neugeborenes

In der Schweiz müssen alle Personen krankenversichert sein. Dies gilt auch für Neugeborene. Spätestens drei Monate nach der Geburt muss das Baby über eine obligatorische Grundversicherung verfügen. Die Prämien für die Grundversicherung müssen ab Geburt bezahlt werden. 

Anmeldung vor der Geburt

Die Ankunft eines Babys bringt viel Aufregung in die Familie. Bereits vor der Geburt ist die Liste der Dinge, die für das Baby erledigt werden sollen, lang. Dabei sollte die Krankenkasse nicht vergessen werden. Damit man sich nach der Geburt voll und ganz auf das Baby konzentrieren kann, ist es empfehlenswert, das Baby bereits vor der Geburt bei einer Krankenkasse anzumelden. Ist das Baby dann da, muss der Krankenkasse nur noch der Name des neuen Familienmitglieds und das Geburtsdatum mitgeteilt werden. Damit ist das Baby von Anfang an versichert und eventuell anfallende Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Jeder Anbieter muss das Baby in die Grundversicherung aufnehmen, unabhängig vom Gesundheitszustand.

Anmeldung nach der Geburt

Eine Aufnahme in die obligatorische Grundversicherung ist auch nach der Geburt problemlos möglich. Das Baby muss spätestens drei Monate nach der Geburt bei einer Krankenkasse angemeldet sein. Die Versicherungsdeckung gilt dann rückwirkend ab Geburtsdatum. Auch die Prämien müssen rückwirkend bezahlt werden. Verpassen Sie die Anmeldefrist, müssen Sie mit einem Prämienzuschlag rechnen. Auch der Versicherungsschutz gilt nicht mehr rückwirkend. Ebenso werden eventuelle Leistungen nicht zurückerstattet, die ab Geburt bis zur verspäteten Anmeldung angefallen sind.

Spartipp: Kinder und Eltern können auch bei verschiedenen Krankenkassen versichert sein.

  • Die Leistungen der obligatorischen Grundversicherung decken alles medizinisch Notwendige.

    Bei Babys und Kindern werden acht Vorsorgeuntersuchungen bis zum Vorschulalter übernommen. Impfungen gemäss Impfplan des Bundesamts für Gesundheit (BAG) werden ebenfalls von der Krankenkasse bezahlt. Ausserdem leistet die Krankenkasse einen jährlichen Beitrag an Brillengläsern und Kontaktlinsen bei Kindern bis 18 Jahre. Zahnärztliche Behandlungen bezahlt die Grundversicherung in der Regel nicht. Ausnahmen sind unfallbedingte Zahnschäden und Behandlungen in Folge von schweren, «nicht vermeidbaren» Erkrankungen des Kausystems oder «schweren Allgemeinerkrankungen».

    Auch Zahnstellungskorrekturen bezahlt die Grundversicherung nicht. Schöne, gerade Zähne können schnell sehr teuer werden. Eine Zusatzversicherung für Zahnstellungskorrekturen macht in diesem Falle Sinn. 

    Leistungen sind gleich, Preise unterscheiden sich

    Natürlich wollen alle Eltern das Beste für ihr Kind und scheuen häufig keine Kosten, um dies zu erreichen. Nur das Teuerste und Beste ist gut genug. Doch bei der Grundversicherung trifft dies nicht zu: Die Leistungen der obligatorischen Grundversicherung sind gesetzlich vorgeschrieben und bei allen Anbietern gleich, die Prämien aber unterscheiden sich gewaltig. Ein Prämienvergleich lohnt sich auf jeden Fall. Übrigens: Eltern und Kinder müssen nicht bei der gleichen Krankenkasse versichert sein. 

  • Bei Babys und Kindern muss die Unfalldeckung bei der Grundversicherung eingeschlossen werden. Dies gilt für alle nicht-erwerbstätigen Personen und darunter fallen natürlich auch Kinder. 

