Umgefallene Medizin
Zürich, 21.08.2017

Zusatzversicherung für Alternativmedizin

Die Zusatzversicherung für Alternativmedizin übernimmt Kosten für die Durchführung verschiedener komplementärmedizinischer Massnahmen, die von der Grundversicherung nicht abgedeckt sind. Obwohl nach einem Volksentscheid alternative Behandlungsmethoden seit 2017 dauerhaft gleichgestellt sind, gibt es einige gravierende Einschränkungen.

So übernimmt die Grundversicherung Kosten für komplementärmedizinische Behandlungen nur, wenn sie von einem Arzt mit klassischer schulmedizinischer Ausbildung durchgeführt werden.

Auch der Umfang der alternativen Behandlungen ist in der Grundversicherung begrenzt. Komplementärmedizinische Leistungen lassen sich über eine entsprechende Zusatzversicherung abschliessen. Versicherte mit einer bestehenden Zusatzversicherung sollten kontrollieren, ob sie diese Leistungen bereits eingeschlossen haben.

Alternativmedizin in der Grundversicherung

Die Komplementärmedizin erfüllt die Voraussetzungen für krankenkassenfähige Behandlungsmethoden nicht: Der gesetzlich vorgeschriebene Nachweis, dass die Komplementärmedizin wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich ist, lässt sich in der Praxis aufgrund der Vielfalt alternativmedizinischer Methoden nicht erbringen. Die Grundversicherung übernimmt daher die Kosten auf Basis des Vertrauensprinzips – aber nicht für jede alternative Therapie, sondern nur für vier Bereiche:

  • Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) inklusive Akupunktur

  • Anthroposophische Medizin

  • Phytotherapie

  • Homöopathie

Patienten, die sich darüber hinaus andere alternative Therapien wünschen, tragen die Kosten selbst, wenn sie nicht über eine Zusatzversicherung für Alternativmedizin verfügen.

Was bezahlt die obligatorische Krankenpflegeversicherung nicht?

Die komplementärmedizinischen Methoden gehen weit über die von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung anerkannten vier Bereiche der Alternativmedizin hinaus. So gehört etwa die aus Indien stammende ayurvedische Medizin, die tibetische Medizin oder die klassische arabische Medizin, einer der Vorläufer der heutigen Schulmedizin, nicht dazu. Patienten, die sich solche Behandlungsformen wünschen, sind daher nach wie vor auf eine Zusatzversicherung für Alternativmedizin angewiesen, wenn sie die Kosten nicht allein tragen möchten.

Nur wenige Ärzte mit alternativmedizinischer Ausbildung

Die Grundversicherung übernimmt nur dann Kosten, wenn der Therapeut gleichzeitig über eine Ausbildung in der klassischen Schulmedizin verfügt, also Arzt ist. Das trifft nur auf wenige Personen zu: Rund 1000 Ärzte in der Schweiz verfügen bisher nach einer Erhebung der Föderation Alternativmedizin Schweiz über eine Zusatzausbildung im Bereich der Komplementärmedizin. Damit sind unter Umständen weite Wege erforderlich. Oft besteht das Angebot nur in einem anderen Kanton, so dass eine Kostenübernahme durch die Grundversicherung weiter erschwert wird.

Unterschiedliche Leistungen der Zusatzversicherung für Alternativmedizin

Wer alternative Diagnose- und Behandlungsmethoden ohne Einschränkung nutzen möchte, sollte die Leistungen der Zusatzversicherungen vergleichen:

  • Welche alternativen Behandlungen im Einzelnen finanziert werden, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Die Auswahl ist grösser als bei der Grundversicherung.

  • Einige Versicherer übernehmen die Kosten nur bei einem begrenzten Kreis von Ärzten und Therapeuten.

  • Häufig werden nur Therapeuten anerkannt, die mit dem Gütesiegel des Erfahrungsmedizinischen Registers ausgezeichnet sind.

  • Die Höhe der Kostenübernahme durch die Zusatzversicherung für Alternativmedizin kann sich auf einen festen Betrag oder Prozentsatz der tatsächlichen Kosten reduzieren.

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