Krankenkasse kündigen und wechseln

Wer in der Schweiz wohnhaft ist muss eine Krankenpflegeversicherung haben. Diese Grundversicherung wird von den zugelassenen Krankenkassen angeboten. Sie umfasst bei allen Krankenkassen dieselben gesetzlich vorgeschriebenen medizinischen Leistungen. Unterschiede gibt es bei den zu bezahlenden Prämien und bei der Qualität der angebotenen Serviceleistungen. Daher lohnt es sich, die Kosten und Bedingungen der eigenen Krankenkasse regelmässig kritisch zu prüfen und mit anderen zu vergleichen.

Ist die Entscheidung für einen Wechsel gefallen, muss bei der Kündigung und dem Wechsel der Krankenkasse allerdings einiges beachtet werden:

Krankenkassen-Wechsel 2018

Schriftlich kündigen: Die Kündigung der bisherigen Krankenkasse sollte schriftlich und idealerweise eingeschrieben erfolgen.

Kündigungstermine und -fristen: Die Grundversicherung kann auf Ende des Jahres gekündigt werden – mit einem Monat Kündigungsfrist. Das Kündigungsschreiben muss also spätestens bis 30. November 2017 (innerhalb der Geschäftszeiten) bei der alten Krankenkasse eingetroffen sein. Vorsicht: Es gilt das Datum des Eintreffens, nicht der Poststempel. Dies ist auch unabhängig von einer eventuellen Prämienerhöhung oder davon, ob eine Grundversicherung mit alternativem Versicherungsmodell (Health-Maintenance (HMO)-, Hausarzt- oder Telmed-Modell) bzw. eine Grundversicherung mit Wahlfranchise gekündigt wird.

Wird die Kündigung ins Postfach der Krankenkasse gelegt, gilt sie in beiden Fällen als zugestellt, sobald sie von der Post abgeholt ist. Generell empfiehlt es sich, die Kündigung bereits Mitte November zu übermitteln, um auch bei Verzögerungen eine Fristüberschreitung zu vermeiden.

Wer seine Franchise erhöhen will, kann dies seiner Krankenkasse auch noch bis Ende Dezember mitteilen. Eine Senkung der Franchise ist nur bis Ende November möglich.

Krankenkassen-Wechsel im Sommer

Grundversicherungen ohne Wahlfranchise bzw. ohne alternatives Modell können auch per 30. Juni gekündigt werden. Dazu muss die Kündigung bis spätestens 31. März bei der Krankenkasse eintreffen. Auch hier gilt das Datum des Eintreffens. Allerdings müssen auch bei der neuen Krankenkasse die Mindestfranchise und das ursprüngliche Versicherungsmodell beibehalten werden. Bereits geleistete Kostenbeteiligungen (Jahresfranchise und Selbstbehalt) gehen nicht verloren. Sie werden von der neuen Versicherung berücksichtigt.

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  • Erfolgt die Kündigung zu spät, wird sie erst zum nächstmöglichen Termin wirksam. D. h. bis dahin müssen weiterhin die Prämien der bisherigen Krankenkasse bezahlt werden und die Versicherung bleibt bei dieser bestehen.

  • Erhöht die Krankenkasse während des Jahres die Prämie, kann die Versicherung auf Ende jenes Monats gekündigt werden, der dem Inkrafttreten der neuen Prämie vorausgeht. Beispiel: Gilt die neue Prämie ab 1. März, muss bis spätestens 31. Januar gekündigt werden. Die Krankenkasse muss die Prämienerhöhung zwei Monate vor Inkrafttreten bekannt geben und über das Kündigungsrecht informieren.

    Wenn jedoch die Prämie aufgrund von persönlichen Umständen des Versicherten angepasst werden muss, entsteht kein ausserordentliches Kündigungsrecht. Das gilt etwa dann, wenn:

    • der Wohnort gewechselt wird,
    • Kinder in die Erwachsenenprämie kommen
    • oder die Prämienverbilligung wegfällt (z. B. weil das Einkommen steigt).

    In diesen Fällen kann der Wechsel trotz Prämienerhöhung nur per 1. Juli und 1. Januar stattfinden.

  • Ende September gibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jährlich die genehmigten Prämien für die Grundversicherung bekannt. Es ist Vorsicht geboten bei Angeboten mit Prämien, die nicht oder noch nicht genehmigt sind.

  • Die Grundversicherung kann nicht gewechselt werden, wenn bei der bisherigen Krankenkasse noch Prämien, Kostenbeteiligungen, Verzugszinsen oder Betreibungskosten offen sind. Der Versicherungswechsel wird erst wirksam, wenn die offenen Beträge bis zum 30. Juni bzw. 31. Dezember beglichen sind.

  • Da alle in der Schweiz wohnhaften Personen eine Grundversicherung haben müssen, kann diese nicht grundsätzlich gekündigt werden. Mit der Kündigung muss immer ein Wechsel zu einer anderen Krankenkasse einhergehen. Ansonsten ist die Kündigung ungültig und die bestehende Versicherung bleibt erhalten. Prinzipiell gilt: Die in der eigenen Wohnregion aktiven Krankenversicherer sind verpflichtet, eine zu versichernde Person in die Grundversicherung aufzunehmen. Dazu müssen keine Informationen über den Gesundheitszustand bekannt gegeben werden. Es genügt die Angabe des Namens, der Adresse und des Alters. Ein Wechsel kann also nicht an der Krankengeschichte oder aufgrund anderer Einschränkungen scheitern. Einzige Ausnahme: Die Krankenkasse kann ablehnen, wenn die zu versichernde Person ausserhalb des Tätigkeitsgebiets der Kasse wohnt. Ansonsten ist auch keine Aufnahmebestätigung nötig, um versichert zu sein.

    Wichtig: Nach der Anmeldung bei der neuen Kasse muss diese der alten Kasse den Wechsel mitteilen. Diese Mitteilung muss innerhalb der oben genannten Fristen erfolgen, sonst ist der Wechsel unwirksam.

  • Meldet die neue Kasse den Wechsel nicht rechtzeitig bei der alten und fallen daher bei der versicherten Person weiterhin höhere Prämien an, besteht das Recht auf Schadenersatz.

  • Fällt aufgrund von Verzögerungen die Entscheidung, doch bei der bisherigen Krankenkasse zu bleiben, ist das problemlos möglich. Ein Anruf genügt. Die Versicherung bleibt erhalten, solange kein Wechsel bekannt gegeben worden ist. Der neuen Versicherung muss schriftlich und eingeschrieben mitgeteilt werden, dass der Wechsel „storniert“ wird. Achtung: Die neue Krankenkasse kann auf den Versicherungseintritt bestehen. Es empfiehlt sich, nach Möglichkeit eine Kulanzregelung zu vereinbaren.

  • Es ist möglich, für die Grundversicherung zu einer anderen, günstigeren Krankenkasse zu wechseln und die Zusatzversicherungen bei der alten zu lassen.

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