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Zürich, 18.12.2018

Wie ich zu einem zehnmal so schnellen Internetanschluss bei UPC kam. Der subjektive Tatsachenbericht – und ein bisschen Weihnachtsgeschichte, die Mut macht, in einer ruhigen Minute die alten Verträge (Krankenkasse, Versicherungen, Handy, Internet, TV usw.) zu überprüfen. Mit Faust-im-Sack-machen kriegt man nichts – aber wer fragt, dem wird gegeben.

Es begab sich im Jahre 2018 in Zürich… Als jahrelanger, treuer Kunde von UPC Cablecom bezahle ich CHF 42.00 für mein Internet zuhause. Kabel-Internet. Also die Steckdose, wo auch Fernsehen rauskommt. (Eigentlich kommt ja alles über irgendein Kabel nach Hause. Die Experten würden von "Cable" sprechen. Für mich Normalsterblichen reicht "Internet aus der TV-Dose".)

Ein bisschen geehrt fühlte ich mich schon, als ich kürzlich die E-Mail von einem grossen Online-Warenhaus in meiner Mailbox hatte: "Nur für ausgewählte Kunden: Fiber-Internetabo …" Und weiter: "Du gehörst zu den Glückspilzen…" Das Promo-Angebot: CHF 35 pro Monat für Glasfaser-Internet (Fiber-Internetabo) von Sunrise mit 1 Gbit/s symmetrisch. Macht pro Monat CHF 70 Ersparnis gegenüber dem Normalpreis von CHF 105. Keine zusätzlichen Aktivierungsgebühren. Der Preisknüller, offenbar. Und vom CIO des Online-Warenhauses persönlich beworben.

Ich mache eine überschlagsmässige Berechnung der monatlichen Kosten:

  • UPC, bisher: CHF 42.00 für 20 Mbit/s.
  • Sunrise, Promo: CHF 35.00 für 1 Gbit/s.

Nicht schlecht. 50-fache Geschwindigkeit (auf dem Papier) für 17% tiefere monatliche Kosten. Ein Angebot, welches man schwer ausschlagen kann. Und Glasfaser (Fiber) klingt irgendwie auch cooler als Cable.

Und halt, da war doch noch was. Ich erinnere mich, zusätzlich zu den CHF 42.00 Internetabo-Gebühr noch die Kabelanschlussgebühr von UPC zu bezahlen – irgendwie, quasi versteckt. Wo und wem genau, weiss ich auch nicht. Meine Recherchen ergeben, dass diese in meiner Nettomiete (d.h. nicht in den Nebenkosten) inbegriffen sind. Und bei UPC ist zu lesen, dass Hausverwaltungen und Wohneigentümer mit pauschalem Bezug des Kabelanschlusses pro aktiven Kabelanschluss (d.h. pro Mieter) CHF 39.90 pro Monat an UPC bezahlen müssen, ab dem 1. April 2018 (kein Scherz). (Informationen zur individuellen Verrechnung und zu den weiteren Schritten im Fall eines Wechsels besorgt ihr euch am besten direkt bei eurer Verwaltung.)

Wenn ich auf die UPC-Internetkosten noch die Kabelanschlussgebühr draufhaue, welche ich mit einer Plombierung des Kabelanschlusses einsparen könnte, dann würde Sunrise Fiber weniger als die Hälfte kosten – bei einem exorbitanten Geschwindigkeitsvorteil. (Wie sich die Zeiten ändern. Wer erinnert sich noch an Carlos Leal, dessen Frisur vom UPC Cablecom Hyperspeed verweht wurde?)

  • UPC, bisher: CHF 81.90 (= 42.00 für 20 Mbit/s + 39.90 Kabelanschluss).
  • Sunrise, Promo: CHF 35.00 für 1 Gbit/s.

Bei UPC kriege ich ca. 80 TV-Sender als Basisangebot "gratis" dazu. Gratis stimmt nicht ganz – ich bezahle ja die Kabelanschlussgebühr. Und TV brauche ich eh nicht, dafür gibt’s heutzutage Netflix, Zattoo & Co. Sonst gäbe es da noch das Glasfaser-Angebot von Salt als Alternative:

  • Salt: CHF 49.90 ohne Mobilfunk-Abo bei Salt / 39.90 mit Mobilfunk-Abo bei Salt.

Der Vorentscheid ist gefällt. Ich lasse UPC via das entsprechende Online-Formular wissen, dass ich zu kündigen gedenke. (UPC schreibt explizit, dass es sich dabei nur um einen Kündigungsantrag handelt. Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt. Aber die wollen mich wahrscheinlich noch anrufen…)

"Hallo lieber Herr …" Ach nein, tatsächlich. Und hier geschieht die Magie – bzw. das Vorweihnachtswunder. Die Retention Managerin am Telefon, Frau Y., macht einen Spitzen-Job. Sie kennt nicht nur die eigenen Produkte, sondern auch ihre Marktmitbewerber inkl. deren Stärken und Schwächen. (Z.B.: „Markteinführung von Salt Fiber war ein bisschen holprig…" – was auch diverse Kundenmeldungen im Netz bestätigen. Frau Y. war sehr taktvoll in ihrer Wortwahl.) Und sie macht mir ein unwiderstehliches Angebot:

  • Upgrade auf UPC Connect 200 (d.h. 10-fache Geschwindigkeit, reicht in meinem Fall locker).
  • Monatliche Kosten von CHF 39.90 (entspricht einem Preisnachlass von 50% gegenüber dem Normalpreis von CHF 79.00), wobei die Kabelanschlussgebühren bereits darin enthalten sind.
  • Erlass der Aktivierungsgebühr von CHF 99.00.
  • Mindestlaufzeit von 12 Monaten (ich werde mir einen Reminder setzen, dass ich mich in ca. 10-11 Monaten wieder umschauen sollte).

Mit einem Wort: fair. Finde ich zumindest, subjektiv. Sogar sehr fair:

  • Schneller als nötig. (Rein subjektiv.)
  • Günstiger als bisher.
  • Ich muss keine neue Verkabelung verlegen.
  • Die UPC Connect Box unterstützt den Bridge-Modus (Modem-Modus), so dass ich meinen stärkeren separaten WLAN-Router weiterhin verwenden kann. (Die Glasfaser-Konkurrenz unterstützt dies bisher nicht offiziell, da muss man veritabler IT-Bastler sein, wenn es denn überhaupt funktioniert. Siehe entsprechende Forumseinträge im Netz.)
  • Ich habe das gute Gefühl, dass ich etwas erreicht habe. Wie gesagt – rein subjektiv.

Der letzte Punkt wiegt beinahe am stärksten. Und lässt sich so einfach reproduzieren. An alle treuen Internet-Stammkunden unter euch:

  • Seid kein Opfer langjähriger Vertragsbeziehungen.
  • Verhandeln geht erfahrungsgemäss (fast) immer.
  • Teilt auch die positiven Kundenerfahrungen mit euren Mitmenschen.
  • Frohe Weihnachten.

Fürs Verivox-Team: Christoph

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