Arbeiten in der Schweiz

Kurzfristige Erwerbstätigkeit

Wer aus Deutschland kommt und weniger als drei Monate oder maximal 90 Tage pro Kalenderjahr in der Schweiz arbeitet, braucht keine Bewilligung. Verpflichtet ist man aber, seine Erwerbstätigkeit beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI zu melden. Die Anmeldung kann online ausgefüllt werden.

Erwerbstätigkeit länger als drei Monate

Wer plant, länger als drei Monate in der Schweiz zu arbeiten, braucht eine Aufenthaltsbewilligung. Deutschen Staatsbürgern und Bürgern aus den EU25-Staaten wird diese Bewilligung im Prinzip ohne Probleme erteilt. Ausserdem muss man sich innerhalb von zwei Wochen nach Einreise in die Schweiz bei der Wohngemeinde anmelden.

Folgende Dokumente brauchen Sie für die Anmeldung:

  • gültige Identitätskarte oder gültiger Pass für alle mitgereisten Familienmitglieder
  • Dokumente zum Familienstand: Familienbuch, Heiratsurkunde etc.
  • Abmeldebestätigung aus Deutschland
  • Kopie Mietvertrag in der Schweiz
  • Farbiges Passfoto für alle Familienmitglieder
  • Bei unselbständiger Erwerbstätigkeit: Arbeitsvertrag
  • Bei selbständiger Erwerbstätigkeit: Vorlage der Geschäftsbücher, damit Sie belegen können, dass Sie Ihren Unterhalt bestreiten können.
  • Wenn bereits vorhanden: Versicherungsnachweis obligatorische Krankenkasse (kann auch nachgereicht werden)

Lohn

Die Löhne in der Schweiz sind höher als in Deutschland. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass die Lebenshaltungskosten in der Schweiz auch höher sind. Leben und Wohnen in der Schweiz kostet ungefähr 30 Prozent mehr als in Deutschland. Vom Lohn muss auch die obligatorische Krankenversicherung bezahlt werden. Ein gesetzlicher Mindestlohn existiert in der Schweiz nicht.

Gemäss Bundesamt für Statistik betrug der monatliche Bruttolohn im privaten Sektor im Jahr 2014 rund 6200 Franken pro Monat. Die Löhne sind aber nach Branche und Region sehr unterschiedlich.

Männer und Frauen erhalten von Gesetzes wegen den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit. In der Realität ist es allerdings so, dass das Einkommen von Frauen fast 20 Prozent tiefer ist als das von Männern.

Arbeitszeit

In der Regel beträgt die Wochenarbeitszeit in der Schweiz bei einem Vollzeitpensum zwischen 40 und 42 Stunden. Die gesetzliche Höchstarbeitszeit ist nach Branche unterschiedlich und beträgt zwischen 45 und 50 Stunden. Gearbeitet wird in der Schweiz im Vergleich zu Deutschland länger.

Ferien/Urlaubstage

Je nach Alter der Arbeitnehmer besteht gemäss Schweizerischem Obligationenrecht (OR) ein gesetzlicher Ferienanspruch/Urlaubsanspruch von mindestens vier Wochen. Angestellte, die jünger als 20 Jahre sind, erhalten mindestens fünf Wochen Ferien. Mindestens zwei Wochen Urlaub müssen am Stück gewährt werden. Viele Arbeitgeber gewähren ihren Angestellten fünf Wochen Ferien.

Abzüge

Vom Bruttolohn abgezogen werden neben der Quellensteuer für ausländische Arbeitnehmer weitere Beiträge an die Sozialversicherungen. Sowohl Arbeitnehmer wie Arbeitgeber beteiligen sich an den Zahlungen für die Sozialversicherungen. Der Arbeitnehmerbeitrag wird direkt vom Lohn abgezogen. Was übrig bleibt, ist der Nettolohn, von dem allerdings noch die obligatorische Krankenversicherung bezahlt werden muss.

Folgende Abzüge gibt es für Arbeitnehmer:

  • Quellensteuer (für erwerbstätige Ausländer in der Schweiz), abhängig vom Einkommen
  • AHV/IV/EO
    Die Beiträge an die Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV) und Erwerbsersatzordnung (EO) werden je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlt.
  • Arbeitslosenversicherung (ALV)
    Der Abzug an die Arbeitslosenversicherung beträt bei einbem Jahreslohn bis 148'200 Franken für den Arbeitnehmer 1.1% des Bruttolohnes. 
    Von Einkommen über 148'200 werden weitere 0.5% Solidaritätsbeitrag abgezogen.
  • Unfallversicherung
    Arbeitnehmende sind über den Arbeitgeber für Berufsunfälle und Nicht-Berufsunfälle versichert. Die Prämien für Berufsunfälle werden vom Arbeitgeber bezahlt, an die Prämien für Nicht-Berufsunfälle zahlt der Arbeitgeber die Hälfte.

Gut zu wissen

Achtung: Wer weniger als acht Stunden pro Woche beim gleichen Arbeitgeber angestellt ist, muss die Unfallversicherung in die obligatorische Krankenversicherung einschliessen.
  • Pensionskasse
    Beiträge an die sogenannten 2. Säule der Altersvorsorge sind ab einem bestimmten Einkommen obligatorisch. Die Abzüge sind je nach Arbeitgeber, Alter und Position des Arbeitsnehmers unterschiedlich.
  • Krankentaggeldversicherung
    Eine Krankentaggeldversicherung ist nicht obligatorisch. Maximal die Hälfte des Beitrags an die Krankentaggeldversicherung wird vom Arbeitnehmer über den Lohnabzug entrichtet. Es gibt auch Arbeitgeber, die den gesamten Beitrag übernehmen.

Tabelle Abzüge

Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen

Arbeitgeberbeitrag Arbeitnehmerbeitrag Total
AHV 4,2% 4,2% 8,4%
IV 0,7% 0,7% 1,4%
EO 0,25% 0,25% 0,5%
ALV 1,1% für Einkommensteile bis 148'200.-; für Lohnteile über Fr. 148'200.-0,5% 1,1% für Einkommensteile bis 148'200.-; für Lohnteile über Fr. 148'200.-0,5% 2,2% bzw. 1%
Total 6,25% bzw. 5,65% 6,25% bzw. 5,65% 12,5% bzw. 11,3%

Stellenbörsen für Jobs in der Schweiz

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