Mann bezahlt mit smartphone mobil payment

Unter «Mobile Payment» versteht man das Bezahlen mit einem mobilen Gerät. In der Regel ist das ein Smartphone, seltener auch eine Smart Watch. Anstatt im Portemonnaie nach Geld zu suchen, oder die Bankkarte herauszuholen, hält der Kunde sein Smartphone an das Bezahlterminal im Laden.

Mit einigen «Mobile Payment»-Apps können auch Online-Einkäufe bezahlt werden. In Zukunft könnte es möglich sein, dass man auch beim Surfen mit dem Smartphone direkt über die App bezahlen kann, ohne umständlich eine Kreditkartennummer eingeben zu müssen.

Einige Apps ermöglichen auch, Geld direkt an Kollegen zu schicken. Praktisch ist das zum Beispiel, wenn einer das Mittagessen für den ganzen Tisch zahlt. Dann können die anderen ihren Anteil per App begleichen.

In der Schweiz gibt es drei grosse Anbieter: Apple Pay, Samsung Pay und Twint. Dazu kommen zahlreiche weitere Apps.

Ralf Beyeler, Telekom-Experte Konsumenten-Portal Verivox

Die bekanntesten «Mobile Payment»-Bezahlsysteme der Schweiz:

  • Apple Pay funktioniert nur auf dem iPhone. Möglich ist dies ab der iPhone 6-Generation. Apple Pay funktioniert weltweit an allen Kassen, an denen man kontaktlos bezahlen kann. Anstatt der Karte hält der Kunde einfach das iPhone an das Terminal. Dazu muss man seine  Kreditkarte im Smartphone hinterlegen. Allerdings werden erst wenige Schweizer Kreditkarten unterstützt. Ab Herbst sollen Schweizer Konsumenten auch Online-Einkäufe mit Apple Pay bezahlen können. Der Dienst heisst «Apple Pay on the Web».

  • Twint gibt es als App für das iPhone und für Android-Smartphones. Hinter der App stehen Postfinance, UBS, Credit Suisse, Raiffeisen Schweiz, die Zürcher und Waadtländer Kantonalbank sowie die SIX-Gruppe. Twint entstand aus der Fusion von Paymit und Twint.

    Das neue Twint gibt es einerseits in der neutralen Version. Andererseits haben UBS, Credit Suisse, Raiffeisen, ZKB, Postfinance und die Waadtländer Kantonalbank jeweils ihre eigenen Twint-Apps.

    Das alte Twint basiert ausschliesslich auf Prepaid-Basis: Erst einzahlen, dann einkaufen. Die Konsumenten laden das «Prepaid-Konto» Twint auf, indem sie zum Beispiel einen Guthaben-Code im Coop kaufen oder einen Betrag überweisen. Dieses Prepaid-System steht auch mit dem neuen Twint zur Verfügung, allerdings nur mit der neutralen App «Twint andere Banken & Prepaid».

    Mit der neuen Twint-App können die Kunden ihre Einkäufe jeweils direkt ihrem Bankkonto oder ihrer Kreditkarte belasten lassen. Ohne den Umweg über das Prepaid-Konto. Dies gilt für das Bezahlen mit einer Banken-Twint-App.

    Hauptfunktion von Twint ist das Bezahlen in Geschäften. Je nach Laden funktioniert die App anders.

    • Bei Coop und einigen anderen Geschäften und Restaurants muss der Kunde in seinem Smartphone zuerst Bluetooth einschalten, dann sein Smartphone an das blinkende Twint-Gerät halten. Aus Sicherheitsgründen sollte Bluetooth jeweils nur bei der Nutzung für kurze Zeit eingeschaltet werden.
    • Der Konsument kann in einigen Geschäften den Code auf dem Zahlungsterminal abfotografieren und so bezahlen (ab Mitte 2017 möglich).
    • Oder der Kunde muss das an der Kasse liegende iPhone abfotografieren oder einen fünfstelligen Code ins Smartphone eingeben, um zu bezahlen.
    • Migros hat bereits angekündigt, dass sie Twint in ihre eigene App einbauen wird. Der Kunde muss dann die Migros-App mit Twint verknüpfen. An der Migros-Kasse zeigt er dann die Migros-App vor.

