Zusatzversicherung kündigen und wechseln

Zusatzversicherungen ergänzen den Versicherungsschutz der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Sie unterliegen aber nicht denselben Bedingungen. Prinzipiell gilt: Eine Zusatzversicherung sollte erst dann gekündigt werden, wenn eine schriftliche Aufnahmebestätigung der neuen Krankenkasse vorliegt. Denn für Zusatzversicherungen besteht kein Aufnahmezwang bei den Krankenkassen. Sie können also Personen ablehnen, was aufgrund des Gesundheitszustands, des Alters oder anderer Umstände durchaus vorkommen kann. Sie können auch zeitlich befristete oder unbefristete Vorbehalte äussern. Für die im Vorbehalt aufgeführte Leistung erfolgt dann keine Vergütung. Darüber hinaus gibt es noch weitere zu berücksichtigende Aspekte für die Kündigung und den Wechsel der Zusatzversicherung:

Die Kündigungsfristen und Formvorschriften einhalten

Während für die Grundversicherung gesetzlich geregelte Kündigungsfristen gelten, wird dies bei Zusatzversicherungen sehr unterschiedlich gehandhabt. In der Regel werden Zusatzversicherungen für die Dauer von einem Jahr abgeschlossen und haben eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Die Kündigung muss in diesen Fällen bis zum letzten Arbeitstag im September bei der Krankenkasse eingelangt sein. Da es aber auch Zusatzversicherungen mit Laufzeiten von mehreren Jahren und längeren Kündigungsfristen gibt, ist es wichtig, sich genau über die einzuhaltenden Frist der eigenen Zusatzversicherung zu informieren. Wird nicht fristgerecht gekündigt, verlängert sich der Vertrag automatisch um die festgelegte Laufzeit. Die Kündigung sollte zudem schriftlich und eingeschrieben an die Krankenkasse übermittelt werden.

Kündigung bei Prämienerhöhung ist möglich

Im Fall einer Prämienerhöhung sehen die Versicherungsverträge üblicherweise eine Kündigungsmöglichkeit vor. Auch hier gilt es, die Versicherungsbedingungen genau zu lesen bzw. direkt bei der Krankenkasse nachzufragen. Versicherte mit mehreren Zusatzversicherungen bei derselben Krankenkasse können in solchen Fällen üblicherweise nur die von der Erhöhung betroffene Versicherung kündigen.

Zusatz- und Grundversicherung trennen

Zusatz- und Grundversicherung können bei verschiedenen Krankenkassen abgeschlossen werden. Es ist auch möglich, die Grundversicherung zu wechseln und die Zusatzversicherung bei der bestehenden Krankenkasse zu lassen oder umgekehrt. Allerdings ist dies mit einem erhöhten administrativen Aufwand verbunden. Ein Beispiel: Bei Versicherten mit ambulanter Zusatzversicherung übernimmt die Grundversicherung einen Teil der Kosten, den anderen übernimmt die Zusatzversicherung. Bei den Krankenkassen kann sich die Art der Abrechnung unterscheiden. Es muss daher vorher abgeklärt werden, wie der Abrechnungsprozess jeweils erfolgen muss und wie Unklarheiten geregelt werden.

Zu bedenken ist ausserdem, dass durch eine Trennung von Grund- und Zusatzversicherung Rabatte verloren gehen können. Zudem können zusätzliche Kosten entstehen, zum Beispiel durch Zuschläge für den höheren administrativen Aufwand oder durch höhere Prämien für die Zusatzversicherung, wenn die Grundversicherung gekündigt wird. Eine genaue Kostenkalkulation vor dem Wechsel ist daher notwendig. Auch bei Streitigkeiten hat der Versicherte es mit zwei Krankenkassen zu tun. Oftmals lassen sich Probleme mit nur einer Krankenkasse, bei der alle Versicherungen abgeschlossen sind, leichter lösen.

Jetzt passende Krankenkasse finden.

  • Der Leistungsumfang von Zusatzversicherungen ist sehr unterschiedlich. Auch die Servicequalität – etwa die Zeiträume für Vergütungen – unterscheiden sich bei den verschiedenen Versicherungsangeboten zum Teil sehr deutlich. Daher empfiehlt es sich, nicht nur die Prämienhöhen als Entscheidungskriterium für eine Kündigung heranzuziehen, sondern auch zu überlegen, welche Leistungen in welcher Qualität benötigt werden. Beispiel: Personen, die grossen Wert auf bestimmte alternativmedizinische Behandlungen oder spezielle Methoden legen, sollten sicherstellen, dass die neue Zusatzversicherung diese auch tatsächlich vergütet.

  • Um eine Zusatzversicherung abzuschliessen, muss im Versicherungsantrag detailliert über den Gesundheitszustand Auskunft gegeben werden. Die Fragen im Antrag sollten korrekt und vollständig beantwortet werden. Die Krankenkasse behält sich nämlich vor, im Nachhinein Vorbehalte anzubringen, wenn der Antrag unvollständige oder unwahre Angaben enthält.