Vertrag Formular auf Tisch mit Tastatur, Maus und Kafeetasse
Zürich, 29.11.2016

Nachweis für den Versicherungsschutz

Die Versicherungspolice dient als Nachweis für den Versicherungsschutz. In der Police sind alle die Versicherung betreffenden Informationen schriftlich festgehalten und von beiden Vertragsparteien – der Versicherung und dem Versicherten – unterschrieben.

Versicherungsantrag

In der Regel kommt ein Versicherungsvertrag zustande, indem der Interessent bei der Versicherung einen Antrag für einen Vertragsabschluss stellt. Ab der Übergabe ist er 14 Tage an seinen Antrag gebunden. Ist für die Versicherung eine ärztliche Untersuchung notwendig, gilt eine Bindung von vier Wochen. Wenn die Versicherung den Antrag nicht innerhalb dieser 14 Tage annimmt, steht es dem Interessenten frei, bei einer anderen Versicherung einen Antrag zu stellen.

Informationspflicht der Versicherung

Vor Vertragsabschluss muss die Versicherung den Antragsteller über die wesentlichen Inhalte des Vertrags informieren:

  • die versicherten Risiken
  • den Umfang des Versicherungsschutzes
  • die zu bezahlenden Prämien
  • die Pflichten des Versicherten
  • die Laufzeit und Beendigung des Versicherungsvertrages
  • eventuelle Rückkaufs- und Umwandlungswerte
  • die Informationen zum Datenschutz

Der Versicherungsnehmer muss vor Abschluss in jedem Fall über die Allgemeinen Versicherungsbedingungen verfügen. Kommt die Versicherung dieser Informationspflicht nicht nach, kann er den Vertrag innerhalb von vier Wochen schriftlich kündigen. Die Kündigung ist wirksam, sobald sie beim Versicherungsunternehmen eintrifft. Da der Versicherungsnehmer mit seiner Unterschrift auch bestätigt, sämtliche Informationen erhalten zu haben, sollte dies vor dem Unterschreiben kontrolliert werden.

Informationspflicht des Versicherten

Wer eine Versicherung abschliessen möchte, sollte in jedem Fall mehrere Offerten unterschiedlicher Unternehmen vergleichen. Anhand der eigenen Anforderungen und Wünsche können die Angebote und Versicherungsbedingungen verglichen und so der optimale Schutz gefunden werden. Ist die Entscheidung für eine bestimmte Offerte gefallen, müssen die Fragen, die die Versicherung im Antragsformular stellt, vollständig und wahrheitsgetreu beantwortet werden. Auf Basis dieser Antworten beurteilt die Versicherung das Risiko und legt die Prämienhöhe fest. Sie kann im Fall von Falschangaben den Vertrag kündigen oder bereits erbrachte Leistungen zurückfordern. Zudem sind Versicherte verpflichtet, während der Laufzeit eintretende Änderungen der im Antrag angegebenen Informationen der Versicherung bekannt zu geben. Die Versicherung aktualisiert unter Umständen die Risikobeurteilung und die Höhe der Prämie.

Nichtigkeit von Versicherungsverträgen

Ist der Schaden, der versichert werden soll, bei Vertragsabschluss bereits eingetreten, ist die Versicherung nichtig. Dies gilt auch, wenn die zu versichernde Gefahr bei Vertragsabschluss bereits weggefallen ist.

Gebühren für die Versicherungspolice

Die Versicherung ist verpflichtet, die Police dem Versicherten auszuhändigen. Rein gesetzlich ist sie berechtigt, dafür sowie für Änderungen an der Police Gebühren zu verlangen.

