Auto fährt duch Wasser - Aquaplaning
Zürich, 29.11.2016

Sicherer und umweltschonender fahren lernen

Fahrsicherheitstrainings dienen der Verbesserung der Fahrkompetenz. Sie helfen dem Lenker, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen, richtig zu reagieren, Ausweichmanöver auszuprobieren, das richtige Bremsen zu lernen, Ängste und Unsicherheiten abzubauen und einen sicheren, vorausschauenden Fahrstil zu üben. Erfahrene Lenker können freiwillig Fahrsicherheitstrainings absolvieren, Jung- und Neulenker sind während ihrer Probezeit zur Teilnahme verpflichtet.

Versicherungsvorteile durch ein Fahrsicherheitstraining

Lenker, die sicher und schadenfrei fahren, sind auch für die Autoversicherungen von grossem Interesse. Daher belohnen viele Versicherungen das Absolvieren eines freiwilligen Fahrsicherheitstrainings mit Prämienvorteilen bei der Haftplicht- und/oder Kollisionskaskoversicherung. Manche beteiligen sich auch an den Kosten des Trainings. Lenker, die die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining planen, sollten sich im Vorfeld bei ihrer Versicherung über die Voraussetzungen für Rabatte und eventuelle Kostenbeteiligungen informieren. Das Fahrsicherheitstraining wird zum Beispiel oft nur dann anerkannt, wenn es in derselben Fahrzeugkategorie absolviert wurde wie das versicherte beziehungsweise zu versichernde Auto. Manche Versicherungen akzeptieren Fahrtrainings nur von bestimmten Anbietern.

Versicherungsschutz während des Fahrsicherheitstrainings

Grundsätzlich erfolgt die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining auf eigene Gefahr. Viele Lenker nehmen mit dem eigenen Auto teil. Bei den meisten Kursen ist im Kursgeld eine Vollkaskoversicherung inbegriffen, die teilweise an einen Selbstbehalt gekoppelt ist. Während der Trainings müssen die Teilnehmer den Anweisungen der Trainer unbedingt Folge leisten. Bei Verstössen und/oder Zuwiderhandlungen entfällt die Versicherungsleistung.

Verfügt der Teilnehmer des Fahrsicherheitstrainings über eine eigene Teilkaskoversicherung, gilt die im Kursgeld inbegriffene Teilkaskoversicherung in der Regel zusätzlich. Dabei haftet die Versicherung grundsätzlich für Schäden, die entweder auf dem Trainingsgelände oder bei externen Trainingsfahrten, die vom Veranstalter des Fahrsicherheitstrainings organisiert und durchgeführt werden, passieren.

Förderung der Fahrsicherheitstrainings

Der Schweizer Fonds für Verkehrssicherheit beteiligt sich an den Kosten für subventionsberechtigte Fahrsicherheitstrainings, pro Person in der Regel mit 100 Franken. Für diesen Zuschuss muss der Fahrer eine bestandene Fahrprüfung aufweisen und das Fahrzeug muss in der Schweiz immatrikuliert sein. Um diese Subvention in Anspruch nehmen zu können, sollten vorab Informationen zu den Bedingungen eingeholt werden.

Fahrsicherheitstrainings für erfahrene Lenker

Bei den Fahrsicherheitstrainings wird das Verhalten in verschiedensten Risikosituationen praxisnah trainiert. Teilnehmer lernen zum Beispiel, was zu tun ist, wenn der Pkw ins Schleudern gerät oder wie das Auto sicher auf einer eis- oder schneebedeckten Fahrbahn gelenkt wird. Durch das Trainieren mit dem eigenen Auto lernt der Fahrer sein Fahrzeug und dessen Eigenheiten besser kennen. Im Ernstfall kann er so besser abschätzen, wie sich sein Fahrzeug unter speziellen Verhältnissen und auf bestimmten Untergründen verhält. Er lernt dadurch auch seine eigenen Grenzen realistisch einzuschätzen und gewinnt so mehr Sicherheit beim Fahren.

