. Verivox erklärt, worauf Drohnen-Besitzer achten müssen.

Die Welt aus der Vogelperspektive: Drohnen, auch Multikopter genannt, bieten reizvolle Möglichkeiten. Wer mag sich da schon mit Versicherungsfragen auseinandersetzen? Dabei ist der Versicherungsschutz sehr wichtig, denn Unfälle mit Drohnen können sehr teuer werden.

1. Welche Versicherungen brauche ich als Drohnenbesitzer?

Fällt plötzlich die Elektronik über dem Wintergarten des Nachbarn aus oder versetzt das Fluggerät ein Pferd mit Reiter in Panik, können die Kosten schnell in die Höhe schnellen. Wer zahlt die Reparatur des Wintergartens und den Krankenhausaufenthalt des Reiters?

Für Schäden an Dritten, wie im obigen Beispiel beschrieben, kommen Privathaftpflichtversicherungen auf. Marktübliche Modelle bis 500 Gramm sind in der Regel in der normalen Versicherungsdeckung enthalten. Bei grösseren Modellen sollte der Besitzer bei seiner Versicherung nachfragen. Wer eine Drohne oder ein Flugmodell mit mehr als 500 Gramm Gewicht in die Luft lässt, muss eine Haftpflichtdeckung im Umfang von mindestens 1 Million Franken abschliessen. Wer, wie die allermeisten Schweizer, bereits eine Privathaftpflichtversicherung hat, braucht sich nicht weiter um eine Versicherung zu kümmern. Denn Deckungen von 3 oder 5 Millionen Franken sind die Regel.

Wird die Drohne entwendet, ist die Hausratversicherung zuständig. Passiert der Diebstahl unterwegs oder auch im eigenen Garten, benötigt der Pilot den Zusatz «Diebstahl auswärts».

2. Benötige ich eine Bewilligung für meine Drohne?

Während in Deutschland diskutiert wird, Drohnen ab 250 Gramm einer Kennzeichnungspflicht zu unterlegen, ist der Umgang in der Schweiz lockerer. Drohnen bis zu einem Gewicht von 30 Kilo dürfen ohne Bewilligung geflogen werden.

Wer Drohnen und Flugmodelle mit einem Gewicht von über 30 Kilo fliegen lässt, muss eine Bewilligung des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) einholen.

3. Wo ist das Fliegen mit der Drohne verboten?

Grundsätzlich muss der Pilot immer Sichtkontakt mit dem Fluggerät haben. Verboten ist der Einsatz von Drohnen im Umkreis von

  • 100 Metern von Menschenansammlungen (Fussballspiel, Chilbi, Schulhof, Demonstration etc.).

  • 5 Kilometern von Flughäfen. Siehe Flugverbotskarte.

  • Kantone und Gemeinden können weitere Einschränkungen machen.

 4. Darf ich meine Drohne mit einer Kamera bestücken?

Ja, allerdings darf man von gewissen militärischen Anlagen keine Luftaufnahmen erstellen und selbstverständlich muss auch die Privatsphäre gewahrt werden. Aufnahmen von den Nachbarn in ihrem Grundstück sind zum Beispiel nicht erlaubt.

Als einschränkend werden es Sportler empfinden, dass Aufnahmen von Skiabfahrten oder Biketouren mit einer automatisch folgenden Drohne (z.B. mit Follow-Me-Modus) nicht erlaubt sind. Der Grund: Der Pilot muss permanent Blickkontakt mit dem Fluggerät haben und das wäre hier schlicht zu gefährlich.

Drohnen-Piloten sollten sich an die Regeln halten, denn sonst droht eine Kürzung oder der Verlust des Versicherungsschutzes.

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