Organizing Banking in the Home Office
Zürich, 02.11.2018

Die anhaltenden Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank führt zu immer tieferen Zinsen bei den Konten für Privatkunden. Je tiefer die Zinsen, desto stärker fallen die Gebühren ins Gewicht. Verivox hat verglichen, welche Banken die besten und welche die schlechtesten Konditionen für den Alltagsgebraucht bieten.

Für den Vergleich hat Verivox folgende Annahmen getroffen: Berechnet wurden jährliche Gebühren und Zinsen für einen Kunden, der 10´000 Franken auf dem Privatkonto und 50´000 Franken auf dem Sparkonto hat. Er nutzt für seine Zahlungen E-Banking und hat eine Bankkarte (Debitkarte), mit der er Bargeld abheben und bargeldlos bezahlen kann. Berücksichtigt wurde das günstigste Angebot pro Bank.

Anbieter Produkt Gebühren / Jahr Zins / Jahr Saldo / Jahr
Migros Bank Privatkonto & Anlagesparkonto 0 40 40
Banque Cantonale Vaudoise Banking Pack Direct 0 12.50 12.50
Raiffeisen Mitglieder-Privatkonto /-Sparkonto 40 50 10
Neon (Hypothekarbank Lenzburg) nur Privatkonto (App) 0 0 0
ZAK (Bank Cler) Variante Cashless 0 0 0
Bank Cler (ehemals Bank Coop) Privatkonto & Sparkonto Plus 52 50 -2
Zürcher Kantonalbank Privatkonto & Sparkonto Plus 52 25 -27
St. Galler Kantonalbank Privatkonto & Sparkonto 40 12.50 -27.50
Postfinance Privatkonto Plus & E-Sparkonto 60 25 -35
Valiant Bank Trend Set 48 12.50 -35.50
UBS Privatkonto & Sparkonto 100 5 -95
Credit Suisse Privatkonto & Sparkonto 110 5 -105

Betrachtet man nur die Zinsen, so fällt auf, dass zwischen den Banken kaum noch Unterschiede bestehen. Auf dem Privatkonto sind die Zinsen bei allen verglichenen Banken auf 0% gefallen. Für Guthaben auf dem Sparkonto gibt es zwischen 0.01% und 0.1% Zinsen. Im besten Fall kriegt man für die 50´000 Franken also gerade einmal 50 Franken Zins – beim Mitglieder-Sparkonto der Raiffeisen und beim Sparkonto Plus von der Bank Cler. Zehnmal weniger Zins gibt es bei den beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse, nämlich gerade einmal einen Fünfliber jährlich. Gar keinen Zins gibt es beim Online-Konto ZAK der Bank Cler, die gar kein separates Sparkonto anbietet.

Gebühren fressen die tiefen Zinsen weg

Je tiefer die Zinsen, desto stärker geraten die Kosten in den Fokus. Zieht man von den Erträgen die Gebühren ab, so bleiben nur noch drei Banken mit einem positiven Ergebnis übrig: Die Migros Bank (+40 Franken), die Banque Cantonale Vaudoise (+12.50 Franken) und die Raiffeisen (+10 Franken). Am teuersten kommt den Kunden seine Treue zur Credit Suisse (-105 Franken) zu stehen.

Innovative Online-Banken auf dem Vormarsch

Die Negativzinsen der Nationalbank sind für die Schweizer Banken ein Problem. Mit Geld auf Privat- und Sparkonten verlieren sie täglich Geld. Diese Kosten werden durch steigende Gebühren auf die Kunden abgewälzt. Zuletzt geriet die Postfinance durch ihre Gebührenerhöhung in die Kritik. Nur noch die Migros Bank und die Waadtländer Kantonalbank erheben keine Gebühren für Privatkonten. Und auch dies einzig unter der Bedingung, dass mindestens 7´500 bzw. 10´000 Franken auf dem Konto liegen.
Gleichzeitig tauchen als Reaktion dazu neue Produkte auf dem Markt auf. Die Bank Cler (mit ZAK) und die Hypothekarbank Lenzburg (mit Neon) bieten reine Online-Konten an. Das Motto lautet dabei: 0% Zinsen, aber auch 0 Franken Gebühren. Ermöglicht werden die kostenlosen Gebühren durch ein Abspecken auf das Nötigste. Bankfilialen gibt es keine, die Eröffnung des Konten geschieht über das Handy. Zielpublikum ist eindeutig die jüngere Kundschaft. Aber wer ein Gratiskonto sucht, mit dem man auch bargeldlos bezahlen kann, dem bieten sich diese beiden Anbieter an.
Es ist davon auszugehen, dass mittelfristig weitere solche Online-Konten auf den Schweizer Markt kommen werden.

Teuerung macht dem Gewinn den Garaus

Die tiefen Zinsen machen keine grosse Lust, das Geld auf dem Konto liegen zu lassen. Eine Sache, welche zudem oftmals vergessen geht, ist die Teuerung. Wenn das Sparkonto praktisch keinen Ertrag mehr abwirft, dann fällt die Teuerung (Inflation) umso stärker ins Gewicht.
Die Teuerung frisst jedes Jahr ein wenig von unserem Geld. Im Jahr 2018 liegt die durchschnittliche Inflation bei 0.95%. Auf die 60´000 Franken unseres Beispielkunden macht dies im 2018 rund 570 Franken aus, welche er an Kaufkraft verliert. Das ist mehr als das Zehnfache von dem, was er im besten Fall als Zinsen erhält. Egal wie man es dreht und wendet – Geld auf dem Konto liegen zu lassen ist auf jeden Fall ein Verlustgeschäft.

Berechnungsgrundlagen

Im Vergleich berücksichtigt wurden die grössten überregional tätigen Banken für Privatkunden, die drei grössten Kantonalbanken sowie zwei reine Online-Banken: Bank Cler, Banque Cantonale Vaudoise, Bank Cler, Credit Suisse, Migros Bank, Neon (Hypothekarbank Lenzburg), Postfinance, Raiffeisen, St. Galler Kantonalbank, UBS, Valiant, ZAK (Bank Cler).
Der Profilkunde hat 10`000 Franken auf dem Privatkonto und 50´000 Franken auf dem Sparkonto. Er erledigt seine Zahlungen via E-Banking, erhält seine Unterlagen elektronisch und verwendet für Zahlungen in der Schweiz seine Bankkarte (Maestro oder Postcard). Geld hebt er an den Bankomaten seiner Hausbank ab. Er nutzt keine Kreditkarte oder andere Zusatzangebote. Nicht berücksichtigt wurden Promotionsangebote sowie Bonuszinsen. Raiffeisen: Berechnung anhand der Empfehlung an die einzelnen selbständigen Raiffeisenbanken. Jede Raiffeisenbank legt ihre Konditionen und Gebühren selbst fest, deshalb kann es zu Abweichungen kommen.

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