Fröhliche Familie mit Architekt und Baupläne
Zürich, 17.03.2017

Familien sind besonders häufig vom Gehalt eines Elternteils abhängig. Meistens ist dies der Vater. Sollte er sterben, ist der Lebensstandard der Angehörigen gefährdet. Eine Lebensversicherung kann Abhilfe schaffen.

Familie Meier ist eine typische Schweizer Mittelstandsfamilie mit zwei kleinen Kindern. Der Vater arbeitet als Einkäufer in einem KMU, die Mutter ist Teilzeit in einem Büro angestellt. Nächstes Jahr wollen sie das Haus ihrer Eltern in der Zürcher Agglomeration übernehmen und müssen dafür eine Hypothek aufnehmen.

Herr Meier erwirtschaftet den Grossteil des Einkommens der Familie. Sollte er sterben, stünde die Familie vor grossen finanziellen Problemen. Daher möchte das Ehepaar Meier eine Lebensversicherung abzuschliessen. Das Konsumenten-Portal Verivox gibt wichtige Tipps.

Welche Leistungen deckt die Lebensversicherung ab?

Stirbt der Versicherte, erhalten die Hinterbliebenen Geld ausbezahlt, das sogenannte Todesfallkapital. Die Versicherungssumme wird beim Abschluss festgelegt. Es wird dabei unterschieden nach konstanter und abnehmender Versicherungssumme:

Konstante Versicherungssumme

Die Versicherungssumme bleibt über die gesamte Laufzeit des Vertrags gleich. Diese Variante empfiehlt sich, wenn der Bedarf über die Dauer des Versicherungszeitraums unverändert bleibt. Da die Kinder der Familie Meier noch klein sind, werden sie voraussichtlich noch lange finanzielle Unterstützung brauchen. Dies spricht für eine konstante Versicherungssumme.

Grafik konstante Versicherungssumme 

Abnehmende Versicherungssumme

Bei diesem Modell sinkt die Versicherungssumme jährlich um einen gewissen Betrag. Hauptvorteil: Die Prämien sind niedriger. Sinnvoll ist diese Variante nur dann, wenn die Familie einen immer geringeren Geldbedarf hat. Beispielsweise, wenn die Kinder mit ihrer Ausbildung fertig sind oder aufgrund der laufenden Tilgung ihrer Hypothek. Im Fall von Familie Meier ist dieses Modell nicht sinnvoll.

Für wen ist die Todesfallversicherung empfehlenswert?

Empfehlenswert ist die Todesfallversicherung für Familien, bei denen ein Elternteil mehrheitlich das Einkommen erwirtschaftet. Sehr empfehlungswert ist sie, wenn eine Hypothek besteht. Für viele Banken ist die Lebensversicherung oder zusätzliches Vermögen zudem eine Voraussetzung für die Vergabe einer Hypothek. Damit sichern sie sich ab, falls der Schuldner verstirbt.

Bei der Todesfallversicherung sollte die Hauptverdienerin oder der Hauptverdiener versichert werden, da der Wegfall ihres oder seines Lohns der Familie die Lebensgrundlage entziehen kann.

Würde Herr Meier sterben, könnte seine Witwe mit ihrem Lohn und der Witwenrente die Hypothek nicht mehr stemmen und wäre gezwungen, das Haus zu verkaufen (siehe Berechnungsbeispiel unten).

Die Todesfallversicherung kann auch für den Elternteil sinnvoll sein, der die Kinder betreut. Angenommen, der Hausmann oder die Hausfrau stirbt, würde vermutlich der verbleibende Elternteil beruflich kürzertreten oder für die Kinderbetreuung aufkommen müssen. Dies wiederum führte zu einem tieferen Einkommen oder sogar zum Verlust der bisherigen Arbeit. Diese finanziellen Einbussen fängt die Todesfallversicherung ab.

Wie wähle ich die Versicherungssumme?

Wichtig ist, dass die Versicherungssumme mindestens die Kosten für das Wohneigentum (Hypothekarzinsen, Amortisation, Unterhalt) sowie für allfällige weitere Kredite abdeckt. Darüber hinaus sollte eine Summe versichert werden, die den Wegfall des Einkommens mit einberechnet.

