Frau am Handy an einer Straße bei Nacht

Ein Handy-Abo läuft in vielen Fällen über eine Mindestvertragsdauer von 12 oder 24 Monaten. Will ein Konsument vorher aus dem Vertrag aussteigen, wird es teuer. Denn die Mobilfunk-Anbieter verrechnen zum Teil massive Strafgebühren für die vorzeitige Vertragsauflösung.

Kunden sollten deshalb bereits beim Vertragsabschluss darauf achten, möglichst Abos mit einer sehr kurzen Mindestvertragslaufzeit abzuschliessen, zum Beispiel von zwei Monaten. Von einigen Anbietern gibt es inzwischen entsprechende Abos, so zum Beispiel von Sunrise, M-Budget, Coop Mobile oder UPC (Cablecom).

Keine Gebühr für Prepaid-Kunden
Prepaid-Kunden brauchen sich zu dem Thema keine Gedanken machen, denn für sie gibt es keine Mindestvertragsdauer. 

Ralf Beyeler, Telekom-Experte Konsumenten-Portal Verivox
  • Salt-Kunden, die ihren Vertrag vorzeitig kündigen, bezahlen die Abogebühren bis zum Vertragsende und zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von 100 Franken. Allerdings beträgt die Gebühr maximal 1’000 Franken. Einzige Ausnahme: Kunden, die einen 12-Monats-Vertag ohne neues Gerät unterzeichnet haben, bezahlen eine Gebühr von 100 Franken.

    Bei Handy-Abos von Salt, die vor dem 23. Mai 2016 abgeschlossen worden sind, gilt jeweils ein anderer Maximalbetrag. Dieser ist abhängig davon, ob der Kunde ein iPhone oder ein Smartphone von einem anderen Hersteller gekauft hat: Kunden mit einem iPhone bezahlen die Maximalgebühren 600 (12-Monats-Vertrag) bzw. 800 Franken (24-Monats-Vertrags), mit anderen Smartphones sind es jeweils 300 Franken weniger. Wurde ein Handy-Vertrag ohne neues Gerät abgeschlossen, beträgt die Gebühr für die vorzeitige Vertragsauflösung 100 Franken.

    Ist die Mindestlaufzeit abgelaufen, gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten.

    Gemäss den AGB darf der Kunde den Vertrag in folgenden Fällen spesenfrei kündigen:

    • Salt verletzt den Vertrag während längerer Zeit wesentlich, dies auch nach einer Beschwerde durch den Kunden.
    • Die Netzabdeckung ist dauerhaft nicht mehr vorhanden (ausgenommen bei höherer Gewalt).
  • Sunrise kennt keine Verträge mit einer Mindestlaufzeit von 12 oder 24 Monaten. Kunden können ihren Vertrag jederzeit kündigen. Wird die Kündigungsfrist von 2 Monaten jedoch nicht eingehalten, so verrechnet Sunrise eine Gebühr von 150 Franken für die vorzeitige Vertragsauflösung.

  • Swisscom verrechnet ihren Kunden, die das Mobilfunk-Abo vorzeitig kündigen, die Abogebühren bis zum Vertragsende. Das kann sehr teuer werden. Beispiel: Kündigt ein Kunde seinen «Natel Infinity 2.0 XL»-Vertrag mit 2-jähriger Laufzeit nach sieben Monaten, muss er Swisscom dafür 3‘383 Franken zahlen.

    Ist die Mindestlaufzeit abgelaufen, dann gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten. Der Kunde bezahlt damit maximal die Gebühren für zwei Monate. Beim «Natel Infinity 2.0 XL» wären dies somit maximal 398 Franken.

    Kein Empfang – Keine Gebühr
    Immerhin fällt die Gebühr für die vorzeitige Vertragsauflösung nicht an, wenn der Kunde während mindestens sieben Tagen ununterbrochen keine Netzabdeckung an seiner Wohnadresse hat. Dasselbe gilt auch, wenn er nach dem Zügeln an seiner neuen Adresse während mindestens sieben Tagen ununterbrochen keine Netzabdeckung hat. Die neue Wohnung muss sich jedoch im besiedelten Gebiet befinden. Bei höherer Gewalt, also zum Beispiel, wenn ein Bagger die Leitung durchschneidet oder ein Unwetter die Leistungen zerstört, gilt diese Regelung nicht.

    Umzug ins Ausland – manchmal keine Gebühr
    Zieht der Kunde ins Ausland, muss er ebenfalls keine Strafgebühr zahlen. Hat er allerdings in den letzten sechs Monaten ein neues Smartphone im Rahmen seines Abos gekauft, fällt die Gebühr dennoch an.

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