Straße im Winter mit Warn Verkehrsschild im Fokus
Zürich, 29.11.2016

Winterreifen nutzen und von höherer Sicherheit profitieren

Das Montieren von Winterreifen ist in der Schweiz nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Nutzung von Winterreifen dient allerdings der Fahrsicherheit und ist daher zu empfehlen.

Die Profiltiefe ist wichtig

Winterpneus zeichnen sich vor allem durch ihr Profil aus. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern. Experten empfehlen allerdings, Reifen mit mindestens 4 Millimetern Profiltiefe zu verwenden. Die feinen Lamellen auf der Lauffläche ermöglichen bei winterlichen Strassenverhältnissen und bei Schneeglätte bestmögliche Haftung. Das bewirkt eine sehr viel bessere Strassenführung, eine höhere Seitenkraftübertragung und einen wesentlich kürzeren Bremsweg. Sind die Winterreifen infolge intensiven Gebrauchs bereits abgenutzt und das Profil nicht mehr sehr tief, geht das zu Lasten der Lamellierung. Die (vorteilhafte) Wirkung der Winterreifen wird damit erheblich reduziert. Lenkern, die von der Polizei mit Winterreifen mit zu geringer Profiltiefe angehalten werden, droht zudem eine Busse. In der Regel fallen dabei 100 Franken pro ungenügendem Winterreifen an.

Winterreifen zur richtigen Zeit montieren

Der Touring Club Schweiz empfiehlt den Merksatz „von O bis O“ – von Oktober bis Ostern – für die Bestimmung des richtigen Zeitpunkts für Winterreifen. Branchenexperten im Reifenhandel empfehlen bei einer Temperatur von unter 7 Grad den Wechsel zu den Winterreifen. Sommerpneus eignen sich nicht für Schnee und Eis. Abhängig von den Wetterverhältnissen entscheidet jeder Lenker selbst, ab wann und bis wann er seine Winterreifen nutzt.

Winterreifen auch für Offroad-Fahrzeuge

Auch Fahrzeuge mit Allradantrieb sollten mit Winterreifen ausgestattet werden. Sie sind häufig mit Ganzjahresreifen ausgerüstet. Tests haben jedoch gezeigt, dass diese im Winter nicht dieselbe Sicherheit wie explizite Winterreifen bieten.

Auf die richtige Montage achten

Durch das Leiten des Wassers – meist von der Reifenmitte nach aussen – ist bei vielen Winterreifen eine Laufrichtung vorgeschrieben, die durch einen Pfeil gekennzeichnet ist. Bei der Montage sollte dies berücksichtigt werden. Durch das kontrollierte Leiten des Wassers wird das Schwimmen des Reifens auf dem Wasser verhindert, sodass der direkte Kontakt zur Strassenoberfläche sichergestellt ist. Dadurch erzielen Winterreifen wesentlich grössere Haftwerte und eine höhere Rutschfestigkeit bei Schnee. Zudem sollten zumindest auf jeder Achse Reifen gleicher Marke, Grösse und Abnutzung montiert werden. Das Anbringen von nur zwei Winterreifen wird nicht empfohlen. Für optimale Fahrsicherheit müssen alle vier Räder mit Winterpneus ausgestattet werden.

Winterreifen nicht im Sommer nutzen

Winterreifen sind durch ihre Materialbeschaffenheit für den Einsatz bei tieferen Temperaturen ausgerichtet. Die verwendeten Materialien sind weicher als jene von Sommerreifen. Bei wärmeren Temperaturen haben Winterreifen daher einen höheren Verschleiss und sind für den Einsatz im Sommer nicht geeignet. Tests haben gezeigt, dass Winterreifen im Sommer auf trockener Fahrbahn einen um bis zu 20 Prozent längeren Bremsweg bewirken.

Fahren ohne Winterreifen

Fahren ohne Winterreifen ist nicht zu empfehlen. Das Gesetz sieht zwar keine Winterreifenpflicht vor, verlangt aber vom Lenker, dass er in jeder Situation sein Fahrzeug beherrscht und es betriebs- und verkehrssicher ausstattet. Vorausgesetzt wird, dass eine ordnungsgemässe Benutzung der Strasse so erfolgt, dass weder eine Behinderung noch eine Gefährdung entsteht. Geschieht aufgrund der ungeeigneten Ausrüstung des Fahrzeugs ein Unfall oder entsteht eine Verkehrsbehinderung, drohen je nach Schwere des Schadens ein Fahrausweisentzug von mindestens einem Monat, Busse oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Folgen für die Versicherung

Entsteht ein Schaden aufgrund falscher Bereifung, lehnen viele Versicherungen die Übernahme der Kosten vollständig oder teilweise ab. Der Verzicht auf Winterreifen kann also sehr teuer werden.

Schneeketten und Spikes

Schneeketten und Spikes sind in der Schweiz ebenfalls nicht gesetzlich vorgeschrieben. Schneeketten müssen dann montiert werden, wenn entsprechende Verkehrsschilder darauf hinweisen. Sie werden jeweils auf den Antriebsrädern angebracht. Spikes können in den meisten Kantonen vom 1. November bis 30. April genutzt werden, allerdings nur von Autos bis maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Schneeketten und Spikes ersetzen nicht die Winterreifen.