Schäden am eigenen Auto optimal versichern

Die Kombination aus Kollisionskasko- und Teilkaskoversicherung heisst Vollkaskoversicherung. Sie kann zusätzlich zur obligatorischen Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden – und zwar für jede Art von Kraftfahrzeug, auch für Motorräder oder Camions. Pflicht ist die Vollkasko in der Regel für geleaste Fahrzeuge. Sie bietet weitreichenden Schutz für das eigene Fahrzeug – für Schäden, die ohne Verschulden des Versicherten entstanden sind und für selbst verursachte Schäden.

Umfassende Schadendeckung

Da die Vollkaskoversicherung Kollisionskasko- und Teilkaskoversicherung kombiniert, profitiert der Versicherte von einem umfassenden Schutz. Versichert sind durch die Teilkasko Schäden durch Diebstahl, Elementarereignisse, Feuer, Explosion, Brand, Glas und Glasbruch, Kollision mit Tieren sowie Marderbiss. Durch die Kollisionskaskoversicherung sind auch selbst verursachte Schäden am eigenen Auto, etwa Parkschäden, versichert. Es gilt im Einzelfall abzuwägen, ob diese Risiken für das eigene Auto zutreffen und sich eine umfassende Schutz durch die Kaskoversicherung lohnt.

Zeitwertzusatz

Auch das Alter des Autos spielt eine Rolle bei der Wahl der richtigen Autoversicherung. Denn sowohl die Teilkasko als auch die Vollkasko deckt in der Regel nur Schäden bis zur Höhe des Zeitwertes des Autos. Das ist der Wert, den das Fahrzeug zu einem bestimmten Zeitpunkt unter Berücksichtigung des Alters und der Abnutzung hat. Ausnahme: Die Versicherungen bieten die Möglichkeit, gegen Aufpreis einen Zeitwertzusatz zu vereinbaren. Dieser wird üblicherweise für neuere Autos abgeschlossen. Bei einem Totalschaden zahlt die Versicherung rund 20 % mehr als den aktuellen Marktwert des Fahrzeugs. Der Kauf eines vergleichbaren Autos ist dadurch einfacher. Ohne diesen Zusatz wird bei Totalschaden nur der Zeitwert bezahlt.

Kriterien für und gegen eine Vollkaskoversicherung

Will oder kann ein Versicherter aufgrund seiner finanziellen Situation keinesfalls die Kosten für Schäden selbst übernehmen, ist die Vollkaskoversicherung sinnvoll. Von Vorteil ist sie auch, wenn das Auto neu oder nur wenige Jahre alt ist. Ohne diese umfassende Kaskoversicherung muss nämlich ein selbst verursachter Totalschaden oder eine Reparatur aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Auch Jung- und Neulenker profitieren von einer Vollkaskoversicherung. Aufgrund ihrer geringen Fahrpraxis ist die Wahrscheinlichkeit für Schäden bei ihnen höher. Empfehlenswert ist die Vollkaskoversicherung zudem für seltene Fahrzeuge, wie zum Beispiel Sondermodelle oder Oldtimer. Bei Autos mit geringem Zeitwert lohnt sie sich dagegen üblicherweise nicht.

In die Entscheidung für oder gegen eine Vollkaskoversicherung einfliessen sollte auch die individuelle Bonusstufe. Je länger der Versicherte unfallfrei fährt, desto geringer ist seine Versicherungsprämie. Je höher also die Bonusstufe, desto günstiger ist die Fahrzeugversicherung.

 

Faktoren für die Prämienberechnung

Die Prämienhöhe ist von zahlreichen Faktoren abhängig:

