Person mit gebrochenem Bein im Krankenhaus
Zürich, 29.11.2016

Spitalzusatzversicherung als Privat- oder Halbprivat-Versicherung

Wer über eine Spitalzusatzversicherung (stationäre Zusatzversicherung) verfügt, geniesst bei einer stationären Behandlung mehr Wahlfreiheit und Komfort. Abhängig vom Tarif ist der Aufenthalt im Ein- oder Zweibettzimmer möglich und die Behandlung erfolgt auf Wunsch durch den Oberarzt oder Chefarzt. Diese Kosten trägt die Grundversicherung nicht. Die Spitalversicherung beteiligt sich an den Mehrkosten oder übernimmt sie ganz, je nach ausgewählter Tarif- und Prämienkonstellation. Da die Prämien für diese Zusatzversicherung relativ hoch sind, entscheiden sich viele Kunden für Tarife mit Selbstbehalt oder mit einem Bonus-Malus-System. Wegen der deutlichen Prämienunterschiede lohnt sich ein Vergleich verschiedener Anbieter und Tarife. Jetzt kostenlos und unabhängig beraten lassen.

Spitalwahl in der Grundversicherung

Die Grundversicherung übernimmt die Kosten einer Behandlung in der allgemeinen Abteilung eines Spitals im Wohnsitzkanton. Öffentlich subventionierte Spitäler sind den öffentlichen gleichgestellt. In anderen Kantonen werden die Kosten bei jenen Spitälern übernommen, die auf der Spitalliste des Wohnsitzkantons aufgeführt sind. Die Kostenübernahme beschränkt sich jedoch auf den Betrag, der für die gleiche Leistung im Wohnsitzkanton anfallen würde – eine eventuelle Differenz müssen Versicherte selber bezahlen.

In dringenden Notfällen oder bei Erkrankungen, die eine Behandlung in einer Spezialklinik eines anderen Kantons erfordern, sind Ausnahmen von der Kantonsbindung möglich. Eine komplette Wahlfreiheit besteht jedoch nur für Patienten mit Spitalversicherung.

Allgemeine Abteilung in der ganzen Schweiz

Der Tarif «Allgemeine Abteilung in der ganzen Schweiz» ermöglicht Patienten die freie Wahl des Spitals in der gesamten Schweiz. So besteht bei entsprechender Vertragsgestaltung die Möglichkeit, sich für ein besonders modernes Spital zu entscheiden oder die Vorzüge von Kliniken mit Spezialabteilungen zu nutzen, auch wenn sie nicht auf der Spitalliste stehen. Für Patienten, die an einer Kantonsgrenze wohnen, ist der Weg zu einem Spital im Nachbarkanton zudem oft kürzer als zur nächsten Klinik im eigenen Kanton. Zwar werden von der Grundversicherung auch die Behandlungskosten in einem anderen Kanton übernommen, allerdings nur, wenn das Krankenhaus auf der Spitalliste geführt ist und nur bis zu den Kosten, die eine Behandlung im Wohnkanton gekostet hätte. Zusatzversicherungen, die nur diese Leistung anbieten, sind relativ preisgünstig.

Leistungen der Halbprivat-Versicherung

Als Halbprivat-Versicherung wird eine Zusatzversicherung bezeichnet, die den Versicherten einen Anspruch auf einen stationären Aufenthalt in einem Zweibettzimmer und eine Behandlung durch den Oberarzt ermöglicht. Der halbprivate Versicherungsschutz schliesst normalerweise die freie Spitalwahl in der ganzen Schweiz ein. Die Grundversicherung trägt ihren Anteil an den Kosten, die in der allgemeinen Abteilung anfallen würden. Die Mehrkosten für das Zweibettzimmer und die Oberarzt-Behandlung übernimmt die Spitalzusatzversicherung. Die Prämien für diesen Zusatz sind meist relativ hoch gemessen an dem persönlichen Vorteil der Patienten. In vielen öffentlichen Spitälern sind Zweibettzimmer bereits Standard, sodass der Vorteil dieser Zusatzversicherung sich auf die freie Arztwahl beschränkt.

Private Zusatzversicherung

Die private Spitalzusatzversicherung bietet den grössten Komfort. Sie übernimmt die Differenz zwischen den Kosten für einen Spitalaufenthalt in der allgemeinen Abteilung im Wohnsitzkanton und der privaten Abteilung eines Spitals nach Wahl. In der privaten Abteilung besteht ein Anspruch auf ein Einbettzimmer sowie in einem öffentlichen Spital auf die Behandlung durch den Chefarzt. In privaten Kliniken kann die Chefarzt-Behandlung unter Umständen auch für Privatversicherte ausgeschlossen sein.

Dieser Tarif ist der teuerste unter den stationären Zusatzversicherungen, so dass es sich lohnen kann, die Prämien durch einen Selbstbehalt oder ein Bonussystem zu reduzieren. Auch eine Beschränkung auf die Auswahl bestimmter Spitäler, mit denen der Versicherer spezielle Konditionen vereinbart hat, kann zur Senkung der Prämie beitragen.

Flextarife bieten ein individuelles Wahlrecht

Getreu ihrem Namen zeichnen sich Flextarife durch eine hohe Flexibilität aus, die sich auf die Auswahl der Spitalabteilung bezieht. Eine Spitalzusatzversicherung mit Flextarif gibt dem Patienten die Möglichkeit, sich bei jedem Spitaleintritt individuell für die allgemeine, halbprivate oder private Abteilung zu entscheiden. Im Fall eines schweren Eingriffs oder eines absehbar langen Spitalaufenthalts kann die Wahl des Privattarifs sinnvoll sein und die allgemeine Abteilung für einen kurzen Aufenthalt ausreichen. So lassen sich die Prämien für die Spitalzusatzversicherung reduzieren. Bei einem privaten oder halbprivaten Spitaleintritt entsteht üblicherweise ein entsprechender Selbstbehalt.

Hotelversicherung für den komfortablen Spitalaufenthalt

Ein Angebot, das nur noch wenige Versicherer zur Verfügung stellen, ist die sogenannte Hotel- oder Hotellerieversicherung. Diese Form der Spitalzusatzversicherung bezieht sich ausschliesslich auf die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer. Auf die Ober- oder Chefarztbehandlung verzichten Versicherungsnehmer, weil es ihnen vorrangig darum geht, den Komfort des kleinen Krankenzimmers zu nutzen. Ein Anspruch auf die Unterbringung besteht häufig nur, wenn entsprechende Zimmer frei sind. Bei hohen Belegungszahlen gehen die Ansprüche von Halbprivat- und Privatpatienten auf ein Ein- oder Zweibettzimmer vor. Aus diesem Grund ist diese Spitalversicherung weniger attraktiv und nur noch selten im Angebot.