Schweizer Passport mit schweizer Franken

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung garantiert jeder in der Schweiz wohnhaften Person qualitativ hochstehende medizinische Versorgung. Jede versicherte Person muss für diese Grundversicherung eine monatliche Prämie bezahlen. Darüber hinaus muss im Krankheitsfall ein Teil der Behandlungskosten selbst übernommen werden. Diese Kostenbeteiligung besteht aus der ordentlichen Franchise und dem Selbstbehalt. Diese Tipps helfen, die individuell optimale Franchise zu finden.

  • In der Regel beträgt die Franchise für einen Erwachsenen 300 Franken pro Jahr. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind von der Franchise befreit. Ausgenommen von Franchise-Zahlungen sind zudem Leistungen im Rahmen von Schwangerschaften. Schwangere Frauen müssen ab der 13. Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Geburt keine Kosten (weder Franchise noch Selbstbehalt) für ärztliche Behandlungen übernehmen. Mammografien, die im Rahmen von kantonalen oder regionalen Brustkrebs-Früherkennungsprogrammen durchgeführt werden, sind ebenfalls von Franchisezahlungen befreit.

  • Versicherte, die freiwillig eine höhere Franchise als die gesetzlich vorgeschriebenen 300 Franken mit ihrer Krankenkasse vereinbaren, bezahlen in der Regel niedrigere Monatsprämien für ihre Grundversicherung. Die Erhöhung der Franchise ist jeweils nur auf den 1. Januar möglich und gilt dann für ein Jahr. Für Erwachsene stehen folgende Franchisen zur Auswahl: 500, 1000, 1500, 2000 und 2500 Franken. Auch für Kinder kann freiwillig eine Franchise vereinbart werden. Für Kinder besteht die Wahl zwischen 100, 200, 300, 400, 500 oder 600 Franken. Aber Achtung: Nicht alle Krankenkassen haben alle Franchisenhöhen im Angebot und nicht immer wird für die höchste Franchise auch der höchste Prämienrabatt gewährt.

  • Sind mehrere Kinder derselben Familie bei derselben Krankenkasse versichert, müssen die Eltern für deren Behandlung nie mehr als den Höchstbetrag für zwei Kinder bezahlen. Sind die Kinder zum Beispiel ordentlich (ohne Franchise) versichert, liegt die maximale Kostenbeteiligung bei dem Zweifachen des Selbstbehaltes: 700 Franken. Wurden für sie Wahlfranchisen von 400 Franken vereinbart, steigt der Höchstbetrag auf 1500 Franken.

  • Die von den Krankenkassen gewährten Rabatte sind gesetzlich geregelt. Grundsätzlich gilt, dass die Krankenkasse eine Mindestprämie von 50 Prozent der ordentlichen Prämie für die betreffende Altersgruppe und Prämienregion erheben muss. Diese Grenze darf durch die Rabatte nicht unterschritten werden. Ausserdem darf maximal ein Rabatt von 70 Prozent des von der versicherten Person zusätzlich übernommenen Risikos gewährt werden. Dieser Rabatt wird jedoch nur dann gewährt, wenn die Mindestprämie erreicht wird.

    Ein Beispiel: Beträgt die Franchise 500 Franken, ist der Höchstrabatt dementsprechend 140 Franken (70 Prozent des zusätzlich übernommenen Risikos – in diesem Fall 70 Prozent von 200 Franken). Auch wenn hohe Rabatte verlockend sind – es ist zu bedenken, dass hohe Franchisen im Ernstfall auch bezahlt werden müssen.

  • Oft lohnt sich eine Kombination aus Wahlfranchise und einem der Spezialmodelle. Versicherte können sich freiwillig einem HMO- (Health Maintenance Organization), Hausarzt- oder Telmed-Modell anschliessen. Geschickt kombiniert mit einer Wahlfranchise können Kosten gespart werden. Dazu ist allerdings ein genauer Vergleich der Kosten und der Bedingungen notwendig.

  • Um eine fundierte Entscheidung über die Veränderung der Franchise treffen zu können, ist in jedem Fall ein Vergleich der Gesamtkosten notwendig. Es gilt, Prämien, Franchise und Selbstbehalt in Summe zu kalkulieren und den voraussichtlichen Arztkosten im betreffenden Versicherungsjahr gegenüber zu stellen. Wurde zum Beispiel eine hohe Franchise vereinbart, muss natürlich auch mehr selbst bezahlt werden.

    Gesunde Erwachsene, die mit geringen Arztkosten rechnen, profitieren von hohen Franchisebeträgen. Werden aber hohe Behandlungskosten erwartet, empfiehlt sich eher der gesetzlich vorgeschriebene Betrag von 300 Franken. Bei Kindern, vor allem Kleinkindern, die üblicherweise häufiger zum Arzt müssen, lohnt sich in der Regel eine freiwillige Franchise nicht. Die individuelle Situation ist ausschlaggebend für die Entscheidung.

    In jedem Fall sollte der Höchstbetrag der vereinbarten Kostenbeteiligung jederzeit bereit stehen, um im Ernstfall die Zahlung auch leisten zu können. Ist der Entscheid für eine Veränderung gefällt, muss dies der Krankenkasse schriftlich und eingeschrieben mitgeteilt werden. Eine Senkung der Franchise muss bis zum letzten Arbeitstag im November bei der Krankenkasse eingetroffen sein, eine Erhöhung bis spätestens Ende Dezember.