Rechenbeispiel Mittelstands-Familie mit Wohneigentum 

Haushaltseinkommen vor dem Todesfall

Haushaltseinkommen nach dem Tod des Vaters

Bruttolohn Vater

Bruttolohn Mutter

CHF 8’000

CHF 2'000

AHV

Ehegattenrente

Waisenrenten (2 Kinder)

 

CHF 1’880

CHF 1’880

 

 

 

 

Summe pro Monat

 

 

 

 

CHF 10’000

Pensionskasse

Ehegattenrente

Waisenrenten (2 Kinder)

 

CHF 1’019

CHF 679

Lohn Mutter

CHF 2’000

Summe pro Monat

CHF 7’458

Differenz: -CHF 2’542

Quelle: Berechnungen Verivox

Vor dem Tod von Vater Meier betrug das Einkommen 10'000 Franken. Im Todesfall des Vaters erhält seine Witwe von der AHV und der Pensionskasse eine Ehegattenrente sowie zwei Waisenrenten. Das sind noch 7'458 Franken im Monat. Familie Meier hat dadurch Mindereinnahmen von monatlich 2'542 Franken. Das sind jährlich 30'505 Franken.

Zu beachten ist allerdings: Das Rechenbeispiel geht vom BVG-Obligatorium bei der Pensionskasse aus. Die Pensionskasse bezahlt mindestens den angegebenen Betrag, jedoch unter Umständen auch erheblich mehr. Die meisten Schweizer sind über die Pensionskasse überobligatorisch versichert. Im Vorsorgeausweis stehen unter «Leistungen im Todesfall» die jährliche Ehegatten- und Waisenrenten.

Tipp: Schauen Sie im persönlichen Vorsorgeausweis ihrer Pensionskasse nach, wie hoch die Renten im Todesfall sind.

Würde Familie Meier ihre Ausgaben reduzieren, käme die Mutter mit den beiden Kindern vermutlich mit dieser Einbusse über die Runden. Besteht aber eine Hypothek, sieht es deutlich dramatischer aus. Der Grund: Die Bank rechnet die Tragbarkeit anhand des neuen Einkommens aus. Mit dem geringen Einkommen ist die Tragbarkeit in vielen Fällen nicht mehr gegeben. Ohne eine Lebensversicherung oder eine Erbschaft müsste die Familie ihr Haus verkaufen.

Was kostet eine Lebensversicherung?

Lebensversicherungen mit einer abnehmenden Versicherungssumme sind günstiger als konstante, da die versicherte Summe stetig sinkt. Auch die Laufzeit und die Höhe der Versicherung sind entscheidend. Ausserdem spielen neben dem Alter auch der Lebensstil und Gesundheitszustand des Versicherten eine grosse Rolle. So zahlen zum Beispiel Raucher und Übergewichtige höhere Prämien als Nichtraucher und Normalgewichtige. Und vor allem gibt es je nach Anbieter massive Preisunterschiede von mehreren tausend Franken jährlich. Ein Vergleich lohnt sich! Der Verivox-Partner MoneyPark bietet kompetente Beratung zu denen Themen Hypothek und Vorsorge an.

Vorsicht vor gemischten Lebensversicherungen

Todesfallversicherungen werden häufig als gemischte Lebensversicherungen verkauft. Neben der Todesfallversicherung ist auch das Vorsorgesparen enthalten. Bei der klassischen gemischten Lebensversicherung garantiert der Versicherer dem Konsumenten eine minimale Verzinsung über die gesamte Vertragslaufzeit. Solche Produkte können für Konsumenten interessant sein, die eine einzige, kombinierte Lösung suchen, die ihnen hilft, ihre Sparziele zu erreichen. Der grosse Nachteil: Die gemischte Lebensversicherung läuft über eine lange Vertragslaufzeit. Teilweise über Jahrzehnte. Da sich die Lebenssituation ändern kann, ist es schwer, einen Vertrag über eine so lange Vertragslaufzeit einzugehen. Das Austeigen aus der gemischten Lebensversicherung ist zwar möglich, aber Konsumenten verlieren dabei viel Geld.

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