Cabrio
Zürich, 29.11.2016

Tagesschilder und weitere Sonderfälle richtig nutzen

Neben den normalen Kontrollschildern gibt es in der Schweiz für bestimmte Zwecke auch verschiedene befristete Kontrollschilder.

Tagesschilder

Für nicht immatrikulierte, aber betriebssichere Fahrzeuge oder Anhänger erhalten Personen mit Schweizer Wohnsitz auf Gesuch hin ein befristetes Kontrollschild (auch Tagesnummer oder Tagesschild genannt). Damit können in der Schweiz unentgeltliche Fahrten – zum Beispiel Überführungen, Vorführungen, Probefahrten oder Fahrten zur Fahrzeugprüfung – durchgeführt werden. Die Tagesschilder gelten je nach Wunsch 24, 48, 72 oder 96 Stunden. Sie werden erst bei Beginn der Gültigkeit beziehungsweise in einigen Kantonen maximal 24 Stunden vor Beginn der Gültigkeit an den Lenker abgegeben. Beachtet werden muss:

  • Neben dem Fahrzeugführer dürfen maximal acht Personen im Fahrzeug sitzen.
  • Der Transport von gefährlichen Gütern ist verboten.
  • Gewerbsmässige Personentransporte sind nicht erlaubt, da mit Tagesschildern nur unentgeltliche Fahrten möglich sind.
  • Ebenfalls verboten ist der Sachtransport mit Fahrzeugen, die schwerer als 3,5 Tonnen sind.

Um eine Tagesnummer zu erhalten, müssen in der Regel die Fahrzeugpapiere – also Fahrzeugausweis und Prüfbericht – sowie der Fahrausweis des Lenkers vorgelegt werden. Die Tagesschilder müssen nach Ablauf der Gültigkeit wieder beim Strassenverkehrsamt abgegeben oder per Post zurückgeschickt werden. In einigen Kantonen wird zur Sicherstellung der rechtzeitigen Rückgabe eine Kaution eingehoben. Für die Ausgabe der Tagesnummern fallen neben den Versicherungsprämien Gebühren an, deren Höhe von der Länge der Gültigkeit und der Art des Fahrzeugs abhängt. Auch die Verkehrssteuer (Verkehrsabgabe, Kfz-Steuer) ist zu bezahlen. Die jeweiligen Gebührenhöhen unterscheiden sich von Kanton zu Kanton.

Tagesnummer-Versicherung

Der Fahrzeughalter muss der Kollektiv-Haftpflichtversicherung des Kantons, in dem er das Gesuch einreicht, beitreten. Den Prämienanteil muss er vor dem Erhalt der Tagesschilder bezahlen. Gibt er die Schilder nach Ablauf der Gültigkeit nicht zurück, muss er für jeden über die Gültigkeit hinausgehenden Tag eine Zusatzprämie entrichten. Die Versicherungsdeckung und die Pflicht zur Prämienzahlung enden 60 Tage nach Ablauf der Gültigkeit.

Provisorische Kontrollschilder

Provisorische Kontrollschilder erhalten Fahrzeuge, die nur oder nur noch für eine begrenzte Dauer in der Schweiz genutzt werden. Auch unverzollte Fahrzeuge, deren Halter keine diplomatischen Vorrechte haben, werden mit Zustimmung der Zollbehörde mit provisorischen Kontrollschildern versehen.

Diese Kontrollschilder sind befristet gültig und werden nach Vorlage eines befristeten Versicherungsnachweises abgegeben. Die Gültigkeit der Kontrollschilder läuft spätestens an dem im Versicherungsnachweis angegebenen Tag ab, stets aber auf das Ende des Monats. Allerdings kann die Gültigkeit vor Ablauf der Frist verlängert werden.

Die Kontrollschilder werden gegen Gebühr – dazu gehören administrative Gebühren sowie Verkehrssteuern - direkt an die Lenker ausgegeben. Die Gebührenhöhe unterscheidet sich in den Kantonen. Auch die für die Erteilung von provisorischen Kontrollschildern und für die Verlängerung vorzulegenden Dokumente sind unterschiedlich.

Befristete Kontrollschilder sind mit einer Kontrollmarke versehen, die den Monat und das Jahr, in dem das Schild abläuft, aufweist. Im Unterschied zu den Tagesnummern müssen diese Kontrollschilder nach Ablauf der Gültigkeit nicht zurückgegeben werden.

Exportkontrollschilder

Für den Export von Fahrzeugen ist eine provisorische Immatrikulation zwingend notwendig. Exportschilder gelten jeweils bis zum Ende des laufenden Monats. Sind es nur noch vier Tage bis zum Monatsende, kann eine Gültigkeitsdauer bis zum Ende des folgenden Monats beantragt werden. Die Gültigkeit ist maximal 35 Tage; eine Verlängerung ist nicht möglich. Für die Ausstellung von Exportkontrollschildern werden in der Regel – hier gibt es Unterschiede in den Kantonen – folgende Dokumente benötigt:

  • bei Gebrauchtwagen der Original-Fahrzeugausweis
  • bei Neuwagen der Prüfungsbericht 13.20 A
  • die Betriebssicherheitsbestätigung
  • bei einem unverzollten Fahrzeug die Zustimmung der Zollbehörde
  • Identitätsnachweis (zum Beispiel Reisepass)
  • eine Vollmacht, wenn das Fahrzeug auf eine andere Person eingelöst ist

Da auch Fahrzeuge mit Exportschildern nur versichert am Strassenverkehr teilnehmen dürfen, muss der Antragsteller der vom Amt für Strassenverkehr und Schifffahrt (ASS) abgeschlossenen, kollektiven Haftpflichtversicherung beitreten. Die Versicherung stellt eine internationale Versicherungskarte (grüne Karte) aus.

Im Fahrzeugausweis wird der Vermerk „Für den Export bestimmt“ eingetragen. Die Exportkontrollschilder sind mit einer speziellen Kontrollmarke versehen, die das Ablaufdatum aufweist. Sie müssen nach dem Ablaufdatum nicht zurückgegeben werden.

Um die Exportkontrollschilder zu erhalten, müssen Halter die Versicherungsprämie, die Gebühren und die anteiligen Verkehrssteuern bezahlen. Die Höhe der Gebühren und Verkehrssteuern unterscheidet sich in den Kantonen.

Ausnahmen

Für Fahrzeuge, die für den Transport gefährlicher Güter oder für den Personentransport bestimmt sind, werden keine Exportschilder ausgestellt. Auch für spezielle Fahrzeugarten, für gebrauchte Fahrzeuge mit ausländischem Fahrzeugausweis, für nicht verzollte und nicht immatrikulierte Fahrzeuge werden keine Exportkontrollschilder vergeben. Ausgenommen sind auch Fahrzeuge, die auf Wechselnummern eingelöst sind.