Gebrochene Frontscheibe
Zürich, 30.11.2016

Gut ver­si­chern, rich­tig vor­beu­gen

Vandalismus ist die mut- oder böswillige Beschädigung oder Zerstörung des Autos durch fremde Personen. Vandalenschäden sind prinzipiell durch die Teilkasko- oder die Kollisionskaskoversicherung gedeckt.

De­ckung von Van­da­len­schä­den in der Teil­kas­ko­ver­si­che­rung

In der Regel übernehmen die Teilkaskoversicherungen die Kosten für diese Schäden:

  • Mutwilliges oder böswilliges Abbrechen von Antennen, Rückspiegeln, Scheibenwischern oder Ziervorrichtungen
  • Zerstechen der Reifen
  • Hineinschütten von schädigenden Stoffen in den Treibstofftank

Einige Teilkaskoversicherungen decken zusätzlich noch das Übermalen und Bespritzen mit Farbe oder anderen Stoffen, das Aufschlitzen des Cabrioletverdecks, das Zerschlagen der Scheiben und das Hineinschütten von schädlichen Stoffen in den Öltank.

Von der Versicherungsleistung üblicherweise ausgenommen sind:

  • Kratzer oder Beulen im Lack sowie Kratzer in den Scheiben
  • Beschädigung von Aufklebern
  • Beschädigungen der Blinker. Diese können aber bei einigen Versicherungen durch separate Versicherungszusätze eingeschlossen werden.
  • Auch Schäden, die anlässlich von Krawallen und Tumulten entstehen, sind meist nicht gedeckt. Einige Versicherungen übernehmen die Kosten, wenn der Versicherte glaubhaft nachweisen kann, dass er alles unternommen hat, um eine Beschädigung zu verhindern. Die meisten aber schliessen eine Deckung von Krawall-, Kriegs- und Tumultschäden prinzipiell aus.

Da die Deckungen so unterschiedlich sind, lohnt sich vor Abschluss einer Teilkaskoversicherung ein Blick auf die konkrete Liste der gedeckten Vandalenschäden. Einige Versicherungen bieten gegen Aufpreis die Variante „Vandalismus alle“ an, mit der die üblicherweise ausgeschlossenen Schäden, ausser Krawall-, Kriegs- und Tumultschäden, auch gedeckt sind. Trotzdem lohnt es sich auch dann, zu kontrollieren, ob und welche Bedingungen gelten. Oft sind zum Beispiel nur ein oder zwei Schäden pro Jahr in der Leistung enthalten.

De­ckung von Van­da­len­schä­den in der Kol­li­si­ons­kas­ko­ver­si­che­rung

Lenker, die ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben und im Schadenfall nicht bereit sind, die Kosten selbst zu tragen, sollten sich für eine Kollisionskaskoversicherung entscheiden. Diese deckt in der Regel alle Vandalenschäden, ausser Krawall-, Kriegs- und Tumultschäden. Sie lohnt sich aber nicht in jedem Fall. Denn es fallen auch für die Versicherungsprämien Kosten an. Üblicherweise ist bei der Kollisionskasko auch ein Selbstbehalt zu tragen. Es gilt also individuell abzuwägen, welche Lösung die sinnvollste ist.

Aus­wir­kun­gen auf die Bo­nus­stu­fe be­ach­ten

Lenker, die über einen längeren Zeitraum hinweg unfallfrei fahren, erhalten Rabatt auf ihre Versicherungsprämie. Je länger kein Schaden gemeldet wird, desto höher fällt in den Folgejahren der Bonus aus und umso günstiger wird die Prämie. Daher stellt sich bei kleineren Vandalenschäden oft die Frage, ob sich die Meldung an die Versicherung lohnt. Finanziell betrachtet kann es manchmal besser sein, einen Vandalenschaden selbst zu bezahlen, um keine Bonusstufen zu verlieren. In der Regel wird das Bonusstufen-System nur bei der Kollisionskaskoversicherung eingesetzt. Einige wenige Versicherungen bieten es aber auch im Teilkaskobereich.

Selbst­be­halt be­ach­ten

Versicherte, die bei ihrer Versicherung einen Selbstbehalt vereinbart haben, sollten diesen in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Die Meldung an die Versicherung ist nur sinnvoll, wenn die Kosten den Selbstbehalt übersteigen.

Park­scha­den­ver­si­che­rung für neue­re und teu­re Au­tos

Für Lenker mit neueren oder sehr teuren Autos lohnt sich unter Umständen eine Parkschadenversicherung. Für sie fallen zwar höhere Prämien an, dafür aber kein Selbstbehalt. Zudem haben Schäden keine negative Auswirkung auf die Bonusstufe. Allerdings ist bei den meisten Parkschadenversicherungen die maximale Leistung pro Jahr und die Anzahl der Schadenfälle begrenzt.

Rich­ti­ge Vor­gangs­wei­se bei Van­da­len­schä­den

Vandalenschäden sollten stets unverzüglich der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden. Zum einen kann die Polizei die Täter eventuell ausfindig machen, zum anderen ist die polizeiliche Meldung für die Versicherung notwendig. Wird der Täter ermittelt, kann die Versicherung bei ihm Regress fordern. Auch der geschädigte Lenker kann beim Täter Ansprüche geltend machen und etwa den bezahlten Selbstbehalt oder die Kosten, die durch den Nutzungsausfall des Fahrzeugs entstanden sind, einfordern.

Van­da­lis­mus vor­beu­gen

Mit vorausschauenden Massnahmen können in manchen Fällen Vandalenschäden verhindert werden. Bei Grossveranstaltungen, Demonstrationen und so weiter empfiehlt es sich, das Auto in gebührender Entfernung zu parkieren. Lenker, die während solcher Veranstaltungen unterwegs sind, nutzen am besten eine Ausweichroute oder, wenn das nicht möglich ist, halten die Fenster geschlossen. Auch die Nutzung von videoüberwachten Parkhäusern ist sinnvoll. Prinzipiell sollte das Auto möglichst nicht in Gegenden oder Strassen abgestellt werden, in denen ein erhöhtes Risiko besteht oder befürchtet wird. Dies ist beispielsweise in Bahnhofsvierteln oder in Stadtteilen mit vielen Nachtlokalen häufiger der Fall.