Mann spielt mit Kind Carrera
Zürich, 03.03.2017

Mehr Zeit dank Handy-Verzicht

Aktuelle Statistiken zeigen, dass wir im Schnitt 88 Mal am Tag auf unser Smartphone schauen und insgesamt über drei Stunden täglich damit arbeiten, kommunizieren oder uns einfach in den endlosen Weiten des WWW verlieren. Ein Handy-Verzicht würde jeden Tag sehr viel zusätzliche Zeit bringen.

Die modernen Kommunikationsmittel vollständig verbannen, will kaum jemand, denn damit würde man sich auch von Freunden und Bekannten abkoppeln. Doch muss es wirklich fünfmal pro Stunde sein? In den meisten Fällen würde ein E-Mail-Check oder ein Abrufen der Social-Media-Profile morgens, mittags und abends vollkommen ausreichen, ohne Wichtiges zu verpassen.

Teilzeit-Abgrenzen, statt Vollzeit-Verbot

Doch was ist wirklich wichtig? Dazu zählt ohne Frage die Erreichbarkeit für den engeren Kreis, insbesondere, wenn jemand zu betreuen ist. In vielen Fällen verlangt auch der Arbeitgeber zumindest zu den üblichen Geschäftszeiten, dass die Mitarbeiter kurzfristig greifbar sind. Ein Verzicht auf Diensthandys in der Fastenzeit ist deshalb kaum durchführbar. Private Smartphones hingegen können über Stunden ausgeschaltet werden.

Für immer weniger Menschen ist ein solcher «Entzug», der sich sogar in körperlichen Symptomen wie Unruhe oder Unkonzentriertheit niederschlagen kann, denkbar. Was könnte alles passiert sein, wenn ich meine Nachrichten über Stunden nicht abgerufen habe? Was denken meine Freunde, wenn ich mich nicht gleich zurückmelde? Und wie soll ich ohne Smartphone die Wartezeit aufs Tram überbrücken?

Nabelschnur zur Welt oder Stressverursacher?

Fraglos ist es ein Verzicht, das Smartphone länger als einen Monat im Schrank verschwinden zu lassen. Doch wir erhalten auch etwas dafür: Mehr Zeit, mehr Unabhängigkeit, weniger Stress, mehr Gelassenheit. Womöglich sogar eine bessere Gesundheit. Besonders wenn das permanente Abrufen von Nachrichten und ständige Verfügbar-Sein schon Suchtcharakter angenommen hat. Viele Menschen können sich sogar nachts von ihrem Smartphone nicht trennen. Sie legen es auf ihren Nachttisch, wo es jede Nachricht aufblinken lässt und uns suggeriert, dass wir gerade etwas Wichtiges verpassen: Höchste Zeit, über ein Handy-Fasten nachzudenken.

Den Smartphone-Verzicht kann man auch, ausserhalb der Fastenzeit, fest in den Alltag einbauen: Das Handy regelmässig bewusst zur Seite zu legen, etwa beim Essen, es beim Ausflug mit den Kindern ausschalten und es aus dem Schlafzimmer verbannen.

Ralf Beyeler, Telecom-Experte von Verivox

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