Mann wirft Geld Münzen in Sparschwein
Zürich, 04.10.2016

In der Herbstsession stimmte der Ständerat zwar für eine Erhöhung der gesetzlichen Franchise, diese Pläne sind auf Antrag von Gesundheitsminister Alain Berset vorerst aber auf Eis gelegt. 2017 bleibt bei den Franchisen alles beim Alten.

Verivox hat zusammengestellt, wie man mit der Wahl der richtigen Franchise im kommenden Jahr bei den Krankenkassenprämien sparen kann. 

Was ist eine Franchise?

Jeder Versicherte ist verpflichtet, einen Beitrag an die persönlichen Gesundheitsausgaben zu leisten. Dieser wird über die Franchise und über einen 10-prozentigen Selbstbehalt von maximal 700 Franken pro Jahr abgerechnet.

Die Grundfranchise bei Erwachsenen und jungen Erwachsenen (18- bis 25-Jährige) beträgt 300 Franken, bei Kindern 0 Franken. Erst wenn die Gesundheitsausgaben die Höhe der Franchise erreicht haben, zahlt die Krankenkasse.

Neben der Grundfranchise gibt es frei wählbare Franchisen in der Höhe von 500, 1000, 1500, 2000 und 2500 Franken für Erwachsene und junge Erwachsene. Für Kinder betragen die Wahlfranchisen 100, 200, 300, 400, 500 und 600 Franken.

Wer sich für eine Wahlfranchise entscheidet, wird von der Krankenkasse mit einem Prämienrabatt belohnt. Der Rabatt beträgt maximal 50 Prozent oder 1540 Franken bei einer Franchise von 2500 Franken.

Welche Franchise passt zu mir?

Im Allgemeinen gilt: Wer gesund ist und tiefe Gesundheitskosten hat, kann durchaus eine hohe Franchise wählen. Wer mit regelmässigen Arztbesuchen im kommenden Jahr rechnet, bereits in ständiger ärztlicher Behandlung ist oder das finanzielle Risiko nicht eingehen will, wählt die Grundfranchise.

Mit der Wahl einer hohen Franchise trägt man das finanzielle Risiko bis zur Höhe der Franchise selber. Beispiel: Bei der Franchise von 2500 Franken muss dieser Betrag aus der eigenen Tasche bezahlt werden, plus maximal 700 Franken für den Selbstbehalt. Wer fürchtet, in finanzielle Schwierigkeiten im Fall einer Behandlung zu kommen, legt diesen Betrag zur Sicherheit auf die Seite.

Wem das Risiko zu gross ist, wählt die Grundfranchise, kann aber zum Beispiel mit einem Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse und/oder in ein alternatives Versicherungsmodell wie Hausarzt, Telmed oder HMO auch viel sparen.

Tipps von Verivox zum Sparen mit Wahlfranchisen:

  • Für Kinder lohnen sich Wahlfranchisen in der Regel nicht. Die Prämienrabatte sind zu wenig attraktiv.
  • Oftmals lohnt sich eine hohe Franchise selbst bei Gesundheitskosten bis zu 2000 Franken. Am besten beide Varianten (Franchise von 300 und 2500 CHF kurz durchrechnen).
  • Entweder die Grundfranchise oder Franchisen von 2000 oder 2500 Franken wählen. Die Rabatte bei den anderen Franchisen sind nicht genügend hoch, um wirklich zu sparen.
  • Achtung: Den Kassen steht es frei, welche Franchisen sie anbieten wollen. Nicht alle Kassen bieten alle Franchisenstufen an.
  • Einige Kassen gewähren den möglichen Maximalrabatt bereits bei tieferen Franchisen. Dann lohnt es sich nicht, eine höhere Franchise zu wählen.

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