  • Die Grundfranchise für Kinder ist 0 Franken. Wahlfranchisen sind auch für Kinder verfügbar und zwar in der Höhe von 100, 200, 300, 400, 500 und 600 Franken. Die Erfahrung zeigt, dass sich Wahlfranchisen für Kinder nicht lohnen. Die Rabatte, die für die Wahl einer höheren Franchise gewährt werden, sind bei Kindern nicht attraktiv. Mit Kindern, vor allem wenn sie noch klein sind, sind zudem Arztbesuche relativ häufig. Darum lohnt es sich, die Grundfranchise von 0 Franken bei Kindern zu wählen.

    Auch Kinder bezahlen für medizinische Leistungen einen Selbstbehalt von 10 Prozent und zwar bis zu einem Maximalbetrag von 350 Franken pro Jahr. Ab zwei und mehr Kindern in der gleichen Familie beim gleichen Versicherer beträgt der Maximalbetrag für den Selbstbehalt 700 Franken pro Jahr. 

  • Obwohl die Grundversicherung alles medizinisch Notwendige für Kinder abdeckt, machen gewisse Zusatzversicherungen auch bei Kindern durchaus Sinn.

    Spitalzusatzversicherungen für Babys und Kinder machen vor allem Sinn, wenn den Eltern die freie Arzt- und Spitalwahl wichtig ist oder sie in einem Kanton wohnen, der wenig Spitäler hat. Wie bei den Erwachsenen werden bei den Kindern auch private und halbprivate Zusatzversicherungen angeboten. Da es in den Schweizer Kinderspitälern keine halbprivaten oder privaten Abteilungen gibt, sind diese Versicherungen einzig und allein dazu da, dass die Eltern die freie Arztwahl haben. Beim privaten Zusatz behandelt der Chefarzt das Kind. In der Regel können halbprivate und private Spitalzusatzversicherungen erst nach der Geburt des Kindes abgeschlossen werden.

    Der Zusatz „Allgemeine Abteilung ganze Schweiz“ eignet sich vor allem, wenn man in einem kleinen Kanton mit wenigen Spitälern wohnt. Diese Versicherung berechtigt dazu, in einem Kinderspital in der ganzen Schweiz behandelt zu werden, auch wenn dieses Spital teurer sein sollte als im Wohnkanton. Diese Versicherung kann bereits vor der Geburt des Kindes abgeschlossen werden.

    Bei den ambulanten Zusatzversicherungen ist vor allem die Versicherung für Zahnstellungskorrekturen empfehlenswert. In der Schweiz braucht jedes zweite Kind früher oder später eine Korrektur der Zahnstellung. Eine einfache Zahnstellungskorrektur kann problemlos 4000 Franken kosten, in komplizierten Fällen können sich die Kosten auch auf 8000 bis 12‘000 Franken belaufen. Mit einer entsprechenden Versicherung wird zumindest ein Teil dieser Kosten gedeckt.

    Wichtig bei Zahnstellungskorrektur-Versicherungen ist, dass der Termin für den Abschluss einer solchen nicht verpasst wird. Je nach Anbieter muss die Versicherungentweder bereits bei der Geburt oder bis zu einem bestimmten Alter, aber spätestens vor dem ersten Zahnarztbesuch abgeschlossen sein. Entscheidend für die Wahl des Anbieters ist, dass dieser eine möglichst grosszügige Kostendeckung (Anteil Kostenübernahme Kasse und Maximalbetrag pro Jahr oder Kind) und einen hohen Taxpunktwert anbietet.

    Jede zahnärztliche Behandlung umfasst eine bestimmte Anzahl von Taxpunkten. Diese Punkte werden mit dem Taxpunktwert multipliziert und ergeben so den Preis einer zahnärztlichen Leistung. Der Taxpunktwert ist je nach Kanton und Zahnarzt unterschiedlich, darf aber einen gewissen Betrag nicht überschreiten. Je höher der Taxpunktwert in der Versicherung angegeben ist, umso vorteilhafter ist die Deckung.

    Andere ambulante Zusatzversicherungen, wie zum Beispiel erweiterte Unfalldeckung, Leistungen im Ausland oder alternative Heilmethoden können je nach individueller Lebenssituation und Vorlieben auch für Kinder interessant sein. 

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