WAB-Kurse für Jung- und Neulenker

Für Jung- und Neulenker sind die Fahrsicherheitstrainings von besonderer Bedeutung. Denn für sie sind zwei Kurse Pflicht. Sie erhalten den Fahrausweis nur auf Probe, sobald sie die praktische Fahrprüfung bestanden haben. Die Probezeit dauert drei Jahre. Innerhalb dieser drei Jahre müssen sie zwei Weiterausbildungskurse (WAB-Kurse von insgesamt 16 Stunden) an einem anerkannten Fahrsicherheitszentrum absolvieren. Erst danach können sie den unbefristeten Fahrausweis beantragen. Junglenker, die diese Frist verpassen, erhalten keinen unbefristeten Fahrausweis, ihr Probe-Fahrausweis wird ungültig. Einige Versicherungen beteiligen sich an den Kurskosten, das Absolvieren der WAB-Kurse bringt aber keine Prämienvorteile.

Fahrsicherheitstraining für den Winter

In den speziellen Winter-Fahrtrainings lernen Interessierte das sichere Fahren bei winterlichen Strassenverhältnissen. Das Fahrsicherheitstraining für den Winter ist in einen Theorie- und einen Praxisteil gegliedert. Im theoretischen Kursteil erfahren die Teilnehmer, wie sich front-, heck- oder allradangetriebene Fahrzeuge auf Schnee und Eis verhalten. Zudem werden neue elektronische Fahrassistenzsysteme vorgestellt und das Ausweichen vor Hindernissen, der Bremsweg (mit und ohne ABS) sowie die unterschiedlichen Blicktechniken thematisiert. Im praktischen Kursteil stehen das Vorausschauen, die Blicktechniken, die richtige Sitzposition sowie das Notbremsen, das Ausweichen vor Hindernissen und das Fahren auf rutschigem Untergrund im Mittelpunkt. Ausserdem wird das Lenken von Fahrzeugen mit elektronischen Fahrassistenzsystemen trainiert.

Fahrsicherheitstraining für Motorradfahrer

Teilnehmer eines Fahrsicherheitstrainings für Motorradfahrer lernen ihre eigenen Grenzen und die ihres Motorrads kennen. Auch Fahrtrainings für Motorradfahrer gliedern sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. In der Theorie werden wichtige fahrphysikalische Zusammenhänge thematisiert. Im Praxisteil stehen die unterschiedlichen Lenktechniken, wie zum Beispiel Drücken und Legen, im Mittelpunkt. Zudem üben die Motorradlenker das Ausweichen vor Hindernissen, Notbremsmanöver bei verschiedenen Geschwindigkeiten und das Fahren in Schräglage, beispielsweise auf einer Kreisbahn.

Die richtige Ausrüstung

Teilnehmer an Motorrad-Fahrsicherheitstrainings sollten gut ausgerüstet sein. Neben dem Helm empfehlen sich Motorradhandschuhe sowie eine Motorradkombi oder Motorradbekleidung aus hitze- und rutschfestem Material und Motorradstiefel aus festem Material sowie mit einem hohen Schaft. Darüber hinaus ist ein gut stützender Nierengurt von Vorteil, bestenfalls mit Rückenprotektor, sowie eine Motorradbrille oder ein Gesichtsschutz, wenn der Helm kein Visier hat.

Fahrsicherheitstrainings für Wohnwagenfahrer

In einem Fahrsicherheitstraining für Wohnwagenfahrer lernen die Teilnehmer das sichere Rangieren, das Durchführen komplexer Wendemanöver, das An- und Abhängen sowie die Einschätzung der Abmessungen und des Kurvenradius des Fahrzeuges. Darüber hinaus wird das Fahren durch Engstellen, die Sicherung der Ladung sowie das Bremsen und Ausweichen geübt. Je nachdem, bei welchem Anbieter der Kurs absolviert wird, kann entweder ein gestelltes oder das eigene Fahrzeug für das Training genutzt werden. Zudem haben Fahrer und Beifahrer während des Trainings die Möglichkeit, ihre Kommunikation zu verbessern und sich beispielsweise beim richtigen Einweisen aufeinander einzuspielen.

Fahrsicherheitstrainings für andere Fahrzeuge

Angeboten werden auch Fahrtrainings für andere Fahrzeugarten. Mit Fahrern von Transportern werden zum Beispiel speziell das Bremsen und die Ladungssicherung geübt sowie Ausweichmanöver durchgeführt. Fahrsicherheitstrainings für Lkw-Fahrer beinhalten Rangierübungen. Tankwagenfahrer erhalten darüber hinaus Informationen zur Kippgrenze bei Kurvenfahrt. Fahrer von Geländewagen werden unter anderem zur Kippgrenze im Gelände sowie zu Berg- und Talfahrten geschult. Ein gesondertes Fahrtsicherheitstraining absolvieren in der Regel Personenschützer sowie Fahrer von Einsatzwagen.