  • Fahrzeugtyp: In die Berechnung mit einbezogen wird das individuelle Risiko eines Fahrzeugs unter Berücksichtigung der Motorleistung.
  • Wohnort: Die Versicherungen ziehen für die Prämienberechnung auch die Schadensstatistik der Kantone heran.
  • Bonusstufe: Der Zeitraum, der bereits unfallfrei gefahren wurde, hat grossen Einfluss auf die Prämie. Je länger kein Schaden gemeldet wird, desto höher fällt in den Folgejahren der Bonus aus und umso günstiger wird die Prämie.
  • Jährliche Fahrleistung: Die Versicherungen gewähren Rabatte, wenn während eines Jahres nur wenige Kilometer gefahren werden.
  • Alter des jüngsten Lenkers: Jüngere Lenker sind statistisch gesehen häufiger in Unfälle verwickelt. Daher zahlen jüngere Lenker höhere Prämien.
  • Nutzung einer Garage: Die Unterbringung des Autos in einer Garage reduziert die Wahrscheinlichkeit von Schäden (etwa durch Diebstahl, Einbruch oder Vandalismus). Dies verringert auch die Prämie.
  • Vereinbarung eines Selbstbehalts: Wird ein Selbstbehalt vereinbart, reduziert das die Prämie. Allerdings ist die vereinbarte Summe im Schadenfall auch selber zu bezahlen. Die Versicherung deckt nur die darüber hinausgehenden Kosten ab.
  • Verzicht auf freie Garagenwahl: Der Versicherte verpflichtet sich, erforderliche Reparaturen durch eine Vertragsgarage des Versicherers durchführen zu lassen. Die Rahmenverträge der Versicherungen mit diesen Garagen verringern die Kosten für die Versicherungen. Versicherte profitieren daher von niedrigeren Prämien.

Unterschiedlicher Leistungsumfang

Der Leistungsumfang der Vollkasko ist nicht standardisiert und fällt von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich aus. Insbesondere gilt dies für folgende Punkte:

  • Zeitwert des Autos: Tritt der Schaden bereits wenige Wochen nach dem Fahrzeugkauf auf, fällt die Wertminderung gerade bei Neufahrzeugen sehr hoch aus. Ein Zeitwertzusatz kann darum sinnvoll sein. Allerdings berechnen die Versicherungen den Zeitwertzusatz unterschiedlich. Ein Vergleich lohnt sich daher.
  • Austausch der Schlüssel und Schlösser: Einige Versicherungen übernehmen die Kosten für den Austausch der Tür- und Lenkradschlösser, wenn der Schlüssel verloren geht, beschädigt oder gestohlen wird.
  • Grobfahrlässigkeitsschutz: Aufgrund von Grobfahrlässigkeit entstandene Beschädigungen am fahrzeug sind in der Regel nicht abgedeckt. Versicherte müssen in diesem Fall mit massiven Leistungskürzungen rechnen. Beispiele für grobe Fahrlässigkeit sind: Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit auf eisiger Fahrbahn, Parken ohne Handbremse auf abschüssigem Gelände, Aufheben von Gegenständen während der Fahrt. Einige Versicherungen bieten gegen Aufpreis einen Grobfahrlässigkeitsschutz. Allerdings gelten auch beim Grobfahrlässigkeitsschutz Ausnahmen – etwa wenn der Schaden unter Einfluss von Alkohol oder Drogen entstanden ist.
  • Bonusschutz: Der Bonusschutz verhindert ein Ansteigen der Prämie, auch wenn der Schaden selbst verursacht wurde. Nicht alle Versicherungsangebote beinhalten einen Bonusschutz. Es gilt daher die Offerten der Versicherungen genau zu vergleichen.
  • Sonderzubehör: Der Grossteil der Vollkaskoversicherungen übernimmt zwar Kosten für Schäden am Sonderzubehör, allerdings nur bis zu einer bestimmten Höhe. Zum Sonderzubehör gehören zum Beispiel Spezialaufbauten, Dachkoffer, Rundumlicht sowie zugelassene Veränderungen am Fahr-/Triebwerk zur Verbesserung der Fahreigenschaften und zur Leistungssteigerung. Die Höhe der Kostenübernahme fällt je nach Versicherung unterschiedlich aus.

Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko?

Um die persönlich optimale Autoversicherung zu finden, sollte zunächst der eigene Bedarf definiert werden. Ein genauer Vergleich der Versicherungsangebote lohnt sich in jedem Fall, da es bei Leistungsumfang, Prämienhöhen, Rabattmöglichkeiten und Servicequalität – etwa wie schnell die Schadenabwicklung erfolgt – grosse Unterschiede gibt. Auch freiwillige Zusatzversicherungen wie die Unfallversicherung sollten mit berücksichgtigt werden, da diese, sollte es zu einem Unfall kommen, auch mögliche Personenschäden abdeckt (Stichwort: Insassenversicherung).