Vorsorge in der Schweiz

Die Vorsorge in der Schweiz funktioniert nach dem 3-Säulen-Prinzip, das in der Bundesverfassung verankert ist. Mit den drei Säulen soll die Vorsorge im Alter, bei Invalidität oder Todesfall nicht nur für die versicherte Person, sondern auch für die Angehörigen geregelt sein.

1.Säule: Obligatorische staatliche Vorsorge

Die Alters- und Hinterbliebenversicherung (AHV) und die Invalidenversicherung (IV) sichern im Alter oder bei Invalidität die Existenz.

Auch die Arbeitslosenversicherung (ALV) und die Erwerbsersatzordnung (EO), die bei Mutterschaft und längerem Militärdienst zum Zuge kommt, sind Teil der staatlichen Vorsorge zur Existenzsicherung.

2.Säule: Berufliche Vorsorge

Die zweite Säule, die berufliche Vorsorge, hat das Ziel, zusammen mit der 1. Säule den Versicherten nach der Pensionierung das Fortführen des bisherigen Lebensstandards zu ermöglichen. Die zweite Säule ist obligatorisch für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit einem Mindesteinkommen von 21‘150 Franken (Stand 2015). Die Beiträge werden bis zur Erreichung des Rentenalters angespart. Finanziert wird damit das Leben im Pensionsalter, in Kombination mit der AHV-Rente aus der ersten Säule.  

Für selbständig Erwerbende ist ein Beitritt zu einer zweiten Säule (Pensionskasse) nicht obligatorisch, aber unbedingt empfehlenswert.

3.Säule: Private Vorsorge

Als dritte Säule der Vorsorge gilt das freiwillige private Sparen auf speziell dafür eingerichteten Konten. Damit sollen Vorsorgelücken, welche nicht durch die 1. und 2. Säule gedeckt sind, geschlossen werden. Das Sparen im Rahmen der 3. Säule gibt auch steuerliche Vorteile. Das so angesparte Geld kann allerdings nur unter gewissen Bedingungen vor dem Erreichen des Rentenalters bezogen werden.

Renten-Anspruch bei Rückkehr
nach Deutschland

Wer in der Schweiz gearbeitet hat und wieder nach Deutschland zieht, hat bei Erreichen des Schweizer Pensionsalters Anrecht auf eine Rente aus der Schweiz. Frauen erreichen das Rentenalter mit 64 Jahren, Männer mit 65 (Stand 2015).

Aus der 1. Säule (AHV) erhalten Deutsche, die während mindestens einem Jahr in der Schweiz gearbeitet haben eine Rente. Die Rente bemisst sich nach der Höhe der Beträge, die während der Arbeitstätigkeit in der Schweiz an die AHV bezahlt wurden sowie nach der Anzahl Jahre, an die Beiträge an die AHV geleistet wurden.

Altersguthaben aus der 2. Säule (BVG) können frühestens fünf Jahre vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters bezogen werden. Wer seine Arbeitsätigkeit in der Schweiz aufgibt, ist nicht mehr an eine Pensionskasse angeschlossen. Die Gelder werden auf ein Freizügigkeitskonto überwiesen und warten dort, bis man das Alter erreicht hat, mit dem die Gelder bezogen werden können. Ein frühzeitiger Bezug der Pensionskassengelder ist nur möglich für den überobligatorischen Teil. Also jene Gelder, die über das gesetzliche Minimum einbezahlt wurden.

Gelder aus der 3. Säule, dem freiwilligen Alterssparen, können bei einer Rückkehr nach Deutschland bezogen werden. Diese Gelder werden ausbezahlt, auch wenn man das Rentenalter noch nicht erreicht hat. Spätestens bei Erreichen des ordentlichen Rentenalters müssen die Gelder aus der gebundenen Vorsorge der Säule 3a bezogen werden.