Telmed
Zürich, 23.08.2017

Telmed gehört zu den Managed-Care-Modellen, die den Schweizer Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, alternativ zur obligatorischen Krankenpflegeversicherung ein prämienbegünstigtes Versorgungsmodell zu wählen. Im Telmed-Modell suchen die Patienten bei auftretenden gesundheitlichen Problemen nicht sofort einen Arzt ihrer Wahl auf. Stattdessen rufen sie zuerst eine zentrale Beratungsstelle an. Von dort aus erfolgt eine telefonische Erstberatung. Diese besteht in der Regel aus Handlungsempfehlungen und der Vermittlung an eine Arztpraxis, Ambulanz oder an ein Spital zur stationären Aufnahme.

Die 20 grössten Krankenkassen mit Telmed-Modellen 2017

Krankenkasse Name Modell Behandlungsplan verpflichtend Freie Arztwahl
CSS Callmed Ja Nein
SWICA FAVORIT TELMED Nein Ja
Helsana BeneFit PLUS Telmed Ja Nein
Helsana Premed-24 Nein Ja
Visana Med Call Nein Ja
Visana Tel Doc Ja Nein
Mutuel Krankenversicherung PrimaTel Ja Nein
Mutuel Krankenversicherung SanaTel Nein Ja
KPT KPTwin.win Ja Ja
Sanitas CallMed Ja Ja
Philos PrimaTel Ja Nein
Philos SanaTel Nein Ja
Avenir PrimaTel Ja Nein
Avenir SanaTel Nein Ja
Easy Sana PrimaTel Ja Nein
Easy Sana SanaTel Nein Ja
Arcosana Callmed Ja Nein
Progrès BeneFit PLUS Telmed Ja Nein
Progrès Premed-24 Nein Ja
Atupri FlexCare Ja Nein
Atupri TelFirst Ja Nein
Intras FIRST CALL Ja Nein
Intras Callmed Ja Nein
ÖKK Casamed 24 Ja Nein
Vivao Sympany callmed 24 Ja Ja, Fachrichtung vorgegeben
EGK TelCare Ja Nein
Sanagate SanaCall Ja Nein
Sana24 Med Call Nein Ja
Vivacare Tel Doc Ja Nein

Wie entsteht Kostenersparnis durch Telmed?

Telmed hat sich in der Schweiz seit seiner Einführung zu einer beliebten Alternative gegenüber der herkömmlichen Standard-Grundversicherung etabliert. Indem Patienten zunächst eine zentrale Beratung und Vermittlung in Anspruch nehmen, entsteht für die Versicherungsgesellschaften eine bessere Wirtschaftlichkeit. Denn die Telefonberater können die notwendigen Schritte, die ein Patient nun unternehmen muss, sinnvoll steuern und koordinieren. Der Patient spart dadurch ggfs. Wege und Zeit. Die geschulten Fachkräfte eines solchen telemedizinischen Dienstes vermitteln den Patienten in den meisten Fällen an bestimmte Ärzte, Ärztenetze und Spitäler in Wohnortnähe. Es handelt sich um Praxen und Einrichtungen, mit denen die Versicherungsgesellschaften besondere vertragliche Vereinbarungen bezüglich der Leistungsvergütung eingegangen sind.

Direkte Vorteile von Telmed-Modellen

Versicherungsgesellschaften in der Schweiz, die einen Telmed-basierten Versicherungstarif anbieten, gewährleisten vor allem eine hohe Verfügbarkeit des telefonischen Dienstes. Der Service kennt weniger zeitliche Einschränkungen und Wartezeiten, als bei einem unangemeldeten persönlichen Besuch in einer Arztpraxis üblich sind. Zudem profitieren Patienten mit kleineren Problemen von der Kompetenz der Berater: Manchmal können diese zu einer schnellen und einfachen Lösung beitragen, die einen Arztbesuch erspart. Denn viele Telmed-Angebote beinhalten auch telefonische Konsultationen durch ausgebildete Ärzte.

Indirekte Vorteile von Telmed-Modellen

Da der Versicherte im Bedarfsfall nicht gleich auf eigene Faust handelt, entfallen die typischen und kostenintensiven Unwägbarkeiten eines medizinischen Versorgungssystems. Diese entstehen unter anderem durch unnötige Besuche von Fachärzten, wenn bereits Hausärzte eine optimale Therapie gewährleisten können. Umgekehrt kann der Gang zum Hausarzt zwecks Überweisung an einen Facharzt oder an ein Spital entfallen. Denn der Bedarf einer spezialisierten ärztlichen Behandlung kann häufig schon im Telefongespräch erkannt werden. Die Versicherungsgesellschaften sparen also administrativen Aufwand und auch Vergütungen für eventuell unnötige Leistungen. Diese Kostenvorteile geben sie dann in Form eines prämienvergünstigten monatlichen Tarifs an die Versicherten weiter.

Verpflichtungen des Versicherten im Telmed-Konzept

Die Regeln, welche die Patienten einhalten müssen, stellen zugleich sicher, dass die Versicherungsunternehmen die erwarteten Kosteneinsparungen auch tatsächlich realisieren können:

  • Der Versicherte darf die Verpflichtung, zuerst telefonischen Kontakt zur zentralen Beratungsstelle aufzunehmen, nicht umgehen.
  • Wenn der Versicherte die Verpflichtung umgeht und eigenständig einen Arzt aufsucht, muss er die Behandlungskosten selbst bezahlen oder es entfällt der Anspruch auf Prämienvergünstigung.

Der Versicherte erhält nach Abschluss eines Telmed-Vertrags eine oder gegebenenfalls auch mehrere feste Telefonnummern, die im Bedarfsfall zu kontaktieren sind. Wenn sich ein Patient nicht am Wohnort befindet, sondern in einer anderen Region geschäftlich oder privat unterwegs ist, erweist sich diese Verpflichtung im Telmed-Modell sogar als besonders vorteilhaft. Denn er kann sich über die Telmed-Beratung am aktuellen Aufenthaltsort zielsicher an eine ärztliche Praxis oder ein Spital vermitteln lassen.
Einige Versicherungsgesellschaften bieten auch Telmed-Modelle mit freier Arztwahl – nach dem telefonischen Erstkontakt – an, wobei dann die Prämienrabatte niedriger ausfallen als bei Angeboten mit eingeschränkter Arztwahl. Die Versicherer bieten darüber hinaus häufig freiwillige, ebenfalls telefonbasierte Zusatzleistungen an, die von Anbieter zu Anbieter variieren. Telmed-Interessierte können alle Angebote der Versicherungen im Vorfeld sondieren und für sich persönlich entscheiden, welche Leistungen sie als sinnvoll erachten und als Entscheidungskriterium heranziehen.

Ausnahmen von der Regelung

Es gibt auch im Telmed einige Ausnahmen von der Verpflichtung, immer zuerst den telefonischen Dienst in Anspruch zu nehmen. Diese Ausnahmen bestehen für folgende Situationen:

  • akute Notfälle – hier besteht lediglich die Verpflichtung, den Telmed-Dienst innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens nachträglich zu informieren. Diese Fristen legen die Telmed-Anbieter je unterschiedlich fest.
  • gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen und Schwangerschaftsbetreuung
  • augenärztliche Kontrolluntersuchungen

In diesen Fällen besteht auch für Telmed-Versicherte die freie Arztwahl. Diese Ausnahmen sind durch das Schweizer Krankenversicherungsgesetz geregelt. Es ist also nicht möglich, dass eine Versicherungsgesellschaft diese Ausnahmen vertraglich ausschliesst.