Die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen zur Kran­ken­kas­se in der Schweiz

Alle in der Schweiz wohnhaften Personen sind gesetzlich verpflichtet, eine Krankenpflegeversicherung abzuschliessen. Dies gilt auch für aus dem Ausland zugezogene Personen. Nur in Ausnahmefällen wird eine ausländische Versicherung akzeptiert. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung gilt pro Person. Eine Mitversicherung von Familienmitgliedern ist nicht möglich. Jeder Erwachsene und jedes Kind muss einzeln versichert werden. Der Abschluss dieser obligatorischen Versicherung muss innerhalb von drei Monaten nach der Geburt oder nach dem Zuzug erfolgen. Dabei kann eine der zugelassenen Krankenkassen frei gewählt werden. Jede Krankenkasse muss jede Person akzeptieren - unabhängig von Alter und Gesundheitszustand.

Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich festgelegt und daher bei jeder Krankenkasse gleich. Gewährleistet ist eine umfassende medizinische Grundversorgung bei Krankheit, Unfall und Mutterschaft. Die Prämienhöhen jedoch variieren von Kasse zu Kasse und von Kanton zu Kanton. Eine spürbare Prämienverbilligung lässt sich bereits durch einen Versicherungswechsel erzielen. Daher lohnt sich ein genauer Vergleich vor Versicherungsabschluss. Neben der obligatorischen Krankenversicherung gibt es die Möglichkeit, sich durch eine Zusatzversicherung gegen weitere Risiken abzusichern.

Rück­wir­kend ver­si­chert

Die Grundversicherung gilt auch für die maximal drei Monate bis zum Abschluss der Versicherung. Die Auslagen werden von der Krankenkasse rückwirkend vergütet. Allerdings müssen auch die Prämien rückwirkend bis zum Versicherungsbeginn bezahlt werden. Wird die Anmeldefrist von drei Monaten überschritten, gibt es einen Aufpreis und die angefallenen Kosten für medizinische Behandlungen müssen selbst übernommen werden.

Prä­mi­en­hö­hen ver­glei­chen lohnt sich

Die Grundversicherung ist pro Kopf zu bezahlen. Diese „Kopfprämie“ ist pro Monat im Voraus fällig. Für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sowie für Erwachsene vom 19. bis zum 25. Lebensjahr bieten die Krankenkassen reduzierte Prämien an. Personen mit bescheidenen wirtschaftlichen Mitteln haben Anspruch auf Prämienvergünstigung. Manche Krankenkassen gewähren Rabatt für die jährliche Zahlung der Prämie anstelle der monatlichen. Da die Leistungen in der Grundversicherung bei allen Krankenkassen gleich sind, empfiehlt sich ein genauer Vergleich der Prämienhöhen sowie der dazugehörigen Serviceleistungen der verschiedenen Anbieter. Der Prämienrechner von Verivox.ch berücksichtigt Tarife zahlreicher Versicherer, wie beispielsweise Atupri, CSS Versicherung, Arcosana, Intras, Sanagate, KPT/CPT, ÖKK und KV Flaachtal.

Selbst­be­tei­li­gung im Krank­heits­fall

Zusätzlich zu den normalen Prämien trägt jeder Versicherte im Krankheitsfall einen Teil der Kosten selbst. Diese Selbstbeteiligung besteht aus einem festen Jahresbetrag (Franchise) und dem Selbstbehalt. Für Erwachsene beträgt die ordentliche Franchise 300 Franken pro Jahr. Kinder bis zum 18. Lebensjahr haben keine Franchise. Freiwillig kann auch eine höhere Franchise bezahlt werden. Dadurch reduziert sich die Versicherungsprämie. Allerdings muss im Bedarfsfall der entsprechende Betrag auch verfügbar sein. Denn die Leistung der Krankenkasse beginnt erst, wenn die Kosten die Franchise überschreiten. Dann trägt die versicherte Person im Rahmen des Selbstbehalts 10 Prozent der Auslagen selbst. Ausgenommen sind Originalpräparate, die durch Generika ersetzbar sind. Hierfür beträgt der Selbstbehalt 20 Prozent.

Pro Jahr fällt maximal ein Selbstbehalt von 700 Franken pro Erwachsenem und 350 Franken für Kinder an. In Summe beteiligen sich Erwachsene also mit maximal 1000 Franken, Kinder mit 350 Franken an den Behandlungskosten in einem Versicherungsjahr. Wurde allerdings eine höhere Franchise vereinbart, müssen im Krankheitsfall dieser höhere Betrag sowie der Selbstbehalt für darüber hinausgehende Kosten gezahlt werden.

Aus­nah­men von der Kos­ten­be­tei­li­gung

Leistungen im Rahmen von Schwangerschaften sind von der Kostenbeteiligung ausgenommen. Die Franchise entfällt zudem für Mammografien im Rahmen von kantonalen oder regionalen Brustkrebs-Früherkennungsprogrammen.

Kos­ten­be­tei­li­gung bei Spi­tal­auf­ent­hal­ten

Bei Spitalaufenthalten muss die versicherte Person 15 Franken pro Tag selbst bezahlen. Der Spitalbeitrag ist nicht limitiert. Keinen Spitalbeitrag entrichten müssen:

  • Kinder bis 18 Jahre
  • Junge, in der Ausbildung befindliche Erwachsene bis 25 Jahre
  • Frauen für Leistungen bei Mutterschaft

Be­son­de­re Ver­si­che­rungs­for­men

Die Prämie für die Grundversicherung reduziert sich, wenn eine der folgenden besonderen Versicherungsformen gewählt wird:

  • Einschränkung der Arzt- und Spitalwahl
  • Wahl einer höheren Franchise
  • Beitritt zu einer Bonus-Versicherung
  • Ausschluss der Unfalldeckung
  • Sistierung der Krankenversicherung bei längerer Dienstpflicht

Kün­di­gungs­fris­ten

Grundversicherungen mit obligatorischer Franchise können unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von drei Monaten jeweils auf Ende Juni oder Ende Dezember gekündet werden. Verändert sich die Versicherungsprämie, kann bereits mit einmonatiger Kündigungsfrist auf Ende des Monats gekündet werden.

Die Zu­satz­ver­si­che­rung

Freiwillige Zusatzversicherungen decken Leistungen ab, die in der Grundversicherung nicht enthalten sind: freie Spitalwahl in der ganzen Schweiz, freie Arztwahl im Spital, die Deckung von Zahnbehandlungen und alternativen Behandlungsmethoden, Beiträge zu Brillen und Kontaktlinsen und so weiter. Der Leistungsumfang bei Zusatzversicherungen ist sehr unterschiedlich. Um das individuell optimale Leistungspaket zu finden, ist ein genauer Vergleich der Angebote unumgänglich.