    Störend ist, dass das System je nach Geschäft anders funktioniert. Dies dürfte viele Kunden verwirren.

    Mit Twint können Konsumenten auch in Online-Shops zahlen. Einfach die Webseite abfotografieren und bezahlen.

    Übrigens: Mit Twint können Kunden auch Geld an Freunde schicken bzw. von Freunden anfordern.

  • Paymit gibt es als App für das iPhone und für Android-Smartphones. Paymit und Twint haben fusioniert.Paymit wurde inzwischen eingestellt.

  • Die Migros-App ermöglicht das Bezahlen in den Supermärkten, den Fachmärkten und den Restaurants der Migros. Als Zahlungsmittel können die gängigen Kreditkarten eingerichtet werden. Ebenso die Geschenkkarte von Migros, ein Bankkonto der Migros-Bank und in Zukunft auch Twint.

  • Beim Bezahlen einfach die App an der Kasse vorzeigen oder selbst einscannen. Der Nachteil ist, dass die App nur in den Supermärkten der Migros gültig ist. Wenn der Konsument für jedes Geschäft eine eigene App braucht, dürfte sich «Mobile Payment» nicht durchsetzen. Übrigens setzen auch andere Händler auf eigene Apps, so zum Beispiel Manor oder KKiosk.

  • Samsung Pay funktioniert auf allen Smartphones von Samsung mit eingebauter NFC-Funktion. Dies trifft auf die meisten zu wie zum Beispiel auch ältere Geräte wie das Galaxy S5. Samsung Pay funktioniert weltweit an allen Kassen, an denen man kontaktlos bezahlen kann. Anstelle der Karte hält der Kunde einfach das Smartphone an das Terminal. Dazu muss er seine Kreditkarte im Smartphone hinterlegen.   

    Allerdings werden erst wenige Schweizer Kreditkarten unterstützt. Verivox hat eine Liste der Karten zusammengestellt, die Samsung Pay unterstützen

  • Ein neues System ist auch Masterpass. Beim Einkaufen in Online-Shops können die Konsumenten Masterpass als Zahlmethode auswählen. Sie müssen keine Kreditkartendaten mehr eingeben. Nachdem im Online-Shop Masterpass als Zahlungsmittel ausgewählt worden ist, wird der Bezahlvorgang auf dem Smartphone bestätigt.

    Die App wird von Firmen wie Viseca und Swisscard für ihre Kunden angeboten. Damit können derzeit zum Beispiel Nutzer einer Kreditkarte der Kantonalbanken, von Raiffeisen, von Regionalbanken, der Migros-Bank, der Bank Coop, der Credit Suisse oder der Coop-Gratiskarte Masterpass nutzen.

  • Übrigens gibt es inzwischen Uhren, mit denen man mobil bezahlen kann. Hier sind keine Smart Watches gemeint, es geht um echte Armbanduhren. So kann man mit der Bellamy von Swatch kontaktlos bezahlen. Allerdings fallen hohe Gebühren an. Auch von Mondaine gibt es Uhren mit einer Bezahlfunktion. Das Bezahlen mit Uhren von beiden Herstellern funktioniert gleich: Die Uhr an ein Kontaktlosterminal halten. Und schon ist bezahlt. Im Ausland gibt es bereits Kreditkarten-Anbieter, die Kontaktlos-Sticks verteilen. Die kleinen Sticks können dann auf Handys, Portemonnaie oder unter die Uhr geklebt werden. Das ist praktisch, gilt aber definitiv nicht mehr als «Mobile Payment». 

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