Junge Leute im Auto
Zürich, 15.06.2017

International korrekt mit dem Auto unterwegs

Die grüne Internationale Versicherungskarte für Kraftverkehr („Grüne Karte“) dient im Ausland als Versicherungsnachweis. Sie bescheinigt, dass das aufgeführte Auto eine ausreichende Haftpflichtversicherung hat. Sie wird von 46 nationalen, vorwiegend europäischen Versicherungsbüros herausgegeben und enthält wichtige Daten über das Fahrzeug, den Halter und dessen Versicherung. Kommt es im Ausland zu einem Unfall, attestiert die Grüne Karte den Versicherungsschutz nach den in dem jeweiligen Land geltenden Bestimmungen. So muss nicht bei jeder Reise eine im entsprechenden Land gültige Versicherung abgeschlossen werden.

Erleichterung für Autofahrer

Die Grüne Karte erleichtert Autofahrern ihre Auslandreise. Denn die Haftungsregeln im Ausland und die damit verbundenen Versicherungslösungen in den einzelnen Ländern sind nicht einheitlich. Für eine Autofahrt durch Europa oder für Vielfahrer wäre dies ohne die Grüne Karte eine sehr komplexe Angelegenheit. Auf ihr sind neben den Daten zu Lenker und Auto auch die Adressen, Telefonnummern und Internetadressen der Regulierungsbüros aller Grüne-Karte-Länder vermerkt. Im Fall eines Unfalls können Lenker oder Geschädigte sich für Unterstützung an diese wenden.

Vorgangsweise bei einem Unfall im Ausland

Bei einem Unfall empfiehlt es sich, das Doppel der Internationalen Versicherungskarte an die Polizei vor Ort oder den Geschädigten auszuhändigen. Liegt das Dokument nur im Original vor, sollte eine Kopie erstellt werden. Andernfalls müssen die in der Grünen Karte enthaltenen Daten der Polizei mitgeteilt werden, da diese in den Polizeirapport aufgenommen werden.

Länder, in denen die Grüne Karte mitzuführen ist

  • Albanien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Iran
  • Israel
  • Marokko
  • Mazedonien
  • Moldawien
  • Montenegro
  • Russland
  • Tunesien
  • Türkei
  • Ukraine
  • Weissrussland

Vor der Reise in eines dieser Länder empfiehlt sich ein Blick auf die Grüne Karte. Ist das Zielland durchgestrichen, besteht keine Versicherungsdeckung. In diesem Fall kann aber beim Versicherer vorab eine Grüne Karte mit Versicherungsdeckung für das betreffende Land angefordert oder direkt bei der Einreise eine Grenzversicherung abgeschlossen werden.

Länder, in denen die Grüne Karte nicht obligatorisch ist

In sämtlichen EU/EWR-Staaten, in Andorra und Serbien muss die Grüne Karte nicht mitgeführt werden. Schweizer Versicherte verfügen in diesen Ländern automatisch über eine ausreichende Haftpflicht-Versicherungsdeckung. Denn die Versicherungsbüros dieser Länder haben das sogenannte Kennzeichenabkommen unterzeichnet. Als Versicherungsnachweis gilt in diesen Ländern das Kontrollschild des Autos. Dennoch ist es hilfreich, die Karte im Schadenfall griffbereit zu haben, weil die darauf enthaltenen Angaben die Abwicklung der Formalitäten erleichtern.

Sonderfall Kosovo

Im Kosovo wird die Grüne Karte nicht akzeptiert. Hier muss an der Grenze eine Grenzversicherung abgeschlossen werden. Damit Kosovo dem Grüne-Karte-System beitreten könnte, müsste das Land in die Organisation der Vereinten Nationen (UNO) aufgenommen werden. Die Bedingungen dafür erfüllt der Staat aber nicht und ist somit nicht Teil des internationalen Versicherungssystems.

Geltungsdauer der Grünen Karte

Die Grüne Karte ist zeitlich limitiert. Sobald sie abgelaufen ist, kann bei der Haftpflichtversicherung kostenlos eine neue angefordert werden.

Herausgeber der Grünen Karte

Die 46 nationalen Versicherungsbüros, die die Grüne Karte herausgeben, sind unter der Dachorganisation Council of Bureaux (CoB) mit Sitz in London vereint. In der Schweiz wird die Grüne Karte vom Nationalen Versicherungsbüro Schweiz (NVB) herausgegeben, welches Mitglied des Council of Bureaux  und somit verpflichtet ist, die Vorgaben der Dachorganisation einzuhalten. Das Nationale Versicherungsbüro hat die Schweizer Versicherungsgesellschaften ermächtigt, die Grüne Karte selbst herauszugeben. Die Internationale Versicherungskarte muss bei demjenigen Versicherer angefordert werden, bei dem die Haftpflichtversicherung für das jeweilige Fahrzeug abgeschlossen wurde. Normalerweise geben die Versicherer bei Vertragsabschluss die Grüne Karte automatisch heraus.

Besonderheiten der Grünen Karte in der Schweiz

Die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein werden auf der Grünen Karte als ein Gebiet betrachtet. Das Länderkürzel "CH" deckt beide Staaten ab. Der Grund dafür ist, dass das schweizerische Versicherungsbüro die Funktionen des liechtensteinischen Versicherungsbüros mit übernimmt.

Neues Modell

Seit dem 01.01.2011 ist ein neues Modell der Grünen Karte in Kraft, das nur noch in dieser Form herausgegeben werden darf. Dieses neue Dokument enthält das Logo des Nationalen Versicherungsbüros und des Nationalen Garantiefonds Schweiz (NGF) sowie Hinweise zu den Schweizer Auskunftsstellen. Eine Grüne Karte, die nach dem 01.01.2011 auf dem alten Formular ausgestellt wurde, ist ungültig und wird von den Behörden beschlagnahmt. Grüne Karten, die bis zum 31.12.2010 herausgegeben wurden und deren Gültigkeitsdauer noch nicht abgelaufen ist, behalten bis zu dem auf dem Dokument angegebenen Zeitpunkt ihre Gültigkeit.