Inhalt der Police im Detail

Die Versicherungspolice enthält alle Rechte und Pflichten beider Parteien. Im Streitfall gilt, was in der Police festgehalten ist. Was nicht vertraglich geregelt ist, kann auch nicht eingefordert werden.
So enthält eine Kfz-Versicherungspolice in der Regel folgende Informationen:

  • Örtliche Geltung: Hier ist genau festgehalten, in welchen Ländern der Versicherungsschutz gilt. Lenker, die mit ihrem Auto viel im Ausland unterwegs sind, sollten sicherstellen, dass ihre Destinationen enthalten sind.
  • Beginn und Dauer des Versicherungsschutzes: Normalerweise beginnt der Versicherungsschutz an dem in der Police festgehaltenen Tag und gilt für ein Jahr. Verträge mit kürzerer Dauer erlöschen am aufgeführten Tag.
  • Regelungen für die Vertragsänderungen
  • Veränderungen der Prämienstufe
  • Bonus-Regelungen bei Haftplicht- und Vollkaskoversicherung
  • Vorschriften und Regelungen für den Schadenfall inklusive Regelungen zu Selbstbehalt und Informationen über das Regressrecht
  • Regelungen für die Hinterlegung der Kontrollschilder
  • Versicherungsschutz für Ersatzfahrzeuge
  • Wechselschild-Regelungen
  • Richtlinien für Entschädigungen
  • Umfang der Versicherung im Detail, Liste und Erläuterungen der gedeckten Schadenereignisse
  • Ausschlüsse
  • Informationen über die Folgen bei Grobfahrlässigkeit
  • Informationen zum Auslandschadenschutz
  • Begriffserklärungen

Versicherungspolice kündigen

Der Versicherungsnehmer kann den Vertrag zu verschiedenen Zeitpunkten kündigen. Im Falle der Kfz-Versicherung hat er folgende Möglichkeiten:

  • Wenn er feststellt, dass der Versicherer die vorvertragliche Informationspflicht nicht erfüllt hat.
  • Nach Ablauf der Vertragsdauer: Die meisten Versicherungsverträge enthalten ein jährliches Kündigungsrecht.
  • Bei Fahrzeugwechsel: Wird das bisherige Auto abgemeldet, kann die Kündigung ohne Einhaltung von Fristen erfolgen. Die Kündigung gilt normalerweise ab dem Abmeldedatum des Autos.
  • Bei Halterwechsel: Wird das Auto verkauft, kann die Kündigung ebenfalls ohne Einhaltung von Fristen erfolgen. Das gilt auch, wenn das Auto durch einen Erbgang den Eigentümer wechselt.
  • Bei Prämien- oder Selbstbehaltserhöhung: Ändert die Versicherung die Prämienhöhe oder die Vertragsbedingungen, ist eine Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Das Kündigungsschreiben muss bis zum letzten Tag des Versicherungsjahres bei der Versicherung eingetroffen sein. Das Kündigungsrecht gilt nicht, wenn die Prämienanpassung auf Wunsch des Versicherten erfolgt ist.
  • Im Schadenfall: Nach jedem Schadenfall, für den die Versicherung eine Entschädigung zahlt, kann der Vertrag gekündigt werden. Die Kündigung muss bis spätestens 14 Tage nach der Mitteilung, dass die Versicherung für den Schaden aufkommt, erfolgen.

Die Kündigungsfristen sind für die einzelnen Kündigungsfälle unterschiedlich. In der Versicherungspolice sind sie aufgeführt. Dasselbe gilt für den Zeitpunkt, an dem die Kündigung wirksam wird.

Aber auch der Versicherer kann den Vertrag kündigen. Bei einer Autoversicherung ist das in folgenden Fällen möglich:

  • Wenn die Laufzeit abläuft.
  • Im Schadenfall, nachdem die Versicherung die Leistung erbracht hat.
  • Wenn der Versicherte im Antragsformular falsche Angaben gemacht hat.
  • Im Fall von Versicherungsbetrug durch den Versicherten.
  • Wenn der Versicherte den Schadenfall absichtlich herbeiführt.
  • Wenn der Versicherte die Prämie nicht bezahlt.

Manche Gesellschaften kündigen den Vertrag auch dann, wenn der Versicherte absichtlich über eine Doppelversicherung verfügt.

Der Kfz-Versicherungsvertrag erlischt automatisch, wenn das versicherte Fahrzeug mit ausländischen Kontrollschildern versehen wird oder der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt. Geht die Versicherung Konkurs, erlischt der Vertrag innerhalb von vier Wochen ab der Konkurseröffnung. Der Versicherungsnehmer kann eventuell offene Forderungen geltend machen. Geht der Versicherte Konkurs, endet der Vertrag mit der Konkurseröffnung.