Mann am Steuer im Auto mit Schlüssel in der Hand
Zürich, 29.11.2016

Wichtige Informationen zu Rechten und Pflichten

Der Fahrzeughalter ist jene Person, auf deren Rechnung und Gefahr der Betrieb eines Fahrzeugs erfolgt. Also die Person, die die dauernde Verfügungsgewalt über das Fahrzeug besitzt und es auf seine Kosten benutzt oder benutzen lässt. Dies kann eine natürliche oder juristische Person sein. Wichtig zu wissen ist, welche Rechte und Pflichten ein Fahrzeughalter hat.

Fahrzeughalter versus Eigentümer und Fahrer

Der Fahrzeughalter muss nicht der Eigentümer des Fahrzeugs sein und auch nicht zwingend der Fahrer. Prinzipiell muss der Fahrzeughalter nicht einmal über einen eigenen Fahrausweis verfügen. Diesen benötigt er nur, wenn er das Auto selbst fährt. Fahrzeughalter müssen allerdings mündig, also mindestens 18 Jahre alt, und bei der zuständigen Behörde registriert sein. Zudem wird der Fahrzeugausweis auf den Halter ausgestellt, nicht auf den Eigentümer oder Fahrer.

Am Beispiel Leasing zeigt sich der Unterschied zwischen Fahrzeughalter, Eigentümer und Fahrer deutlich. Beim Leasing sind drei Parteien beteiligt: Der Leasingnehmer, der Leasinggeber und das Leasingunternehmen. Letzteres ist Eigentümer des Fahrzeuges, während der Leasinggeber, zum Beispiel ein Unternehmen, als Fahrzeughalter eingetragen wird. Der Leasingnehmer, zum Beispiel ein Mitarbeitender dieses Unternehmens, hingegen ist lediglich der Nutzer des Fahrzeuges und somit weder Eigentümer noch Halter.

Eine ähnliche Konstellation gibt es oft in Familien. Da Fahranfänger eine höhere Autoversicherungs-Prämie zahlen müssten, wird das Fahrzeug häufig auf die Mutter oder den Vater zugelassen. Der jeweilige Elternteil fungiert als Halter des Fahrzeugs, während das Kind der Eigentümer ist.

Pflichten des Fahrzeughalters

Der Fahrzeughalter ist dafür verantwortlich, dass das Auto verkehrssicher ist und ordnungsgemäss betrieben wird. Wird mit dem Fahrzeug ein Unfall verursacht, ist in erster Linie der Halter für den Schaden verantwortlich und nicht automatisch der jeweilige Fahrer. Darüber hinaus hat der Fahrzeughalter dafür zu sorgen, dass nur solche Fahrer das Auto nutzen, die dazu berechtigt sind. In folgenden Fällen etwa darf der Fahrzeughalter die Nutzung nicht zulassen:

  • der Fahrer besitzt keinen Fahrausweis;
  • der Fahrer steht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss;
  • die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges ist erloschen;
  • das Fahrzeug ist nicht verkehrssicher, beispielsweise aufgrund abgefahrener Reifen.

Lässt der Fahrzeughalter die Nutzung dennoch zu und passiert ein Unfall, haftet er mit für die Schäden – und zwar sowohl zivil- als auch strafrechtlich. Daher sollten Fahrzeughalter sehr genau darauf achten, wem sie ihr Fahrzeug zur Nutzung überlassen, und es regelmässig auf Verkehrssicherheit prüfen. Die Verantwortung geht so weit, dass die Polizei bei technischen Mängeln nicht nur gegen den Fahrer, sondern auch gegen den Halter ermitteln kann.

Fahrzeughalter erhalten Kontrollschild

Das Kontrollschild ist die behördliche Kennzeichnung des Fahrzeugs. Es wird immer auf den Fahrzeughalter ausgestellt, nicht auf das Fahrzeug. Ausgegeben werden die Schilder von den Strassenverkehrsämtern der Kantone.

Halterauskünfte jederzeit möglich

Halterauskünfte sind Informationen über Namen und Adressen von Fahrzeughaltern, deren Kontrollschildnummern der anfragenden Person bekannt sind. Das Gesetz sieht vor, dass jeder eine solche Auskunft erfragen kann. Dieser Dienst ist kostenpflichtig, allerdings sehr günstig – eine Onlineabfrage über die Webpage des Strassenverkehrsamts kostet 1 Franken. Auch per SMS können Halterabfragen gemacht werden, allerdings nur für weisse Kontrollschilder.

Sperrung der Daten

Fahrzeughalter, die die Weitergabe ihrer Daten nicht wünschen, können schriftlich eine kostenlose Sperrung beantragen. Dadurch können die Daten nur noch mittels eines begründeten schriftlichen Gesuchs abgefragt werden. Zwischen den Behörden werden sie dennoch weitergegeben, zum Beispiel für die Erteilung von Ausweisen, die Feststellung eines Tatbestands oder die Beurteilung in Straf- und Verwaltungsverfahren. Bei Strafanzeigen von Privaten (zum Beispiel wegen Missachtung eines Parkverbotes) werden die Antragsformulare vom Strassenverkehrsamt direkt an die zuständigen Untersuchungsbehörden weitergeleitet. Die anzeigende Person erfährt den Namen des Halters hierbei nicht.