Sparschwein mit Taschenrechner und Miniatur Immobilie
Zürich, 29.11.2016

Mit der LIBOR-Hypothek den aktuellen Hypothekarzins nutzen

In Zeiten günstiger Zinsen stellt die LIBOR-Hypothek ein besonders attraktives Finanzierungsmodell für Immobilien dar. Sie hat eine kurze Laufzeit, in welcher der Hypothekarzins immer wieder an den aktuellen LIBOR angepasst wird. Kurzfristige Kredite sind in der Regel günstiger als Angebote mit langer Laufzeit. Konsumenten akzeptieren mit der LIBOR-Hypothek Zinsschwankungen und profitieren in einem niedrigen Zinsumfeld von den geringen Gesamtkosten der Finanzierung.

Was bedeutet LIBOR?

Das Akronym LIBOR steht für "London Interbank Offered Rate". Der LIBOR-Satz ist der Zinssatz, zu dem sich hochrangige internationale Banken gegenseitig Gelder in fünf Währungen offerieren. Dazu zählen neben den Schweizer Franken auch der Euro, das Britische Pfund, der Yen sowie der US-Dollar. Damit reflektiert der LIBOR das Zinsniveau für kurzfristig angebotene Gelder in der Schweiz. Der Zinssatz wird jeden Tag angepasst. Konsumenten erhalten mit der LIBOR-Hypothek die Sicherheit, immer einen marktgerechten Preis zu zahlen.

Der Zinssatz der LIBOR-Hypothek

Der Zins für eine LIBOR-Hypothek liegt immer ein wenig über dem aktuellen LIBOR-Satz. Die kreditgewährende Bank legt den aktuell geltenden LIBOR-Satz zugrunde und schlägt ihre Marge auf. Denn auch das Bankhaus möchte und muss an der Hypothek etwas verdienen. Wie hoch die Marge ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Die bankenübliche Marge, die sich je nach Anbieter stark unterscheiden kann.
  • Die Bonität des Kreditnehmers beeinflusst den Zinssatz der LIBOR-Hypothek ebenfalls. Je schlechter die Einschätzung der Zahlungsfähigkeit, desto höher fällt der Zinsaufschlag aus.
  • Dieses Hypothekenmodell bietet für den Konsumenten die grösstmögliche Transparenz. Er kann genau erkennen, wie hoch der tatsächliche Hypothekarzins ist und wie gross die Marge der Bank ausfällt.

Wie funktioniert eine LIBOR-Hypothek?

Eine typische LIBOR-Hypothek hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Einige Bankhäuser offerieren auch Laufzeiten zwischen 1 und 6 Jahren. Bereits bei Vertragsbeginn werden feste Tranchen vereinbart, für die der jeweils aktuelle LIBOR-Satz gilt. Meist bieten die Banken Tranchen von 3 oder 6 Monaten an. Es gibt auch Angebote am Markt, die Tranchen von 1 oder 12 Monaten ermöglichen. Immer zu Beginn einer Tranche übernimmt die Bank den aktuellen LIBOR als Grundlage für den Zinssatz der Hypothek. Nach internationaler Usanz werden die Zinsen am Ende jeder Tranche fällig. Gleichzeitig erfolgt die Berechnung des Hypothekarzinses für die folgende Tranche.

Vorteile der LIBOR-Hypothek:

  • Günstigerer Zinssatz als bei langfristigen Hypothekenmodellen.
  • Sinkende Zinsen werden zeitnah an den Konsumenten weitergegeben und entlasten das Budget.

Nachteile der LIBOR-Hypothek:

  • Steigende Zinsen werden ebenfalls zeitnah an den Konsumenten weitergeleitet und belasten das Budget.
  • Niedrige Zinsen können nicht langfristig fixiert und genutzt werden.
  • Bei vorzeitiger Kündigung der Rahmenlaufzeit wird eine Vorfälligkeitsentschädigung (Penalty / Ausstiegskosten) fällig.

Wie Sie sch vor steigenden Zinsen schützen

Theoretisch kann eine LIBOR-Hypothek unbezahlbar werden, da die Zinsen entsprechend dem Verlauf des Referenzzinsatzes sehr hoch steigen können. Um sich gegen steigende Zinsen abzusichern, können Konsumenten mit der Bank einen sogenannten Cap vereinbaren. Übersteigt der LIBOR-Satz inklusive der Marge der Bank den vereinbarten Zinssatz, steigt der Hypothekarzins der Bank dennoch nicht über die vertraglich festgelegte Höhe. Diese Planungssicherheit für das Budget lassen sich die Banken teuer bezahlen. Der Cap kann nur bei Vertragsabschluss festgelegt werden und erfordert eine Einmalzahlung durch den Kunden. Diese Einmalzahlung erhöht die Gesamtkosten für die LIBOR-Hypothek und schmälert den Zinsvorteil erheblich.

Die LIBOR-Hypothek in eine Festhypothek umwandeln

Die meisten Banken bieten Konsumenten eine andere Möglichkeit, steigenden Zinsen zu begegnen. So ist es bei Ablauf einer Tranche möglich, die LIBOR-Hypothek kostenfrei in eine Festhypothek umzuwandeln. Dieser Schritt sollte immer gut überlegt sein. Reagieren Bankkunden bei nur kurzfristigem Ansteigen des Hypothekarzinses zu früh, binden sie sich unnötig lange an eine Festhypothek mit hohem Zinssatz. Steigen die Marktzinsen dagegen dauerhaft und stetig, gilt es, sich frühzeitig möglichst niedrige Zinsen zu sichern.

Für wen ist eine LIBOR-Hypothek geeignet?

Dieses Hypothekenmodell sorgt durch den regelmässig angepassten Zins für schwankende monatliche Belastungen. In einem Niedrigzinsumfeld ist es die günstigste Art, eine Immobilie zu finanzieren. Bei steigenden Marktzinsen sollten Konsumenten die zusätzliche Belastung bis zu einem gewissen Grad sicher tragen können. Je höher das Bedürfnis nach Planungssicherheit ist, desto stärker sollte die Finanzierung auf einer Festhypothek basieren. Wer schwankende Zinsen und damit unter Umständen höhere monatliche Raten ausgleichen kann, sollte bei niedrigen Zinsen die Vorteile einer LIBOR-Hypothek nutzen. Je nach individueller Vorliebe ist es möglich, die Finanzierung der Immobilie auf einer Kombination aus Fest- und LIBOR-Hypotheken aufzubauen.