Straßen-Werkehr in der Stadt
Zürich, 29.11.2016

Was beim Fahren in Umweltzonen zu beachten ist

Die Abgase von Kraftfahrzeugen tragen wesentlich zur Luftverschmutzung bei, von der vor allem städtische Ballungszentren und Gebiete mit einem hohen Verkehrsaufkommen stark betroffen sind. Zahlreiche Städte und Gemeinden in Europa wurden daher bereits vor einigen Jahren zu Umweltzonen erklärt, die nur noch mit schadstoffarmen Fahrzeugen befahren werden dürfen. Die Feinstaub- oder Umweltplakette ist ein Aufkleber, der solche emissionsarmen Fahrzeuge identifiziert.

Die Feinstaubplakette in Deutschland

Besonders in vielen Regionen Deutschlands ist eine Umweltplakette erforderlich. Sie muss gut sichtbar auf der rechten unteren Frontscheibe des Fahrzeugs angebracht werden. Fahrzeuge werden aufgrund ihrer Emissionen in insgesamt vier Schadstoffgruppen eingeteilt und mit einer entsprechenden Plakette gekennzeichnet. Die europäische Abgasnorm legt für Kraftfahrzeuge die Grenzwerte für die Emissionen von Kohlenstoffmonoxid, Stickstoffdioxid, Kohlenwasserstoff und Feinstaubpartikeln fest. Die Grenzwerte sind insbesondere abhängig vom Motor (Benzin- oder Dieselmotor) und vom Fahrzeugtyp.

Grüne Umweltplakette

Die grüne Feinstaubplakette kennzeichnet alle Fahrzeuge der Schadstoffklasse 4. Konkret sind das die nachfolgenden Emissions-Schlüsselnummern 01, 02, 14, 16, 18 - 75 sowie 77 für Benziner und die Schlüsselnummern 32, 33, 38, 39, 43, 53, 55 - 59, 60 - 70 sowie 73 - 75 für alle Dieselfahrzeuge. Die Emissions-Schlüsselnummern sind im Fahrzeugausweis auf der rechten Seite unten unter der Bezeichnung „Emissionscode“ notiert. Autos, die die grüne Umweltplakette erhalten, dürfen alle als Umweltzonen ausgewiesenen Gebiete uneingeschränkt befahren.

Gelbe Umweltplakette

Alle Dieselfahrzeuge, die der Schadstoffgruppe 3 angehören, erhalten eine gelbe Umweltplakette. Dies entspricht den Schlüsselnummern 30 - 31, 36, 37, 42, 44 - 52 sowie 72. Abgesehen von einigen Ausnahmen besteht mit einer gelben Feinstaubplakette kein Fahrverbot in Umweltzonen.

Rote Umweltplakette

Die rote Umweltplakette ist das Zeichen für Fahrzeuge, die der Schadstoffgruppe 2 angehören. Das sind ausschliesslich Dieselfahrzeuge mit den Schlüsselnummern 25 - 29, 35, 41 und 71. In den meisten Umweltzonen ist das Fahren mit der roten Feinstaubplakette untersagt.

Keine Umweltplakette

Keinen Anspruch auf eine Umweltplakette haben Benzinfahrzeuge mit den Schlüsselnummern 00, 03 - 13, 15, 17, 88 und 98 sowie Dieselfahrzeuge mit den Schlüsselnummern 0 - 24, 34, 40, 77, 88 und 98. Diesen Fahrzeugen ist das Durchfahren von Umweltzonen ausdrücklich untersagt.

Hinweisschilder für Umweltzonen

Das deutsche Umweltbundesamt hat online eine Übersicht über die Umweltzonen in deutschen Städten und Gemeinden, getrennt nach Bundesländern, zusammengestellt. Erkennbar ist der Beginn einer Umweltzone am entsprechenden Hinweisschild mit einem roten Kreis und der Inschrift „Umwelt“. Aufgehoben wird eine Umweltzone durch dasselbe, in diesem Fall aber durchgestrichene Zeichen. Durch ein weiteres Zusatzzeichen unterhalb des Umweltzone-Hinweisschildes ist anhand von Plakettenfarben – gelb, grün und rot – zu erkennen, für welche Fahrzeuge die Zufahrt in die jeweilige Umweltzone erlaubt ist. Fahrzeuge ohne Feinstaubplakette dürfen eine Umweltzone grundsätzlich nicht befahren – ansonsten droht eine Busse.

Deutsche Feinstaubplakette für Fahrzeuge aus der Schweiz

Auch im Ausland zugelassene Fahrzeuge benötigen eine Feinstaubplakette, um deutsche Umweltzonen befahren zu dürfen. Die Zuordnung zu einer Umweltplakette ergibt sich aus der Kennzeichnungsverordnung. Ansonsten erfolgt die Zuordnung zu einer Schadstoffgruppe anhand des Jahres, in dem das jeweilige Fahrzeug erstmalig zugelassen worden ist. Die Feinstaubplakette ist nicht auf andere Fahrzeuge übertragbar, sondern gilt nur für dasjenige, dessen Kontrollschild im Fahrzeugausweis aufgeführt ist.

Um die Gefahr einer Busse zu minimieren, ist es wichtig, die Feinstaubplakette rechtzeitig zu erwerben –dies ist bei diversen Online-Verkaufsstellen oder bei den Kontaktstellen des TCS möglich . Fast alle Kontaktstellen führen auch die Umweltplaketten für Österreich.

Die Feinstaubplakette in anderen europäischen Ländern

Umweltplaketten werden neben Deutschland auch in Dänemark, Schweden und Österreich benötigt. Allerdings betreffen diese teilweise andere Fahrzeugtypen als in Deutschland.

Das „Umwelt-Pickerl“: Die österreichische Feinstaubplakette

In Österreich heisst die Umweltplakette „Umwelt-Pickerl“. Mit Wirkung vom 01.01.2015 hat Österreich die Stadt Wien und umliegende Bezirke im Bundesland Niederösterreich zu Umweltzonen erklärt, die von Pkw, Bussen und Lkw nur noch mit einem Umwelt-Pickerl befahren werden dürfen. Zu beachten ist, dass es für die österreichische Umweltzone unerheblich ist, ob das entsprechende Fahrzeug bereits eine ausländische Umweltplakette besitzt.

Dänemark

In Dänemark benötigen alle Busse und Lkw für die Fahrt in den Umweltzonen Kopenhagen, Aarhus, Odense und Aalborg die Umweltplakette „EcoSticker“.

Schweden

In Schweden wurden die Städte Göteborg, Helsingborg, Lund, Malmö, Mölndal und Stockholm zu Umweltzonen erklärt. Hier benötigen schwere Dieselfahrzeuge, Lkw und Busse über 3,5 Tonnen eine Umweltplakette.

Weitere Länder

In anderen Ländern Europas wird die freie Zufahrt in Umweltzonen anders gehandhabt. In London beispielsweise muss das Fahrzeug in der nationalen Datenbank entsprechend registriert sein. Im Ausland zugelassene Kraftfahrzeuge müssen separat registriert werden. Schweizer Lenker, die eine Fahrt ins Ausland und eventuell in eine Umweltzone planen, sollten sich rechtzeitig über die jeweiligen Regelungen informieren.